Dezember 2007

Titelthema:
Monet oder Godet - Heiner Brand oder Sylvia Neid?
Von Oskar Beck

“Die kniffligste Frage, die Günter Jauch und Jörg Pilawa in ihrem gefürchteten Pisa-Test und Millionen-Quiz im deutschen Bildungsfernsehen stellen könnten, ist die: Welcher Beruf ist am gefährlichsten a) Dachdecker, b) Hochseilartist oder c) Bombenentschärfer? Die richtige Antwort ist: d) Sportjournalist. Warum dieser noch in seinen lustigen Gründerjahren geradezu vergnügungssteuerpflichtige Traumjob mittlerweile in den Bereich der halsbrecherischen Risikogruppen abge-stürzt ist, zeigt sich immer gegen Ende des Jahres, wenn die Pflicht zur Gratwan-derung ruft in Form der Gewissensfrage: Wer taugt zum „Sportler des Jahres“ – also in puncto Leistung, Haltung und Charakter zur Persönlichkeit? Zum 61. Mal dürfen wir Sportjournalisten die Besten wählen. Aber wer sind die Besten?“
Das fragt sich unser Autor und macht sich auf die Suche, immer begleitet von der Gewissheit des Scheiterns:
„Noch nie war das Vergnügen, auf diese Frage eine Antwort zu finden, so zwei-felhaft wie zur Zeit, weil man nicht mehr sicher sein kann, ob man den Besten wählt oder nur den, der am besten bescheißt - und selbst wenn man bei diesem Drahtseilakt Glück hat und die Strolche und Spitzbuben wittert, bleibt angesichts der Sauberen und Tadellosen immer noch das Problem, aus vielen Gleichwerti-gen einen Sieger herauszuwürfeln und dem Vierten erklären zu müssen, warum es aufs Treppchen nicht gereicht hat. Oder sagen wir es mit dem berühmten brasilianischen Fußballtrainer Carlos Alberto Parreira, der einmal rhetorisch frag-te: „Wer ist besser – Monet oder van Gogh?““

Interview des Monats:
Fritz Pleitgen: „Das geht an die Menschenwürde“
Von Wolfgang Uhrig

Fritz Pleitgen (69) erfüllte seine ersten journalistischen Aufgaben als freier Mitar-beiter für Sport der Freien Presse Bielefeld, Lokalausgabe Bünde. Bei der Freien Presse volontierte Pleitgen 1959, wurde danach dort auch Redakteur für Sport, Reportagen und Politik. 1963 kam Pleitgen zum Westdeutschen Rundfunk. Von 1988 bis 1993 war Fritz Pleitgen WDR-Chefredakteur Fernsehen, 1994 WDR-Hörfunkdirektor, von 1995 bis zum 1. April 2007 WDR-Intendant. Im Rückblick klagt er über „rotzigen Stil“ und die Kritik an Sportlern.

Außerdem in diesem Heft:
· Medien: Ein kluger Konter der Kollegen – wie die Journalisten auf den Dortmunder Medienboykott reagierten
· Medien: Der erste Medienworkshop der DFL
· Intern: Die Ausschreibungen zu den VDS-Berufswettbewerben 2007








November 2007

Titelthema:
Michael Ballack und die Medien – ein „Thema von Bedeutung für den ganzen Sportjournalismus“
Von Erik Eggers


Das Thema ist heikel. Viele Fußballjournalisten geben bereitwillig Auskunft darüber, mit welchen Schwierigkeiten die Berichterstattung über Michael Ballack angeblich verbunden ist. Bunte Geschichten werden erzählt, Anekdoten am Rande. Von Einstweiligen Verfügungen wird berichtet, im Falle von Zuwiderhandlungen sollen Strafen in Höhe eines fünfstelligen Eurobetrages angedroht worden sein. Zitiert werden wollen die meisten jedoch nicht – obwohl sie durch ihre tägliche Arbeit nur zu genau wissen, dass ein flottes Zitat und ein klares Bekenntnis eine Geschichte erst richtig würzen. Die Kollegen fürchten, in Zukunft noch größere Probleme zu bekommen...

