Dezember 2006

60 Jahre Sportler des Jahres – Machen wir Journalisten es Uli Hoeneß diesmal recht?
Von Oskar Beck


Zu den unausrottbaren Irrtümern gehört die Vermutung, beim Sportjournalismus handele es sich um die Ausübung eines Traumjobs im Rahmen des gehobenen Lustgewerbes. Wie abwegig dieser Gedanke ist, zeigt sich immer am Ende des Jahres: Während Millionen von Beneidenswerten, die einen anständigen Beruf erlernt haben, sich der besinnlichen Adventszeit und dem Ausfüllen der tollsten Weihnachtswunschzettel hingeben dürfen, brüten wir Griffelspitzer und Medien-fritzen zuhause über Stimmzetteln, schlagen uns die Nächte um die Ohren, zer-martern uns das Hirn – und haben die Qual der Wahl.

„Zum 60. Mal“, heißt es in der diesjährigen Einladung zur Tortur, „wählt die Fach-presse ihre Besten.“ Aber wer sind die Besten? Man denkt besser gar nicht dar-über nach, wie viele sich jedes Jahr dafür halten – und böse mit uns sind, wenn sie nur als Zweitbester enden. Oder als Dritter, igittigitt...

Das Interview des Monats mit Klaus J. Dobbratz
Der Chef der Agentur isk erinnert sich an die Anfänge der Wahl zum Sportler des Jahres, an seinen Vater, den Initiator, und an große Sieger und schlechte Verlie-rer.

Der VDS startet eine Initiative mit dem DFB und dem Fachmagazin Kicker: Zwei Ausstellungen über jüdische Fußball-Pioniere sollen dauerhaft zu sehen sein
Von Albert Mehl


Kinder des 21. Jahrhunderts mögen es ahnen, dass es schon vor Klinsi, Poldi und Schweini Fußball(er) in Deutschland gab. Ältere Semester wissen, dass auch vor dem „Kaiser“ und dem „Wunder von Bern“ mit Begeisterung dem runden Leder nachgejagt wurde. Nur wenig bekannt ist aber der Anteil jüdischer Fußballer an der Entwicklung dieser Sportart in Deutschland. „Ohne jüdische Enthusiasten wä-re Fußball wohl niemals in Deutschland so schnell populär geworden“, sagt Her-mann Simon, Direktor des „Centrum Judaicum“ in Berlin. Etwas Licht ins Dunkel gebracht hat die Ausstellung „Verdient und doch vergessen – Elf Juden im deut-schen Fußball“ im Jüdischen Museum in Berlin, die im Sommer auf einer Freiflä-che des Museums in der Lindenstraße präsentiert wurde. Daran anknüpfend läuft derzeit (bis zum 15. Dezember) im „Centrum Judaicum“ in der Neuen Synagoge in Berlin die Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden – Juden im deutschen Fußball“.

Der VDS möchte gemeisam mit dem kicker und dem Deutschen Fußball-Bund erreichen, dass die beiden Ausstellungen dauerhaft zu sehen sind.

Außerdem in diesem Heft:

· Die schönsten Bilder vom 25. Deutschen Sportpresseball in Frankfurt
· Der Fragebogen mit Rainer Kalb
· Wie ein Kieler Journalist seinen Job verlor
· Die Fußball-WM auf dem Buchmarkt








November 2006

Interview des Monats: Vom Weltmeister zum Journalismus - Der Hockey-Star Philipp Crone über Texte, Titel, Träume

„Die Deutsche Journalistenschule hat jetzt endlich auch einen Weltmeister“ heißt es auf der Homepage des Münchner Instituts. Gemeint ist Philipp Crone, genannt „Hupe“. Der 29-Jährige wurde Ende September in Mönchengladbach Hockey-Weltmeister, mit 339 Einsätzen ist er deutscher Rekord-Nationalspieler. Crone, für Rot-Weiß München in der Zweiten Liga aktiv, schreibt im Sportteil der Münchner „Abendzeitung“ regelmäßig eine Kolumne unter dem Titel „Hupes neue Welt“. Wolfgang Uhrig führte ein Gespräch mit ihm ohne „Äh“ oder „Ich sag´mal“, son-dern ausschließlich klaren Sätzen im Schriftdeutsch.


