Dezember 2005

Titelthema: Bunte Bühne Bundesliga
Von Tobias Kucharski

Der längste Torjubel kam aus Leverkusen. 41 Mal hämmerte Stefan Kusche das "o" in die Tastatur, als Leverkusens Andrej Voronin die 2:1-Führung in Kaiserslautern erzielte. Stefan Kusche ist Online-Redakteur bei Bayer Leverkusen und hält die Fans an jedem Spieltag per Live-Ticker auf dem Laufenden - und wenn sein Klub ein Tor erzielt, dann lässt er seiner Freude schon mal freien Lauf: "Tooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooor!"

Tag für Tag besuchen über 25.000 Fans die Webseite von Bayer Leverkusen. Bei Übertragungen im Live-Ticker sind es noch ein paar mehr. Der Online-Auftritt ist ein bedeutender Faktor für Fans und Verein geworden. Die Zeiten, in denen eine Webseite nur aus spärlichen Informationen rund um den Verein und ein paar lieblos und unübersichtlich zusammengeklatschten Anfahrtswegen und Kontaktdaten bestand, sind zumindest im Fußball schon lange vorbei. Mittlerweile sind aus den Klubseiten beeindruckende, nicht selten von professionellen Agenturen betreute, Multimedia-Maschinen geworden (siehe Interview), auf denen sich der Fan umfangreiche Video- und Audiobeiträge ansehen, Onlinegames spielen und mit anderen Fans über Foren und Chats in Kontakt treten kann.

Das Urteil: Private Radiostationen unterliegen im Streit um Lizenzgebühren in der Fußball-Bundesliga
Von Wolfgang Uhrig und Ute Maag

Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil die Vermarktungsrechte der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gestärkt: Radiosender müssen für die Live- und Nachberichterstattung von Bundesligaspielen Lizenzgebühr zahlen. Die Karlsruher Richter wiesen damit eine Klage des Senders Radio Hamburg zurück, der stellvertretend für alle privaten Radiostationen gegen den Bundesligisten Hamburger SV, den Regionalligisten FC St. Pauli und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) vor Gericht gezogen war. Radio Hamburg forderte das Recht auf freie und unentgeltliche Berichterstattung.

Print- und Foto-Lizenzen erteilt DFL-Mediendirektor Tom Bender dagegen im Interview mit dem "ein klares Nein. Gerade in der klassischen Zeitungsberichterstattung wird es keine Lizenzen geben."

Gesichter, die Geschichten sind: Hans Wilhelm Gäb
Von Wolfgang Uhrig

Ein festlicher Abend im edlen Kaisersaal des Rathauses zu Hamburg. Vor einem handverlesenem Publikum aus Wirtschaft und Politik schreitet ein Herr zum Rednerpult. "Meine Damen und Herren", eröffnet er seine Ansprache, "meine Mutter hat immer gesagt, wenn du den lieben Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm deine Pläne." Ein Satz zum Schmunzeln, ein Kommentar von Hans Wilhelm Gäb zu seiner auch für ihn überraschend gekommenen Berufung zum neuen Vorsitzenden der Stiftung Deutsche Sporthilfe.
Die Geschichte des VDS-Mitgliedes Gäb wird um ein Kapitel erweitert. Und wer nun Ausschreibung und Berufung näher untersucht, der weiß, dass hier zusammen passt, was zusammen gehört: Gäb, im Herzen stets dem Sport verpflichtet, beeindruckt durch Sozialkompetenz und sein Name steht wie kaum ein anderer für die Verbindung zwischen Sport, Wirtschaft und Gesellschaft.

Außerdem in diesem Heft:
* der Redaktionsbesuch bei der Leipziger Volkszeitung
* die Ausschreibung der VDS-Berufswettbewerbe 2005
* Informationen zum Gruppenversicherungsvertrag des VDS mit der DKV