Interview des Monats:
Jens Lehmann: „Sie haben versucht, mich fertig zu machen“
Von Wolfgang Uhrig

Die Außenansicht von des Nationaltorwarts zu seinem früheren „Schnösel-Image“, zur Benotung seiner Leistungen, zu Unterschieden zwischen deutschen und englischen Zeitungen und zu Macht und Methoden der Medien: „Ein Presseboykott durch eine Mannschaft ist eigentlich Quatsch.“

Die Fußball-Bundesliga und die Kooperation mit Kirch: Konsequenzen für Kollegen
Von Rainer Kalb

Leo Kirch ante Portas: Da war das Medienecho gewaltig. Die Liga muss für sich klären, weshalb sie wieder mit einem Mann zusammenarbeitet, der sie vor fünf Jahren an den Abgrund geführt hat. Gebranntes Kind scheut das Feuer, sagt der Volksmund. Während sonst die Entscheidungen meist einstimmig fallen, gab es sieben Enthaltungen und eine Gegenstimme, und es wurde innerhalb der Liga süffisant gefragt, ob der FC Bayern wieder einen Sondervertrag mit Kirch abschließe – was den Bayern-Vorsitzenden Rummenigge richtig zornig machte. Die Liga muss für sich klären, weshalb es Interessen gab, solch einen weitreichenden Beschluss in geplanten 90 Minuten durchzupeitschen und weshalb es keine Ausschreibung gab. Und die Liga muss mit dem Kopfschütteln leben, welches die Nachricht auslöste, dass die Bürgschaften noch nicht einmal gesichert sind. Aber auch wir Sportjournalisten müssen uns ein paar Fragen stellen....

Außerdem in diesem Heft:

Medien: Chinas Verständnis von Pressefreiheit – alles ein Missverständnis?
Fortbildung: Olympia-Seminar an der Evangelischen Akademie Bad Boll im Januar 2008
Intern: Die Ausschreibungen zu den VDS-Berufswettbewerben 2007








Oktober 2007

Titelthema:
Vor den Verhandlungen um die Übertragungen aus der Fußball-Bundesliga: Das Ringen um die Rechte
Von Rainer Kalb

Egal, ob der neugewählte Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Fußball Liga Christian Seifert oder der neue Premiere-Boss Michael Börnicke: Niemand hatte Lust, in der momentanen Situation dem sportjournalist für ein Interview über die Vergabe der TV-Rechte im Profifußball ab der Saison 2009/10 zur Verfügung zu stehen. Das ist wahrscheinlich nicht als Missachtung unseres Berufsstandes zu verstehen. Das deutet nur darauf hin, dass die Verantwortlichen vor einem heißen Herbst stehen, in dem in der Liga die Angebotspakete geschnürt werden, und niemand vor Bekanntgabe aus der Deckung will, um keinen Raum für Interpretationen zu lassen, die teuer werden könnten... Die Rummenigges dieser Welt wollen mehr Geld ohne mehr Leistung. Die EU will viele Ausschreibungen, um ein Monopol zu verhindern. Das Kartellamt hat ein Monopol zementiert, indem es arena massiv dazu bewegt hat, das Handtuch zu schmeißen. Die Sponsoren wollen Reichweite. Die Fans wollen die ARD-Sportschau um 18.30 Uhr. Die Fans wollen Stars. Die Fans wollen billige Eintrittspreise. Und, und, und...