Deutsche Sprache in Not: It´s your Heimspiel – von wegen!

In Frankreich, wo sie die „Marseillaise“ mit blau-weiß-roten Wangen singen und im Musikladen eine Quote in der Landessprache Vorschrift ist, wurde nun ein Ab-leger von General Electric durch ein Gericht zu 580.000 Euro verurteilt, weil der amerikanische Konzernriese im Umgang mit den Angestellten zu viele Begriffe aus der englischen Sprache verwendet. Geklagt hatte der Betriebsrat, an den jetzt mehr als eine halbe Million zu zahlen ist. Klar, dass eine solche Nachricht Aufmacher in der Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“ ist. „Erst sprachlos – dann arbeitslos“ und dazu die Unterzeile „Wenn die Muttersprache geht, verschwin-den auch die Arbeitsplätze“.

So löblich die Wertschätzung der Muttersprache ist – die weltweite Entwicklung geht in eine andere Richtung. Bundestrainer Jürgen Klinsmann verpackte zur Fußball-WM seinen Werte-Wandel in Worte-Wandel. Mit „full speed“ im Training und „big points in den matches“. Bei der WM zeigten Volunteers den Weg zum Public Viewing, die Menschen hörten staunend das Wort „City-Dressing“. Nicht nur Professor Dr. Walter Krämer vom Verein Deutsche Sprache geht der Hut hoch, das sei „kein Zeichen von Weltoffenheit, sondern eine peinliche Missach-tung unserer eigenen Sprache und Kultur.“


Rückblick: Verbandsrat in Altensteig

Das Aus kam plötzlich und ohne Vorwarnung: In den letzten Julitagen informierte die Coca-Cola GmbH den VDS, dass der langjährige Partner nach mehr als 20 Jahren mit sofortiger Wirkung das Coca-Cola-Sportjournalisten-Taschenbuch nicht mehr herausgeben werde. Es blieb die einzige Hiobsbotschaft, die Präsi-dent Erich Laaser bei der Verbandsratssitzung im württembergischen Altensteig verkünden musste. In dreieinhalbstündiger Sitzung im Hotel Sonnenbühl votierten die Delegierten der 16 anwesenden Regionalvereine nicht nur dafür, im kom-menden Jahr wenn nötig in Eigenregie ein Nachschlagewerk für die VDS-Mitglieder aufzulegen, sondern ergänzten die Mitgliederordnung um einen Pas-sus, entlasteten den Vorstand und diskutierten engagiert und konstruktiv, so dass Laaser in abschließend bilanzierte: „In der Auseinandersetzung mit den Inhalten unserer Arbeit sind wir auf dem richtigen Weg.“


Außerdem in diesem Heft:

· Die Ausschreibungen zu den VDS-Berufswettbewerben
· Alles über die VDS-Golf-Meisterschaften in Adendorf bei Lüneburg
· Die VDS-Mitglieder wählen de ersten 30 Mitglieder der „Hall of Fame des Deutschen Sports“








Oktober 2006

Titelthema: "Präzise, unterhaltend, sensibel im Urteil" - Der Sparkassenpreis für Ronny Blaschke und die FAZ-Sportredaktion

Die Sieger beim 13. Sparkassen-Preis für Sportjournalismus heißen Ronny Blaschke und "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Im Kölner E-Werk wurden der gerade 25 Jahre alt gewordene freie Journalist aus Rostock mit dem Nachwuchspreis und die FAZ-Sportredaktion als "besondere Redaktion" ausgezeichnet. Blaschke beeindruckte die Jury durch sein breites Themenspektrum, sorgfältige Recherche und interessante Formulierungen. Die Redaktion aus Frankfurt hatte im vergangenen Jahr in der achtteiligen Serie "Doping-Szene Deutschland" ein sensibles Thema präzise und fair aufgearbeitet.
Die Moderatoren Kartin Müller-Hohenstein und Sebastian Hellmann entlockten ihren Gesprächspartnern allerlei Kritisches und Selbstkritisches zum Thema Sportjournalismus. Anschließend wurde gefeiert.