November 2005

Titelthema: Vom Stadion in die Redaktion

"Vor ein paar Jahren war bei Borussia Dortmund ein hartnäckiger Manndecker namens Kree zugange - vor allem der "Premiere"-Interviewer Christian Sprenger hat ihn einmal zu spüren bekommen, als er ihn nach dem Schlusspfiff auf ein unnötiges Gegentor ansprach. "Ihr Fehler?", fragte Sprenger. Kree gab ihm als Antwort die Grätsche: "So eine Frage kann nur einer stellen, der selbst nicht Fußball gespielt hat."
Alle Fußballjournalisten, die in ihrem ersten Leben nicht Fußballstars waren, wollen wir an dieser Stelle spontan mit zwei schlagenden Argumenten beruhigen: Aus dem Vater des Autorennfahrers Frentzen ist ein erstklassiger Bestattungsunternehmer geworden, obwohl er vorher nie Leiche war - und der italienische Meistertrainer Arrigo Sacchi hat auf den Vorwurf, nie ein guter Fußballer gewesen zu sein, mit der Frage geantwortet: "Muss man ein Pferd gewesen sein, um ein guter Jockey zu werden?"
Muss man als Sportjournalist selber ein Spitzensportler gewesen sein? Nein. Es ist nur sicherer."
So weit die Analyse von Oskar Beck, der sich umgesehen hat in den Redaktionsstuben und einige ehemalige Spitzensportler zutage gefördert hat, die erfolgreich die Seiten gewechselt haben: Von Moritz von Groddeck und Gerd Krug über Kristin Otto und Rudi Cerne bis hin zu Thomas Helmer und Patrick Mäder.

Der VDS in Bewegung: Gelungenes Herbstsportfest in Hamburg

Wolfgang Uhrig war nicht nur als 5.000-Meter-Läufer, sondern auch als Autor des sportjournalist in Hamburg. Seine Einschätzung nach drei Tagen zwischen Sport und Sitzung, Gala und Gesprächen, Trabrennen und Teebeutelweitwurf:
"Als OK-Chef wurde Metelmann allen Sätteln gerecht. Das Herzstück aller Wettkämpfe war der großzügige Sportpark des VDS-Partners Hamburg-Mannheimer. Hier, im Norden der Stadt, sind sie nicht nur gelaufen und gewalkt, hier wurde auch geschwommen, gekegelt, geschossen und geschmettert. Schwarz auf weiß "wuchsen sie im Wettkampf über sich hinaus" und "belegten den 1. Preis" (Text Siegerurkunde).
Und über ihnen allen schwebte Herr Kaiser, der personifizierte Hamburg-Mannheimer. Gesehen hat ihn niemand, und doch hatte er für uns alle eine wunderbare Versicherung abgeschlossen - für ein Hoch im Norden, für drei Tage herrliches Kaiser-Wetter."

Außerdem:
+ Der Bericht über die wichtigsten Beschlüsse des Verbandsrats
+ Alle Ergebnisse

Gesichter, die Geschichte sind: Gustav Schwenk

Natürlich war Gustav Schwenk, der Grandsigneur der Leichtathletik, auch an jenem 18. Oktober 1968 präsent, als Bob Beamon bei Olympia in Mexiko City mit 8,90 m den Weitsprung-Weltrekord um 55 Zentimeter übertraf. Denn der noch heute aktive "Johannes Heesters des Sportjournalismus" und "eiserne Gustav der Leichtathletik" hat in 58 Berufsjahren die unglaubliche Zahl von 300 Weltrekorden erlebt. Der gebürtige Düsseldorfer ist darüber hinaus der einzige Journalist, der seit 1952 von allen Olympischen Sommerspielen berichtete. Auch dies ist Weltrekord.

SID-Redakteur Gerd Holzbach hat ihn besucht.

Außerdem in diesem Heft:
* die Ausschreibung der VDS-Berufswettbewerbe 2005
* die Ausschreibung des Laureus Medien Award 2005








Oktober 2005

Titelthema: Anpfiff zur Rechterunde

Der Fußball-Bundesliga und den Fernsehsendern in Deutschland steht ein heißer Winter bevor: In Kürze erfolgt die Ausschreibung der Übertragungsrechte ab der Saison 2006/2007. Über Strategien, Zeitplänen und Rechte-Paketen wurde bei der DFL Deutsche Fußball-Liga GmbH bis zuletzt hinter verschlossen Türen gebrütet, gleichzeitig haben bereits mehrere Sender ihr Interesse signalisiert.
Der sportjournalist hat nachgefragt:
* bei Christian Seifert, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der DFL. Er erwägt Veränderungen der Sendestruktur und Spielplangestaltung und sagt: "Die Zeiten haben sich geändert."
* bei Dr. Günter Struve, dem Programmdirektor der ARD und derzeitigen Inhaber der Übertragungsrechte. Er kündigt an: "Wir kämpfen um die Sportschau!"