Rainer Kalb hat eine Bestandsaufnahme der verschiedenen Interessen zusammengetragen und blickt über die Grenzen Deutschlands hinaus auf die Situation in England, Spanien, Frankreich und Italien. Und er hat dann doch noch einen gefunden, der offen Rede und Antwort stand: Steffen Simon, den Fernsehsportchef des WDR. Er sagt über die ARD-Sportschau: „Wir sind das Volksprodukt!“

Intern:
Rückblick auf den Verbandsrat in Saarbrücken
Von Heinz Fricke und Carsten Harms

Bekanntlich wird wenig so heiß gegessen wie es gekocht wird. Und wenn nicht alles täuscht, gilt diese Binsenweisheit auch für das zentrale Diskussionsthema der VDS-Verbandsratssitzung in der Saabrücker Hermann-Neuberger-Sportschule: Die neuen Presseausweise, die – Zitat Präsident Erich Laaser – den Verband deutscher Sportjournalisten künftig in die „erste Liga“ jener Institutionen einreihen, die in Abstimmung mit den Richtlinien der Innenministerkonferenz der Länder den Presseausweis ausstellen dürfen. „Bei mir war bis jetzt noch kein faules Ei dabei“, sagte VWS-Geschäftsführer Klaus Göntzsche im Verlauf der Debatte – ein wohl verbindlicher Hinweis darauf, dass die Vorgaben bisher durchweg begriffen und akzeptiert wurden.
Die mit der Prüfung der Anträge befassten Regionalvereine werde keinem VDS-Mitglied den neuen Presseausweise verweigern, das journalistisch aktiv ist. Ohnehin gibt es Anzeichen dafür, dass längst nicht alle VDS-Mitglieder den neuen Ausweis beantragen werden. Göntzsche: „Von unseren über 700 Mitgliedern im VWS haben sich erst etwa zehn Prozent gemeldet.“

Interview des Monats:
Dirk Feldmann, VDS-Anwalt
Von Ute Maag

Dirk Feldmann (52) ist Rechtsanwalt in der Hamburger Kanzlei Unverzagt von Have und Spezialist für Urheberrecht, Medienrecht und Arbeitsrecht. Seit Juli berät der langjährige Justiziar der Fotografen-Organisation Freelens auch das VDS-Präsidium und alle Mitglieder in Rechtsfragen, die ihre journalistische Tätigkeit betreffen. Der Jurist erzählt von seinen ersten „Fällen“, spricht über Verträge, Honorare und Persönlichkeitsrechte und rät dringend: „Mündliche Aufträge sollte man immer schriftlich bestätigen.“

Außerdem in diesem Heft:

· Medien: Die Arbeitsbedingungen bei Turn-WM, Ruder-WM und bei den Fußball-Länderspielen in England und Wales
· Medien: Die Ausschreibung zum Laureus-Award 2007
· Intern: Das Antragsformular für den AIPS-Ausweis 2008/2009








September 2007

Titelthema:
Frauen im Sportjournalismus
Von Wolfgang Uhrig

Die Zeiten haben sich geändert, Frauen haben stark aufgeholt, sie stehen im Sportjournalismus nicht mehr im Abseits. Eine Reihe von Kolleginnen, denen nicht nur Fußball-Trainer Otto Rehhagel eine Rolle als Reporter im Fußball nicht zutraute, haben längst für eine leise Revolution in Redaktionen gesorgt. Dies ist das Er-gebnis einer Studie von Michael Schaffrath von der TU München zur Wahrnehmung von Frauen in der Sportberichterstattung im Fernsehen.
Zum Beispiel Frau Töpperwien, seit sieben Jahren schon Hörfunk-Sportchefin beim Westdeutschen Rundfunk und etabliert als Live-Reporterin der Fußball-Bundesliga. Oder Monica Lierhaus, immer mehr das Gesicht der ARD-Sportschau und des NDR. Schließlich auch die vielseitige Kristin Otto an der Spitze einer charmanten ZDF-Offensive. Sie alle haben als Frontfrauen das starke Geschlecht verdrängt. Und nur noch Geschichte ist Carmen Thomas, die mit dem Lapsus „Schalke 05“ als Moderatorin im ZDF-Sportstudio einst so grandios gescheitert war.
Moderatorinnen haben sich nach Schaffrath im Gegensatz zu den Kommentatorinnen in sämtlichen Fernsehsportarten längst erfolgreich etabliert. Im Printbereich des deutschen Sportjournalismus haben es die Frauen im Vergleich zu den elektronischen Medien aber erheblich schwerer, auf der Karriereleiter nach oben zu kommen.