Hagen Boßdorf im Interview: "Ich habe in meinem Leben nie einen Fehler zweimal gemacht"

Der ARD-Sportkoordinator, dessen Vertrag von der ARD gerade um fünf Jahre verlängert wurde, äußert sich zu Stasi-Vorwürfen, Reue und dem umstrittenen Vertrag der ARD mit Radfahrer Jahr Ullrich.

Heribert Faßbender sagte "Tschüss allerseits!"

"Wir haben lange über das Format zum Abschied unseres langjährigen Sportchefs nachgedacht", sagte Intendant Fritz Pleitgen beim Ausstand des WDR für den ins Rentenalter gekommenen Heribert Faßbender, "und wir sind froh, ein solches Format gefunden zu haben." Dieses Format war eine Gesprächsrunde über den deutschen Sportsommer 2006. Er hatte gerufen und alle kamen, die Weggefährten waren aus vier Jahrzehnten Sportreport: Rudi Altig, Kurt Bendlin, Wilhelm Bungert, Sven Ottke, Ulrike Meyfarth, Annegret Richter, Nadine Capellmann etcetera. Auch ein starkes Fußballteam mit Günter Netzer, Siggi Held, Rolf Rüssmann, Jörg Berger, Gerhard Mayer-Vorfelder. Etcetera. Rund 300 Gäste, die einen Mann verabschiedeten, dessen Markenzeichen aus 20 Jahren als "Mister Sportschau" in der ARD das "N´ Abend allerseits" war und der nun "Tschüss allerseits" sagte.








September 2006

Titelthema: Wir und die falschen Helden: Doping und unsere Verpflichtung als Sportjournalisten

Der Radsport ist eine verseuchte Sportart. Das ist an und für sich schlimm genug. Ebenso schlimm, wenn sich das Publikum von den Protagonisten des Hochleis-tungssports an der Nase herumgeführt, vulgo: verarscht vorkommen muss. Da spielt der Hochleistungssport mit seiner Existenz. Und der Sportjournalismus mit seinen Inhalten. Im Sportjournalismus kann es konsequenterweise nur eine Positi-on geben: Gegen Doping, gegen Betrug und Manipulation.
Das wird in schwierigen Zeiten wichtiger, denn nach den Vorfällen der jüngsten Vergangenheit gehört der gesamte Hochleistungssport auf den Prüfstand. Nicht nur als Hochleistungssport an sich, sondern auch als journalistischer Gegenstand. Sportjournalisten sollten sich in dieser Situation an ihre ursprüngliche Kritik- und Kontrollfunktion erinnert fühlen. Und sich nicht in erster Linie an der Unterhaltungs-funktion orientieren, sondern die Krise des Hochleistungssports als Chance zur Umorientierung begreifen.

Interview des Monats: Roland Eitel
Der Freund und Berater des früheren Bundestrainers Jürgen Klinsmann
  • über die WM-Berichterstattung:
    „Mich wundert, dass es keinerlei inhaltliche Aufarbeitung dieser WM gibt, die ja auch für die Journalisten ein Jahrhundertereignis war. Beispielsweise über Inhalte, Art und Ablauf von Pressekonferenzen. Oder über die Auswahl von Interview-partnern und Kolumnisten.“
  •  
  • · über „Bild“:
    Unsachliche Kritik gab es auch von so genannten serösen Medien. (...) Mir ist es viel zu einfach, wenn man die vergangenen zwei Jahre auf einen Konflikt „Bild – Klinsmann“ reduziert. (...) Es liegt mir völlig fern, „Bild“ zu verteidigen. Aber alle reden von „Bild“ – und keiner spricht davon, was zum Beispiel Helmut Markwort im „Focus“ geschrieben hat.
  •  
  • · über Respekt:
    „Es ist für mich unfassbar, wie Journalisten im kleinen Kreis und auch in der Öffentlichkeit über Jürgen Klinsmann reden. Da fehlt jeder Respekt.“
Außerdem in diesem Heft:

· Wie die ARD einen Experten abserviert: Der Machtpoker um den Doping-Fachmann Hajo Seppelt
· Medienmänner mir offener Zukunft: Was wird aus den Machern der Fuß-ball-WM?
· Service: Die Ansprechpartner für Medienakkreditierungen in der Handball-Bundesliga und Deutschen Eishockey-Liga








August 2006

Titelthema: Im Wertewandel der Medien: Der Gewinner Jürgen Klinsmann und der Verlierer Jan Ullrich

Roger Repplinger über Jürgen Klinsmann und das schwierige Verhältnis zur „Bild“-Zeitung: „Die Berichterstattung über die Fußballweltmeisterschaft hatte etwas Beruhigendes. Die Wirklichkeit ist stärker und setzt sich am Ende durch. (...) „Bild“ brauchte lange, um bei der WM-Berichterstattung den Hebel umzulegen, um vom Saulus zum Paulus zu werden. Erst als es nicht mehr anders ging, die deut-sche Elf von Sieg zu Sieg eilte, gut spielte, die Zuschauer enthusiastisch feierten, da jubelte „Bild“ zähneknirschend mit. Nach Ende der WM bettelte „Bild“ darum, dass Klinsmann Bundestrainer bleibt.“

Oskar Beck über Jan Ullrich und naive Romantiker unter den Journalisten: „...In Deutschland dagegen war der einzige Kühlschrank, für den wir Journalisten uns jahrelang brennend interessiert haben, der von Ullrich. Gesucht haben wir freilich nie nach dubiosen Blutkonserven, sondern nach vor Fett triefenden Gänsen, vor denen dieser leichtlebige Genießer noch an Weihnachten, mitten in der Saison-vorbereitung, angeblich gerne kapitulierte – womit er unsere Träume vom Tour-Sieg torpedierte, sowie unsere Einschaltquoten und Auflagen...“

Interview des Monats: Hartmann von der Tann

Der frühere ARD-Chefredakteur von der Tann spricht über Fußball, Bossdorf, Sep-pelt und andere Fernsehkollegen und sagt: „Selbstdarstellung gehört zum TV-Journalisten.“

Außerdem in diesem Heft:
· Die Bilanz der Fußball-WM aus Sicht von Printjournalisten, Fotografen und der Kooerative mehrerer Regionalzeitungen unter der Federführung von „Neuer Osnabrücker Zeitung“ und „Reutlinger General-Anzeiger“
· Service: Die Ansprechpartner für Medienakkreditierungen in der Fußball-Bundesliga
· Letzter Aufruf: Anmeldung zu den VDS-Tennis- und Golfmeisterschaften im September








Juli 2006

Titelthema: Deutschland ein Ball und wir mittendrin – die Fußball-WM in den Medien

Man kann sich vorstellen, wie das war, in den Redaktionen der großen Sender vor der WM. Sicher wurde lange, lange überlegt, was man denn so machen könne zum Turnier im eigenen Land. Und weil den Redaktionen inhaltlich nicht so wirklich was einfiel, wurden einfach die Studios größer gemacht. Nun sitzen also Günter Netzer und Gerhard Delling ebenso in einem viel zu großen Studio wie die ZDF-Jungs um Johannes B. Kerner. Zu schaffen machen die endlosen Weiten vor allem Netzer, der bisweilen so hilfesuchend dreinblickt, dass man sich eine Durchsage wünscht: „Der kleine Günter möchte aus dem Studio abgeholt werden“.
Von solchen architektonischen Raffinessen einmal abgesehen, war vieles erwartbar in der ersten Woche WM....

Philipp Köster, Chefredakteur des Fußball-Magazins 11Freunde, hat für uns ferngesehen und sich durch ARDZDFPremiereRTL gezappt . Außerdem haben wir die WM-Zeitungen, -Beilagen und täglichen Sonderseiten durchgeblättert, Streifzüge durchs DFB-Pressezenztrum in Berlin und durchs IBC in München unternommen und Medienvertreter aus aller Welt nach ihren Eindrücken befragt.