Bessere Arbeitsbedingungen in der Fußball-Bundesliga

Im Dialog mit der DFL und den 36 Profivereinen hat der VDS einen Kompromiss für die Arbeitsrichtlinien in den Stadien der Fußball-Bundesliga erarbeitet. Die Sitzpositionen für Fotografen werden in jedem Stadion individuell vereinbart, die Mixed-Zone ist wie bisher in den meisten Arenen unmittelbar nach Spielende für Interviews geöffnet. Die Bilanz von VDS-Vizepräsident Hans-Joachim Zwingmann: "Dies ist eine optimale Lösung für alle Kollegen, sie komplettiert die guten Arbeitsbedingungen in den Stadien."

Gesichter, die Geschichte sind: Harry Valérien

Die Besten unter den Legenden des Fernsehsports haben aufgrund ihres Könnens auch eine Kehrseite, die nicht länger verschwiegen werden darf: Selbst in der Rente sind sie so gefragt, dass man sie daheim kaum erreicht. Tagelang verzweifeln wir wie Bruno Moravetz auf der Suche nach Behle. Wo ist Valérien?
Unser Autor Oskar Beck hat den vielbeschäftigten Altmeister des gepflegten Fernsehens dann doch noch gefunden und er hat ihm sogar einige Geheimnisse entlockt, zum Beispiel das Bekenntnis: "Mein Alter ist ein Irrtum des Himmels."

Außerdem in diesem Heft:
* alles über das VDS-Lokalsportsymposium zur WM 2006
* ser Antrag für den AIPS-Ausweis 2006/2007








September 2005

Titelthema: Das große Ballyhoo um den Ball
Von Wolfgang Uhrig und Ute Maag

Gedränge gibt es in diesen Wochen und Monaten auf dem Spielfeld für Fußball-Zeitschriften - es herrscht geradezu eine Rudelbildung, um ein Bild vom Platz auf den Markt der Medien zu übertragen. Beherrschten vor Monaten allein "kicker-sportmagazin" und "Sportbild" das Feld, dahinter mit einem respektvollen Abstand der Newcomer "11 Freunde", so wollen nun immer mehr Titel ein Stück abbekommen vom großen Kuchen Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Einige der Neuerscheinungen liegen bereits vor, weitere folgen in den nächsten Wochen und Monaten.
Was bieten Champ, Player, Bundesliga-Magazin, Sportsfrau und Countdown?


Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, oder: Sportjournalisten in der zweiten Generation
Von Wolfgang Golz

"Journalismus ist ein höchst erstrebenswerter Beruf für die, die es können und aushalten und durchhalten können. Für andere kann er die Hölle sein." ("Die Zeit")
Wenn das stimmt - und warum sollten sich die Klugen von der "Zeit" irren - muss doch die beachtliche Zahl Journalisten in zweiter Generation erstaunen. Die Liste ist lang und dabei noch unvollständig. Und der Weg von Töchtern und Söhnen bekannter Sportjournalisten bis zu ihrem Berufsziel oft kurvenreich und holprig.
Wolfgang Golz hat mit Klaus und Ralf-Peter Angermann, mit Oskar und Thomas Wark, mit Jochen Bouhs und Vater und Sohn Leyenberg gesprochen.


WM-Akkreditierungen müssen vom 1. bis 20. September beantragt werden

Etwa 15.000 Medienvertreter aus aller Welt werden zur Endrunde der Weltmeisterschaft in Deutschland erwartet. Die Kapazitäten der Medientribünen in den Stadien sind beschränkt, auch für Deutschland gibt es nur ein bestimmtes Kontingent an Akkreditierungen. Im September startet in Deutschland das Akkreditierungsverfahren, welches aus drei Schritten besteht: 1. Akkreditierungsgesuch, 2. Registrierung und 3. Bestätigung.
Gerd Graus vom OK FIFA WM 2006 erklärt, wie das Verfahren funktioniert.