Service:
Der Presseausweis löst den VDS-Ausweis ab
Von Ute Maag

Am 1. Januar 2008 ist es so weit: Der Presseausweis löst den VDS-Ausweis ab. Wer ihn bekommt, wie man ihn beantragt, steht in der Septem-ber-Ausgabe des sportjournalist, ebenso das zweiseitige Antragsformular.

Interview des Monats:
Marcel Grzanna, sid-Korrespondent in der Olympiastadt Peking
Von Ute Maag

Seit Mai 2007 berichtet Marcel Grzanna, vorher Leiter der Berliner sid-Redaktion, als Korrespondent und freier Journalist aus der Olympiastadt. Im Interview be-schreibt er seine Eindrücke und erklärt, was auf die Kolleginnen und Kollegen, die im kommenden Jahr von Olympia berichten werden, zukommt. Seine wichtigsten Erkenntnisse: „Recherchen bringen meist nicht das Ergebnis, das man sich erhofft“, und: „Man braucht viel Flexibilität und Geduld.“

Außerdem in diesem Heft:

· Medien: Das Aus für arena und die Folgen: Reporter als getriebene Hunde
· Intern: Das VDS-Sportfest wurde mangels Teilnehmern abgesagt, der Verbandsrat findet aber dennoch statt. Ergänzt wird das Programm durch eine Podiumsdiskussion am Montag um 17.30 Uhr.
· Intern: Alles über die VDS-Golfmeisterschaften in Bad Wörishofen








August 2007

Titelthema:
Tour de Farce
Von Christoph Fischer, Sebastian Moll, Wolfgang Uhrig und Ute Maag


Die Tour de France versinkt im Doping-Sumpf, ARD und ZDF steigen live aus dem Sattel, Sat1 sprintet in die Lücke – und Eurosport feiert Rekordquoten mit seiner althergebrachten Berichterstattung, die auf radelnde Fahrer fokussiert und Tes-tosteronpflaster oder Blutbeutel nur zum Randthema macht. Radsport-Korresoondent Sebastian Moll hat im Journalistentross nach internationalen Re-aktionen gefragt, Wolfgang Uhrig beleuchtet die Kommentrae in deutschen Medien und Roman Bonnaire, ARD-Teamchef Radsport, erläutert im Interview des Monats die Beweggründe und Folgen der Entscheidung der Öffentlich-Rechtlichen, die Live-Berichterstattung zu stoppen und durch ein Hintergrund-Magazin am Abend zu ersetzen.

Medien:
Ausbildung zum Sportjournalisten – die Hackforth-Schule
Von Robin Halle

Keiner hat soviel Power, keiner ist so hart, keiner so gut: Medien-Professor Josef Hackforth (58) verrät dieser Tage, dass er noch fünf Jahre angehende Sportjour-nalisten ausbilden möchte und sich dann in den Ruhestand verabschie-det. Wahrscheinlich hat kein anderer Professor so viele Studenten in den Sport-journalismus geschickt wie er. Zwischen 1989 und 2000, Hackforths bester Zeit am Institut für Sportpublizistik an der Kölner Sporthochschule haben mindestens 40 Studenten gut bezahlte, fest angestellte Jobs bei großen Medienunternehmen bekommen. Vielleicht auch mehr...