Interview des Monats: Gerhard Mayer-Vorfelder

Der scheidende DFB-Präsident blickt im Gespräch mit Wolfgang Uhrig auf bewegte Jahre und sein Verhältnis zu Journalisten zurück und bilanziert: „Sie wollten meinen Skalp am Gürtel.“

Außerdem in diesem Heft:
· „Rund muss in Eckig“ – ein Podiumsgespräch der DJU mit Kollegen aus den Fußballmagazinen „11Freunde“, „RUND“ und „PLAYER“ - von Roger Repplinger
· Fußball aus der Medien-Fabrik – die Fußball-Publikationen der Medienfabrik Bertelsmann, die exklusiver Lizenznehmer der FIFA ist – von Olaf Sundermeyer
· Die Ausschreibung des Foto-Wettbewerbs zum Fußball-WM 2006 in Zusammenarbeit mit dem Kickersportmagazin. Einsendeschluss ist der 20. Juli 2006!








Juni 2006

Titelthema:

Wolkentänze, Weltuntergänge, Wechselbäder
Oskar Beck über den vorweltmeisterschaftlichen Wahnsinn in den Medien


Na also. Es geht doch. Franz Beckenbauer macht, kurz vor der WM, endlich das richtige Gesicht. Er grantelt nicht mehr, sondern ist wunschlos glücklich. Man muss nur das Werbefernsehen einschalten und sieht ihn über alle Backen so ge-nüsslich strahlen wie kurz nach dem Krieg, als er seine Suppe löffelte und mit der Zunge schnalzte: „Knorr in den Teller, Kraft auf den Tisch.“ Endlich macht er kein Gesicht mehr, als würden ihm alle, von der Stiftung Warentest bis zum Stift Klins-mann, die WM-Suppe versalzen. Endlich gibt der Kaiser seinem Volk grünes Licht zur Freude – und der DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder muss nicht länger jammern: „Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land ist was Wunderbares, doch wir Deutschen freuen uns nicht – wir nörgeln.“

Zwischendurch hat es der vorweltmeisterliche Wahnsinn wirklich bunt getrieben. Angela Merkel herself hat sich mit einem süffisanten Machtwort einschalten müs-sen und den Kaiser daran erinnern, dass die Monarchie in Deutschland seit dem Abgang von Kaiser Wilhelm ins holländische Exil anno 1918 abgeschafft ist. Was Kaiser Franz oft nicht wahrhaben will. Vom hohen Thron herab hat er wochen-lang selten einen Tag vergehen lassen, ohne so zu tun, als könne man die Zu-kunft Deutschlands in diesen Schicksalszeiten nicht dem Dilettanten Klinsmann überlassen – erstaunlicher Weise fragt im Gegenzug selten einer, ob man die mediale Zukunft Deutschlands in diesen sportjournalistischen Schicksalszeiten dem Kolumnisten Beckenbauer überlassen darf. Diese WM macht ganz Deutsch-land verrückt. Vor allem uns Griffelspitzer...


Vorsorge: VDS informiert über Details der Beitragspflicht für Rentner zur KV
Von Klaus Göntzsche


„Auch Tote zahlen“ – so lautete die Überschrift eines Artikels im „Spiegel“ der zwölften Ausgabe des Jahres 2006. Allein schon die markante Zeile schreckte auf und nach dem Lesen der ersten Absätze musste einfach der Eindruck entstehen, auf die genannten 26 Millionen Deutsche käme eine unvermeidbare finanzielle Katastrophe zu. Das grundsätzliche Thema der Beitragspflicht zur Krankenversi-cherung der Rentner (KVdR) auf betrieblich geförderte Lebensversicherungen betrifft auch die Berufsgruppe der Sportjournalisten. Wir haben deshalb die kom-petenten Personen des Versorgungswerks der Presse, der BARMER (mit 7,1 Millio-nen Versicherten ist die BEK bundesweit der Primus unter rund 250 gesetzlichen Kassen), des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) und der Deutschen Kran-kenversicherung (DKV) um ihre Stellungnahmen gebeten...

Das falsche Bild vom Sportjournalisten
Provozierende Thesen von Wolfgang Golz


Ich behaupte: Der deutsche Sportjournalismus steckt nicht in einer Krise, der deutsche Sportjournalismus leidet unter einer Wahrnehmungskrise. Die Hauptver-antwortung dafür trägt (ich vermeide das Wort Schuld) das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Dort ist der Journalismus den meisten, die auf der Mattscheibe er-scheinen, abhanden gekommen...