August 2005

Titelthema: Das Wort aus dem Sport - wenn Politiker "auf Sieg spielen"
Von Manfred Lehnen
Wie kommt einer ins Bundeskanzleramt ? Mit "Hop, Step and Jump", wie im Englischen der Dreisprung genannt wird, eine etwas ungewöhnliche Disziplin der Leichtathletik. Jürgen Rüttgers, der CDU-Landeschef in Nordrhein-Westfalen, erklärte am 31.Januar 2004 in der "Süddeutschen Zeitung", wie er das Ziel erreichen will: Hop, die erste Phase des Absprungs - das sei die Kom-munalwahl im September 2004. Step, die zweite Phase - das sei die Land-tagswahl am 22. Mai 2005.Jump, die dritte Phase - das sei der krönende Ab-schluss 2006 im Kanzleramt.
Was für Rüttgers 2006 vorgesehen war, könnte nun schon im September 2005 eintreten. "Keiner weiß, wie es ausgeht", sagt SPD-Chef Franz Müntefering, bekennender Fußballfan, und im Blick auf seine Partei: "Wir werden klar auf Sieg spielen !"
Die Sportsprache der Politiker - ein Kapitel für sich. Die Volksvertreter nutzen die Volkstümlichkeit des Fußballs, der Leichtathletik und anderer Sportarten, um besser in den Medien und beim Wähler anzukommen. Manchmal aber artet das auch in Populismus aus.


Das "System Emig" und der Sport in der ARD
Von Wolfgang Hettfleisch
Die Wochen der Tour de France hatte sich Jürgen Emig mit Sicherheit ganz anders vorgestellt. Wenige Tage vor dem Start der Frankreich-Rundfahrt, die er als Fernseh-Kommentator viele Jahre lang begleitet hatte, wurde der ehe-malige Sportchef des Hessischen Rundfunks (HR) festgenommen. Verdunk-lungsgefahr, befand die ermittelnde Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main unter Leitung des republikweit bekannten Korruptionsbekämpfers Wolfgang Schaupensteiner. Dem einstigen Radsport-Experten der ARD werden wettbe-werbsbeschränkende Absprachen bei Ausschreibungen, Bestechlichkeit, Be-trug und Untreue zur Last gelegt. Nach Angaben der ermittelten Frankfurter Staatsanwaltschaft wurde Beweismaterial manipuliert. Während der zunächst ebenfalls festgenommene, als Mittäter verdächtigte Harald Frahm, Präsident des Deutschen Tanzsportverbands und ein enger Freund Emigs, geständig war und wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, blieb Emig in Haft. Er hat inzwi-schen ein Teilgeständnis abgelegt.


Außerdem zu diesem Thema:
Interview mit ARD-Sportkoordinator Hagen Bossdorf. Er sagt: "Der Schaden für die ARD ist groß."

Der Confederations-Cup als gelungener Test für die Fußball-WM 2006
Von Hans-Joachim Zwingmann und Markus Gilliar
Der Confederations-Cup hat als Testlauf für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland die Bewährungsprobe insgesamt bestanden. Das Turnier war auch für die Vertreter der Medien eine Kostprobe für das Geschehen im kommenden Jahr. Wolfgang Niersbach aus der Organisationszentrale in Frankfurt/Main und sein Team mit Gerd Graus und Jens Grittner an der Spitze hatten den Sportjournalisten im Vorfeld beste Bedingungen versprochen. Sie haben Wort gehalten. Den Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland sowie aus dem Ausland wurden großzügige Media-Zentren in allen fünf Städten an-geboten. Ob in Frankfurt/Main, Nürnberg, Köln, Leipzig oder Hannover - es gab wenig Kritik an den Arbeitsbedingungen in den Räumen oder bereitge-stellten Zelten. Sowohl Printjournalisten als auch Fotografen konnten zufrieden sein.

Außerdem zu diesem Thema: · Die Stadien in der Einzelkritik
· Die Bilanz des OK Fifa WM 2006
· VDS-Vize Zwingmann über Lust und Last als Verbindungsmann zwischen Journalisten und Organisatoren








Juli 2005

Titelthema: Der neue deutsche Fußballtempel

Die WM-Stadien in München und Berlin standen im Mai im Blickpunkt des Inte-resses. Dabei erntete die Allianz-Arena in der bayerischen Landeshauptstadt bei der Einweihung und beim Härtetest FC Bayern München – Nationalmann-schaft großes Lob von allen Seiten. „Wohl das schönste Stadion in Deutsch-land“, zollte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hohe Anerkennung. Für die Me-dienvertreter wurden optimale Bedingungen geschaffen....