Medien:
Schlusspfiff in der Arena
Von Wolfgang Uhrig


„Der Letzte macht dann das Licht aus.“ Lakonisch kommentiert so Günter Koch den Abend des 31. Juli. An diesem Tag ist nicht nur Schluss für den Reporter Koch, sondern auch für insgesamt rund 100 Mitarbeiter beim kleinen Münchner TV-Sender arena. Nach diesem Montagabend und mit dem Freundschaftsspiel des FC Bayern München beim 1. FC Köln gibt arena seine Fußballrechte weiter an Premiere. Zum Bundesligastart ab 10. August sitzen wieder die Reporter um Marcel Reif in der ersten Reihe. So will es die Allianz, die Unitymedia, der Mutter-konzern von arena, und Premiere geschlossen haben.

Außerdem in diesem Heft:

· Service: Die Ansprechpartner für Medien-Akkreditierungen in der Hand-ball-Bundesliga und Deutschen Eishockey-Liga
· Intern:Alles zum VDS-Sportfest in Saarbrücken und zu den VDS-Tennismeisterschaften im Robinson-Club Fleesensee
· Serie: Tour de France-Stimme Herbert Watterott über sein Leben ohne Tour und Teufelslappen








Juli 2007

Titelthema:
Radfahrer und Reporter – das große Outing zum Doping
Von Wolfgang Uhrig


„Einen guten Journalisten“, so hat uns der große Kollege Hanns-Joachim Fried-richs hinterlassen, „erkennt man daran, dass er Distanz zum Gegenstand seiner Betrachtung hält. Dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten – dass er immer dabei ist, aber nie dazu gehört.“ Viele von uns müssen sich jetzt Fragen stellen zum Thema „Ware und wahrer Journalismus“. Weil wir gedopte Helden bewundert und gefeiert haben. Falsche Helden des Sports. Die Mitglieder des VDS wählten Jan Ullrich 1997 und 2003 zum „Sportler des Jahres“. Sein Team Telekom wurde 1997 „Mannschaft des Jahres“. Beide zu-sammen bekamen den „Bambi“, den Medienpreis eines großen deutschen Ver-lagshauses. Alle wurden sie durchs Land gereicht, auf jeder nur möglichen Bühne umjubelt. In einer allgemeinen, nationalen Euphorie wurde einfach unter den roten Teppich gekehrt, was das Publikum wohl nicht hören oder lesen wollte.

Es war dies der Humus für ein Klima, das die ehemalige TV-Ikone Hanns-Joachim Friedrichs stets als Verbrüderungsjournalismus unter Sportreportern so streng ver-urteilt hat. Ein Miteinander, in dem Medienmenschen mehr Schulterklopfer sind als Fragesteller. Die überwiegende Mehrzahl unter uns verschloss die Augen, wo eine Minderheit von andersdenkenden Kollegen immer wieder kritisch darauf hinwies, dass die Resultate der Radler nicht allein mit Durchhaltevermögen und Training zu erklären seien. Der eine oder andere wusste, was wirklich abging. Und reihte sich dennoch ein in das „Kartell des Schweigens“.

Das Interview des Monats:
Dr. Hans Halter
Von Klaus Blume


Dr. Hans Halter, Jahrgang 1938, arbeitete zunächst als Arzt, ehe er 30 Jahre lang als Autor und Reporter für den SPIEGEL tätig war. Er berichtete ebenso über Herz-transplantationen wie über den Untergang der DDR - und schon vor 27 Jahren überaus fachkundig und exklusiv über Doping. Halters Enthüllungen über die Praktiken im Radsport und in der Leichtathletik gelten noch immer als wegwei-send. Er sagt: „Sportjournalisten haben es immer gewusst.“

Außerdem in diesem Heft:

· Medien: Wie Benno Neumüller dem Tischtennissport zu mehr Medienprä-senz verhelfen will
· Serie (Teil 3 und Schluss): „Die Sieger in den VDS-Berufswettbewerben 2006“ mit dem Sieger im Großen Preis, Maik Großekathöfer und seiner Spiegel-Reportage „Bauch, Beine, Tod“
· Rückblick: Der 70. AIPS-Kongress in Bregenz/Österreich
· Intern: VDS-Tennismeisterschaften im Robinson-Club Fleesensee