Außerdem in diesem Heft:
· Die Ausschreibung des Foto-Wettbewerbs zum Fußball-WM 2006 in Zu-sammenarbeit mit dem Kicker-sportmagazin
· Der Auftakt der Serie: „Die Sieger in den VDS-Berufswettbewerben 2005“ mit dem Kommentar von Christina Warta
· Boxer, Fotograf und Clown: Wolfgeng Behrendt zum 70. Geburtstag
· Alles über den AIPS-Congress in Doha/Katar








Mai 2006

Titelthema:

Fair-Play-Trophäe 2005 für Miroslav Klose:
Auszeichnung für „selbstverständliche Geste“
Von Hans-Joachim Zwingmann

Eine nicht alltägliche Handlung auf den Schauplätzen der Fußball-Bundesliga ist vom Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) belohnt worden. Miroslav Klose von Werder Bremen hat die von der SPARKASSENFINANZGRUPPE gestif-tete Fair-Play-Trophäe des VDS für 2005 erhalten. Der Nationalspieler hatte am 30. April des vergangenen Jahres durch seine Ehrlich- und Redlichkeit beim Bundesligaspiel der Bremer gegen Arminia Bielefeld dafür gesorgt, dass FIFA-Schiedsrichter Herbert Fandel eine in der 28. Spielminute zu Gunsten der Bre-mer getroffene Elfmeterentscheidung zurücknahm.


VDS-Hauptversammlung in München: Bruchstellen in unserer Allianz
Von Wolfgang Uhrig

Allianz – setzen wir das Wort aus gegebenem Anlass an den Anfang. Allianz übersetzt der Duden mit Bündnis. Und als solches gedacht ist eigentlich auch der Verband Deutscher Sportjournalisten. Doch als sich nun das Präsidium und die Delegierten aus den erstmals seit langem wieder komplett angetretenen 21 Regionalverbänden am 20. März in der Münchner Arena des FC Bayern und des TSV 1860 trafen, wurden ausgerechnet unter dem Dach der „Allianz“ Bruchstellen in der Vereinigung unseres Berufsstandes deutlich.

Außerdem in diesem Heft:
  • Die Sieger in den VDS-Berufswettbewerben (Print-, Hörfunk- und TV-Preise)
  • Die Peinlichkeit einer Schlagzeile in der „tz“
  • Das Symposium „Fußball unterm Hakenkreuz“
  • Die Marler Tage der Medienkultur









April 2006

Titel: Die Sportfotos des Jahres

Die Qual der Wahl hatte die Jury beim Wettbewerb „Kicker ehrt: Das Sportfoto des Jahres“: So viele Einsendungen wie noch nie und eine herausragende Qualität der Arbeiten wollten bewertet werden. Den Hauptpreis gewann die 28-jährige Nadine Wolthusen mit ihrem packenden Zweikampf-Fußball-Foto „Voller Einsatz“, erfolgreichster Preisesammler war Matthias Hangst mit drei Auszeichnungen. Alle preisgekrönten Fotos im Heft.

Thema: 120 Jahre Sportjournalismus in Deutschland - Anmerkungen zum fünften Ressort
von Dr. Christoph Fischer

Keiner weiß, wo die Reise für den deutschen Sportjournalismus hingeht. Auch dem Hamburger Kommunikationswissenschaftler Siegfried Weischenberg, früher selbst Sportjournalist in Wuppertal, fehlt die Phantasie, sich das vorzustellen. Das jüngste klassische Ressort der Tageszeitung vor einer ungewissen Zukunft?
Am 23. Mai ist es 120 Jahre her, seit es den Sportjournalismus in Deutschland gibt. 120 Jahre mehr oder weniger erfolgreiche Existenz eines Ressorts, das sich seit den Anfängen in den „Münchner Neuesten Nachrichten“ als zukunftsfähig erwies, unterbrochen nur durch das Dunkel des nationalsozialistischen Terror-Regimes. Das Sportressort lebt. Trotz aller kritischen Anmerkungen und Tendenzen.
Aber: Die Probleme haben sich verschärft. Es geht um Zukunftssicherheit. Um Standpunkte. Sportjournalismus hat auch im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 keinen werbenden Charakter. So wenig wie vorher. Auch keinen erzieherischen Auftrag. Aber kritische Kultur? Fehlanzeige. Behaupten nicht nur die Kritiker sondern die Kritisierten selbst. Nicht zu Unrecht. Gibt es doch in Sport und Sportjournalismus weiter unzählige Indikatoren für kritische und zu kritisierende Entwicklungen. Wie in der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft...