AIPS: Gianni Merlo kündigt Reformen an

Die Association Internationale de la Presse Sportive (AIPS) hat für die kom-menden vier Jahre eine neue Führungsmannschaft. Der 68. Kongress des Weltverbandes der Sportjournalisten wählte in Marrakesch den Italiener Gian-ni Merlo zum Nachfolger von Präsident Togay Bayatli (Türkei), der nach zwölf Jahren von diesem Posten wegen seiner Wahl zum NOK-Präsidenten der Tür-kei zurücktrat und anschließend zum AIPS-Ehrenpräsidenten ernannt wurde...

Außerdem in dieser Ausgabe:
· Das Programm des neuen Präsidenten
· Außenansicht: Eine Kritik der Geschäftsführerin der niederländischen Sportjournalisten, Marina Witte
· Ehrenamt zwischen Lust und Frust: Die deutschen Vertreter in den AIPS-Spezialkommissionen

Auszeichnung: Henri-Nannen-Preis an VDS-Kollegen

Das hat es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben: Die höchste Auszeichnung der schrei-benden Presse in Deutschland ging an zwei Kollegen im Verband Deutscher Sport-journalisten. Thomas Hennecke aus der Redaktion Remscheid vom „kicker-sportmagazin“ und der Dortmunder Freddie Röckenhaus als freier Autor für die „Süd-deutschen Zeitung“ in München bekamen den erstmals vergebenen Henri-Nannen-Preis. Gewürdigt wurde ihre gemeinsame Arbeit über den Finanzskandal von Borussia Dortmund, den sie Stück für Stück durch ihre Recherche aufdeckten...








Juni 2005

Titelthema: Sparkassen, TU München und der VDS verleihen die Fair-Play-Preise 2004

Thomas Bach sprach von sachkundigen Moderatoren, prominenten Gäste und honorigen Preisgewinnern. Der „Sparkassenpreis für Sportjournalismus“, eine Veranstaltung der Technischen Universität München und des DEUTSCHEN SPARKASSEN- UND GIROVERBANDES (DSGV) in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS), wurde in Köln erneut zu einem stimmungs-vollen Event. Neben der Verleihung der Fair-Play-Trophäe des VDS an Schieds-richter Lutz Michael Fröhlich wurden die Sparkassenpreise für die besondere Redaktion des Jahres 2004 an den ZDF-Sport, für Nachwuchs an Christian Putsch (Die Welt) und der Life-Time-Award an Steffen Haffner (FAZ) verliehen...

Ulrich Kaiser nimmt Abschied von seinem Arbeitsplatz im Münch-ner Olympiastadion

Der Sitz Nummer 2, Reihe 12 im Block Z war eigentlich gar nicht schlecht. Der Sitz Nummer 2 lag ungefähr auf der Mittellinie - dort, wo man einen besseren Überblick auf Taktik und Systeme hatte als auf den Plätzen weiter unten näher zum Spielfeld. Der Platz Nummer 2 war aber wiederum nicht so weit oben, so dass man die Spieler noch gut erkennen konnte. Ein Vorteil der zwölften Reihe auf diesem Teil der Tribüne bestand darin, dass drei Reihen tiefer meistens der Reif oder der Thurnundtaxis von dem Bezahlsender saßen, und wenn man bei einem Tor nicht aufgepasst hatte, konnte man auf einem der Monitore bei denen über die Schulter die Wiederholung angucken. Es gab keinen anderen Platz im Stadion mit der Möglichkeit der Wieder-holung...