Juni 2007

Titelthema:
Manndecker für die Medien – Die Medienverantwortlichen der Fußball-Bundesliga
Von Wolfgang Golz

Wie viel wissen wir wirklich, was sich bei den Clubs hinter schalldichten Türen ab-spielt? Oder in den Kabinen der Fußball-Bundesliga? „Die Journalisten wissen weniger, als sie denken“, sagt Harald Stenger, Mediendirektor beim Deutschen Fußball-Bund. Das klingt ernüchternd. „Wirklich gut informierte Journalisten, die sich täglich mit dem FC Bayern beschäftigen – na, mancher weiß schon 40 bis 60 Prozent, je nach Klasse“, sagt Markus Hörwick, Mediendirektor beim FC Bayern München. Das klingt schon tröstlicher.

Der Journalist als Pressesprecher oder Mediendirektor ist in der Bundesliga heute eher die Regel – 13 von 18 haben zuvor berichtet, ehe sie selbst den Stoff für Be-richte lieferten. Ob als Schreiber, Rundfunk- oder Fernseh-Reporter. Und die Ver-eine wissen, warum sie an der Schnittstelle von Innenleben und Öffentlichkeit auf Journalisten setzen: Journalisten wissen am besten wie Journalisten „ticken“, wie man ihnen Hinter- oder Vordergründiges möglichst mundgerecht serviert oder ihnen die Arbeit erleichtert. Denn es hat noch nie geschadet, ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen...

Das Interview des Monats:
Albrecht Schmitt Fleckenstein
Von Klaus Smentek

Der arena-Sportchef zieht Bilanz nach einem Jahr Bundesliga und findet: „Jürgen Klopp würde gut zu passen. “

Medien:
Eine vierte Sport-Tageszeitung für Italien, in Deutschland schlittern RUND und die sportzeitung in die Krise
Von Henning Clüver und Wolfgang Uhrig

Wenn ein Mann morgens in Italien in die Kaffee-Bar kommt, interessieren ihn drei Dinge: ein starker Caffè (wahlweise ein Cappuccino), ein Butterhörnchen (Brio-che oder Cornetto) - und die Sporttageszeitung. Die ist rosa eingefärbt, jeden-falls wenn es sich um die Gazzetta dello Sport handelt, ein wenig abgegriffen und liegt meist offen aufgeschlagen auf der Kühlbox für das Speiseeis. In Italien bestimmen drei Sportzeitungen pro Tag schon seit Jahrzehnten die Zeitungsland-schaft. Die älteste (Gründungsjahr 1896) ist auch die größte: die Gazzetta dello Sport (Mailand, rund 370.000 verkaufte Exemplare täglich). Dazu kommen Corrie-re dello Sport/Stadio (Rom, 220.000) und TuttoSport (Turin, 110.000) – und seit dem vergangenen März sind es nun vier: Dieci (Zehn) ist dazu gekommen. Kann das gut gehen?

In Deutschland jedenfalls nicht: Hier droht gerade das Aus für die sportzeitung aus dem Hause Deutscher Sportverlag, nachdem der Olympia-Verlag sein ambi-tioniertes Experiment mit dem Magazin RUND beendet hat.

Außerdem in diesem Heft:

· Teil 2 der Serie „Die Sieger in den VDS-Berufswettbewerben 2006“ mit Regi-onalsport-Preisträgerin Christina Warta
· Ich über mich: Tom Bender
· Intern: VDS-Golfmeisterschaften in Bad Wörishofen und VDS-Herbstsportfest in Saarbrücken








Mai 2007

Titelthema:
Fußball mit den Ohren sehen – Die Hörfunk-Konferenz der Fußball-Bundesliga
Von Wolfgang Uhrig

Ein Mann sitzt in einem schalldichten Glaskasten und wartet. Sein vielleicht 20 Quadratmeter großer Raum ist vollgestopft mit Medientechnik. Um ihn herum flimmert es bunt aus kleinen leuchtenden Lämpchen Im Blickfeld sind sieben Flachbildschirme für jede Menge abrufbare Informationen, rechts daneben eine breite Tischplatte, auf der mit der Sorgfalt eines Buchhalters Nachrichten aufgeklebt sind. Und davor laufen stumm die Fernsehbilder von arena.