Rückblick: Olympia Turin 2006

Der sportjournalist hat 16 Olympia-Berichterstatter nach ihren Eindrücken befragt, das Fazit: Über eine solide Drei kam Turin nicht hinaus, zu massiv waren die Beeinträchtigungen für die Journalisten vor allem bei Unterbringung und Transport. Die einzelnen Bewertungen im Heft.

Außerdem zu diesem Thema:
· Das Interview des Monats mit AIPS-Präsident Gianni Merlo
· Von journalistischen Slalomfahrern zu gradlinigen Abfahrern: Der Doping-Skandal in den österreichischen Medien, von Jürgen Preusser (Kurier Wien)








März 2006

Titelthema: Olympia zwischen Frust und Freude

Eine gute Nachricht vorab: Bei Redaktionsschluss war Halbzeit bei den und noch kein Reporter im Schnee versunken oder im Eis erfroren! Nach unserem Wissensstand hatten auch alle den Tatzelwurm aus engen Kurven hinauf zu den versprengten Bergdörfern abseits von Turin ohne Unfall überstanden, ebenso hatte niemand seine Papiere verloren – stattdessen aber alle jede Menge Nerven! Die nicht abgebaute Kletterwand in der zum provisorischen Olympia-Pressezentrum umgebauten Fitnesshalle von Sestriere stand da für eine gewisse Symbolik: Als Berichterstatter hätten man hier bisweilen in die Luft gehen können!
Von Schlammcatchen für Fortgeschrittene an der Bobbahn und heimlichen Treffen an der Mülltonne berichten Wolfgang Uhrig und Ute Maag.

Blattmacher als Plattmacher? Sportjournalismus durch "Outsourcing" bedroht
Von Klaus Meßenzehl

Wie ist es hierzulande bestellt mit journalistischer Freiheit? Insbesondere unter dem Aspekt zunehmender Auslagerung von Redaktionen aus Verlagsunternehmen verbunden mit zum Teil erheblichen finanziellen Einbußen für die Redakteure. Wie sieht es aus mit der Unabhängigkeit von Journalisten, wenn sie wirtschaftlich so abhängig werden, dass offene Kritik (und sei sie noch so berechtigt) den ohnehin schon schlecht bezahlten Arbeitsplatz gefährdet?

Verlage brauchen wirtschaftlichen Erfolg - nicht zuletzt im Interesse der Beschäftigen und damit auch freier Journalisten, die ihren Lebensunterhalt ohne Festanstellung bestreiten. Dass es diese Gruppe unseres Berufsstandes mittlerweile besonders schwer hat, steht außer Frage - zurückgefahrene oder zumindest eingefrorene Redaktionsetats haben den zu verteilenden Kuchen neben immer mehr Konkurrenz, auch durch ehemals festangestellte Journalisten, zumindest nicht größer werden lassen. Inzwischen aber erfasst die Sparpolitik vieler Verlage auch immer mehr Redakteure - "Outsourcing" scheint ein beliebter Weg zu werden, Kosten zu senken auf Kosten der Redaktion.

Interview des Monats:

Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Eintracht

Weitere Themen:

Leser-Reaktionen auf die Berichterstattung über das Sportnetzwerk im Sportjournalist 02/2006
Das Medientraining der Deutschen Sporthilfe
Der Berliner Jour fixe








Februar 2006

Der VDS im Pro und Contra

Am 15. Dezember 2005 hat der Berliner Sportjournalist Jens Weinreich an ca. 40 Kolleginnen und Kollegen eine Mail geschickt mit dem Betreff: "Gemeinsamer Austritt aus dem VDS". Weinreich hat danach eine Internetseite ins Leben gerufen (www.sportnetzwerk.org), auf der viele Stellungnahmen zum Thema VDS, aber auch zum Thema Sportjournalismus in Deutschland zu finden sind. Weinreich fordert eine intensive Diskussion über den Berufsstand der Sportjournalisten - im sportjournalist erläutert er seine Vorwürfe an den VDS.