Redaktionsbesuch: Ein Tag bei der Deutschen Presse-Agentur

Der Tag danach, der Tag nach den Hauptkampftagen am Wochenende. Selbst der erlaubt kei-nen Zwischenstop zum Verschnaufen. Es ist Montag und der beginnt für die Sportredaktion bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) schon wieder zu der für Journalisten eher unchristli-chen Zeit um 8 Uhr. Weil um 9 Uhr die große Konferenz mit Chefredaktion und den Fachres-sort steigt, um die Themen-Prioritäten festzulegen – A, B, C usw. Bereits um 10 Uhr dann die Tageskonferenz des Sports mit den Außenredaktionen, um 10.30 Uhr geht die Tagesvorschau an die Kunden. Günter Deister, seit 1975 Chef des Sports bei der Deutschen Presseagentur: „Der Montag ist der entscheidende Tag. Denn Agentur ist Planung, man darf sich von nichts überraschen lassen. Und wird es trotzdem mal.“
Merke: Agentur-Journalismus wie bei dpa ist etwas für Frühaufsteher wie für späte Heimkehrer...








Mai 2005

Titelthema: Unsere Besten? – Redaktionen, Redakteure, Ranglisten

In einem Report zu Ranglisten von Redaktionen und Redakteuren zeigt Wolf-gang Uhrig, wer wie wo wen gewählt hat. Prof. Dr. Josef Hackforth von der TU München bewertet in seinem Kommentar die „Qual mit der Wahl: „Journalisti-sche Kompetenz und sportjournalistische Qualität einzuschätzen und zu be-werten sowie zusätzlich möglichst „objektiv“ und fair damit umzugehen sind ein fast unmögliches Unterfangen. Nicht nur in der Kommunikationswissen-schaft wird über Qualitätsstandards gerätselt sondern auch bei allen Jurymit-gliedern für diverse Preisverleihungen. Ist die Recherche gut und komplett, der Text oder die Sprache präzise, pointiert und verständlich, Dauer und Umfang des Beitrags angemessen, der Tenor des Berichts konstruktiv kritisch, aber stets persönlich versöhnlich? Fragen über Fragen die darin gipfeln, dass nach spä-testens einer Viertelstunde das erste Mitglied der bekannten Meinung ist, hier werden doch „Äpfel mit Birnen veglichen“!“

Neue Strukturen in der DFB-Kommunikationsabteilung

Der eine ging, der andere bleibt: DFB-Mediendirektor Harald Stenger gibt im Interview mit Hans-Joachim Zwingmann einen Ausblick auf seine Arbeit bis zur WM 2006, in der er künftig von Uli Voigt unterstützt wird. Gerhard Meier-Röhn, gerade beim DFB ausgeschieden, orientiert sich nun neu und sagte im Inter-view mit Wolfgang Uhrig: „Klinsmann ist eine Enttäuschung für mich.“

Serie: Die Sieger in den VDS-Berufswettbewerben

Ungestüm, mit wirbelnden Beinen flog er auf dem Gipfel seines Ruhmes selbst die steilsten Berge mühelos hinauf. Was damals niemand ahnte: Er raste gleichzeitig auch geradewegs dem Abgrund entgegen. Mit Marco Pantani hat der Radsport im Februar dieses Jahres auf tragische Weise einen seiner Großen verloren. Der Blick zurück auf das Auf und Ab einer unvergesslichen Karriere. Christian Biechele vom kicker-sportmagazin wurde für seine einfühlsame Rückschau „Himmelwärts in die Hölle“ mit dem 1. Preis im Feuilleton-Wettbewerb ausgezeichnet.








April 2005

Readerscan oder: Warum die Main Post der Wahrheit ein Stück näher ist

Auch Michael Reinhard mag die relativierende Sicht der Dinge am Ende lie-ber. "Readerscan liefert sehr gute Erkenntnisse, aber wir müssen ja immer noch Zeitung machen. Es wäre fatal, aus den erschütternden Ergebnissen für die Sportberichterstattung in der Tageszeitung die falschen Schlüsse zu ziehen", sagt der engagierte Chefredakteur der Main Post in Würzburg. Michael Rein-hard war der erste, der mit Herausgeber David Brandstätter und dem Schwei-zer Unternehmensberater Carlo Imboden das Readerscan-Verfahren auf die deutsche Tageszeitungslandschaft übertrug. Und sensationelle Ergebnisse zu Tage förderte, die den Sportjournalismus und die Diskussion über ihn in diesem Lande so nachhaltig beförderten wie wenig Anderes im vergangenen Jahr-zehnt. Reinhard ist zu verdanken, dass es wieder eine Qualitätsdiskussion im geschriebenen Sportjournalismus in Deutschland gibt. Das ist selbst profilierten Medien- und Kommunikationswissenschatlern so noch nicht gelungen.

Die Oscar-Nacht des VDS

Wann und wer den letzten Bitburger-Bierhahn zugedreht hat, das wusste am Morgen danach keiner mehr so genau. Jeden-falls konnte dann erst gegen 10 Uhr und mit Verspätung durch Versammlungsleiter Hans-Joachim Zwing-mann zur Fortsetzung der zweitägigen Zusammenkunft aufgerufen werden. Eine von den Delegierten aus den 21 Regionalverbänden gern entgegenge-nommene Reaktion auf nächtliche Gesprächsrunden, an denen so mancher von ihnen offensichtlich etwas mehr Freude hatte als an der mehr als zwei-stündigen Preisverteilung – einmal abgesehen von den Preisträgern.

Die nordische Ski WM in Oberstdorf setzte Maßstäbe – zeigte aber auch Gren-zen

Schon im Vorfeld spürte man das große Engagement von OK Chef Rudi Hoel-ler und Pressechef Thomas Weiß. Man wollte mit deutsch/österreichischer Gründlich-keit das Beste. Genaueste Analysen und lange Gespräche mit Beteiligten im Vorfeld der WM fruchteten. Es wurde eine perfekte Weltmeisterschaft und sie setzte Maßstäbe.








März 2005

Der Schiedsrichter-Skandal - Oder: Wahrheit ist keine Außenseiterwette

Warum wir den Job als Sportredakteur so lieben? Heute Teil 684: Weil die Weiterbildung inklusive ist. Einmal Tour de France oder Olympia reichen zum Abschluss in Sportmedizin. Und jeder Fußball-Journalist des Jahrgangs 04/05 bekommt zwei Semester Jura-Studium erlassen. Paragraph 263 StGB regelt Betrug und schweren Betrug. Dabei gibt es jeweils die Steigerungsform des „banden- und erwerbsmäßigen Betrugs“ (§ 263 (3),1 StGB). Als Krönung kämen wir zum Betrug durch eine „kriminelle Vereinigung“ (§129 StGB), was uns und einen 25-jährigen Ex-Schiedsrichter besonders interessiert, weil es nur in diesem Fall die Kronzeugen-Regelung gibt. Warum wir das alles wissen? Weil wir müssen!

Weil anders eine seriöse Berichterstattung über den „Fall Robert Hoyzer“ gar nicht möglich war. Und ist. Und sein wird. Die Aufklärung der Bestechungs-, Betrugs- und Wett-Affäre ist noch in vollem Gange.

35. Ball des Sports in Frankfurt: Abschied von Max Schmeling

Kann man am 5. Februar zum „Ball des Sports“ gehen, wenn wenige Tage zuvor mit Max Schmeling ein Fixstern des deutschen Sports erloschen ist? 2.200 Ballgäste in der ausverkauften Frankfurter Festhalle haben die Frage durch ihr Kommen beantwortet. Mit rund vierhundert Sportlern, darunter um die 90 Prozent der deutschen Medaillengewinner von Athen, war es in Zahlen belegbar ein sehr sportlicher Ball. Im Mittelpunkt der "Nacht der Sterne": Boxidol Max Schmeling.

VDS-Fotografentagung: Gute Zusammenarbeit mit den Verbänden trägt Früchte

Die Arbeitsbedingungen bei den Spielen der Fußball-Bundesliga und der Nationalmannschaft, die WM 2006 sowie die Olympischen Spiele in Turin standen im Mittelpunkt der VDS-Fotografentagung, zu der 50 Kolleginnen und Kollegen in die Frankfurter DFB-Zentrale kamen. Tom Bender und Andreas Krannich von der Deutschen Fußball-Liga GmbH (DFL) und DFB-Pressesprecher Harald Stenger standen Rede und Antwort, Gerd Graus vom OK FIFA WM 2006 informierte über den Stand der Vorbereitungen, und vom Nationalen Olympischen Komitee für Deutschland (NOK) gaben Michael Schirp, der Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, und Pressesprecher Dr. Stefan Volknant einen Ausblick auf Olympia 2006. Als dritter Fotografensprecher neben Valeria Witters und Markus Gilliar wurde Ralf Ibing gewählt.