Hans Wilhelm Gäb, der Vorsitzende der Deutschen Sporthilfe und seit vier Jahrzehnten VDS-Mitglied, begrüßt die entstandene Diskussion, kontert aber auch: "Was haben die "Aufständischen" getan, um ihren Meinungen und Überzeugungen innerhalb des VDS auf demokratischem Wege Gehör zu verschaffen?" Gäb stellt die Frage, "warum sich die "Netzwerker" nicht als kritische und mahnende Gruppe innerhalb des VDS formieren? Ich glaube, für den Berufsstand des Sportjournalisten würden sie dort mehr bewirken können als in der Position von Dissidenten."


Das Interview des Monats
mit Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble ist viel beschäftigt: In sein Ressort fällt auch der Sport, und mit Olympischen Spielen und Fußball-WM stehen zwei Großereignisse vor der Tür. Abends um sechs hat er sich dennoch Zeit für ein Gespräch mit dem sportjournalist genommen - über Olympia, Doping und die Medien. Seine These: "Sportler haben es besser als Politiker."


Außerdem in dieser Ausgabe:
* Ein Rückblick auf die Sportler-des-Jahres-Gala in Baden-Baden
* Eine neue Folge der Serie "Recht und Gesetz"
* Die Ausschreibung des Sparkassenpreises für Sportjournalismus








Januar 2006

Titelthema: Das Fernsehen - der Spielmacher im Sport
Von Roger Repplinger

Sport und Fernsehen - das ist eine ganz besondere Beziehung. Es geht es um Einfluss und Geld. Der Sport beeinflusst das Fernsehen und verdient daran, die Medien beeinflussen den Sport und verdienen daran.

Das Fernsehen kauft Rechte an Sportveranstaltungen. Wie viel Recht hat das Fernsehen damit gekauft, den Sport zu verändern? Sind die Sportverbände noch die Herren ihrer Sportarten oder werden ihnen von den Sendern die Regeln diktiert? Wie viel Einfluss hat der Sport aufs Fernsehen? Ist das Fernsehen eine Instanz, die das Interesse des Zuschauers durchsetzt? Aller Zuschauer? Ist der Sport unter dem Einfluss des Fernsehens moderner geworden?

Diesen Fragen ist der Autor nachgegangen. Beispiele für Veränderungen einzelner Sportarten durch den Einfluss der übertragenden Sender hat er zuhauf gefunden: Vom Skispringen und Nordischer Kombination über Langlauf und Biathlon bis Basketball und Tischtennis. Funktionäre gehen mit ihren Sportarten zum Schönheitschirurgen, lassen Fett absaugen, die Brust vergrößern, die Nase richten, die Lippen ein bisschen voller machen, die Falten um den Mund und die Ringe unter den Augen entfernen. Damit das Fernsehen sie hübsch findet...

Außerdem im neuen Heft:
* Oliver Bierhoff zieht eine Zwischenbilanz zur Zusammenarbeit mit den deutschen Journalisten
* Der Kommunikationswissenschaftler Siegfried Weischenberg bemängelt im Interview schlechtes Deutsch in der Sportberichterstattung
* Olympia: Tipps für akkreditierte Journalisten und alle Turin-Fahrer auf einen Blick









 
Sie sind nicht angemeldet.

Mitgliedsnummer

Kennwort




Ich habe mein Kennwort vergessen


 
Suchbegriff


Verband Deutscher Sportjournalisten
Unsere Partner:
Coca ColaBitburger
ContinentalPostbank
DaimlerAllianz Manfred Sack
Verband Deutscher Sportjournalisten e.V. (VDS) - Wilhelmstr. 12 - D-68259 Mannheim - Telefon: 0621-67180760 - Fax: 0621-67180761