Februar 2005

Sprungbrett Sportredaktion

„Wer Sport machen kann“, so sprach Hubert Burda in den siebziger Jahren als Chefredakteur der Zeitschrift BUNTE zu einem jungen Mann seiner Redaktion, „wer Sport machen kann, der kann alles machen !“ Und beförderte so den Sportreporter zum Ressortleiter Unterhaltung. Mag sein, dass sich der heute nur noch als Verleger tätige Burda das auch im Falle Johannes B. Kerner dachte, indem er diesen unlängst das Hochamt seines Hauses in der ARD zelebrieren ließ, die „Bambi“-Verleihung. Dazu ausersehen war ein Jahr zuvor schon Jörg Pilawa – wie Kerner gelernter Sportredakteur. Ausführliches dazu in der Februarausgabe des "VDS Sportjournalist"

Ausserdem:

„Alle Verträge müssen auf den Prüfstand.“ Interview mit dem neuen ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz (51) über Personen und Programme. Der "Sportjournalist" gratuliert und fragt: "Sportchef im ZDF – war das für Sie ein berufliches Lebensziel ?" Gruschwitz: "Nicht unbedingt. Ich ging vor acht Jahren zum ZDF, ohne vor Augen zu haben, dass ich einmal die Position des Sportchefs übernehmen werde. Auf der anderen Seite ist das sicherlich der wunderschöne Endpunkt einer beruflichen Lauf-bahn. Darüber hinaus wird es in den nächsten Jahren keine größeren Herausforderungen mehr für mich geben." Mehr in der Februarausgabe.

Und:

Die Ergebnisse der SPRINT-Studie: Schulsport als Hoffnungsträger der Bildungspolitik
Ist der Schulsport in Deutschland schlecht oder wird er schlecht geredet? Prof. Dr. Wolf Dietrich Brettschneider hatte vom Deutschen Sportbund (DSB) die Mission erhalten, dieser Frage auf den Grund gehen und stellte am 13. Dezember in Berlin erste Ergebnisse seiner Sprint-Studie vor (Sprint steht für Sportunterricht in Deutschland). Sein Zwischenfazit lieferte keine eindeutige Antwort: „Die Bewertung der Qualität des Sportunterrichts bietet keinen Grund zum Feiern, aber auch keinen Grund zum Klagen.“ Einen ausführlichen Bericht finden Sie ebenfalls im aktuellen Heft.








Januar 2005

Schwerpunktthema: Die Arbeitsbedingungen der Medien für die Fussball-WM 2006

Im Rückblick auf das Länderspiel zwischen Deutschland und Kamerun in Leipzig schreibt VDS-Vizepräsident Hans-Joachim Zwingmann über schwere Unzulänglichkeiten in den Arbeitsbereichen der Medien. Wurde im WM-Stadion nie eine Pressetribüne eingeplant?

Weil der Medienandrang im Vorfeld der WM wächst und wächst, kooperieren der Deutsche Fussballbund (DFB) und VDS immer intensiver miteinander, um etwa den Akkreditierungsbegehren möglichst gerecht zu begegnen. Auch mit der Deutschen Fussball Liga (DFL) befindet sich der VDS in einem regen Informationsaustausch: so werden die Medienrichtlinien zum Bestandteil des Lizenzierungsverfahrens.

Ausserdem im Heft:

Ein Rückblick auf den VDS-Verbandsrat im November in Halle/Saale, inklusive Fussballturnier, bunter Abend und interessanter Podiumsdiskussion über den "Fussball im Osten".

Hans-Joachim Leyenberg schreibt über die zumeist niveaulosen Fernseh-Inszenierungen von Boxveranstaltungen. Seine Forderung: "Boxen pur reicht völlig".

"Ich habe kein Problem mit Journalisten", sagt der VDS-Fairplay-Preisträger, Jürgen Klopp. Im Interview verrät der Fussballtrainer des FSV Mainz 05 auch, warum er mit dem Medienrummel um seine Person kein Problem hat.

Einen lesenswerten Beitrag über "Doping ohne Ende" hat Dr. Eberhard Müller für die Januarausgabe des sportjournalist verfasst. Lässt sich der Kampf gegen verbotene Leistungssteigerung gewinnen? Wie erfolgreich ist die WADA, die Weltagentur für Doping?









 
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