Es ist exakt 15.04 Uhr an diesem Samstag in München, im Anschluss von „Nachrichten und Wetter“ sehen wir Christoph Deumling bei der Arbeit, den Moderator in einem Studio des Bayerischen Rundfunks (BR). Der BR gehört zum Verbund von neun ARD-Anstalten, die mit „Heute im Stadion“ eine der vielleicht populärsten Radiosendungen in Deutschland produzieren. Kein Krimi kann spannender sein als diese Präsentation von knapp drei Stunden Fußball, wie sie sich vor über 40 Jahren die legendären Sportchefs Kurt Brumme (Westdeutscher Rundfunk) und Fritz Hausmann (Bayerischer Rundfunk) ausgedacht haben.


Die Künstlersozialkasse soll durch ein neues Gesetz saniert werden: Gerechte Beiträge für freie Journalisten
Von Joachim Wehnelt


Unter den Sozialkassen Europas ist die Künstlersozialkasse einzigartig. Freiberuflich tätige Künstler wie Journalisten, Graphiker und Musiker schätzen ihr Arbeitseinkommen für das folgende Jahr und zahlen daraufhin an die KSK nur die Hälfte ihrer Beiträge für Krankenkasse und gesetzliche Rente. Die KSK schlüpft derweil in die Rolle eines Arbeitgebers, der bei einer Festanstellung die andere Hälfte zahlen müsste, übernimmt dessen Anteil und leitet den Beitrag an die Kassen weiter. Die Wilhelmshavener erhalten die 50 Prozent zu 20 Prozent vom Bund und zu 30 Prozent von den Unternehmen, die von der Leistung der Künstler profitieren – Verlage, Musikproduzenten, Agenturen. Ein soziales System, das in den vergangenen Jahren ins Wanken geriet.

Die Zahl der Versicherten hat sich zwischen 1994 und 2005 mehr als verdoppelt – auf 148.303. Entsprechend musste der Bund seinen Zuschuss in diesem Zeitraum ebenso verdoppeln, auf 105,15 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Deshalb verhandeln die Parteien in Berlin seit Jahren darüber, wie die Künstlersozialkasse wieder auf eine solide finanzielle Basis kommen kann. Am 22. März hat das „Gesetz zur Änderung des Künstlersozialversicherungsgesetzes“ (KSVG) nun den Bundestag passiert. Am 11. Mai soll es vom Bundesrat beschlossen werden und am 1. Juni 2007 in Kraft treten. Künftig sollen „jährlich mindestens fünf Prozent der Versicherten in einer wechselnden Stichprobe überprüft“ werden, wie es im Gesetzestext heißt. Was das für KSK-Versicherte heißt, kommentiert Klaus Göntzsche.

Außerdem in diesem Heft:

· Freiberufler als Freiwild – ein Standpunkt von Dino Reisner
· Ringkampf in Köllerbach - Ein Sponsor ließ Sportjournalisten aus der Sporthalle werfen
· Das Interview des Monats mit DOSB-Pressesprecher Gerd Graus
· Start der Serie „Die Sieger in den VDS-Berufswettbewerben 2006“ mit Feuilletonpreisträger Detlef Dreßlein
· Die VDS-Golfmeisterschaften in Bad Wörishofen








April 2007

Titelthema:
VDS-Fairplay-Trophäe erhält Ehrenplatz in Angela Merkels Kanzleramt
Deutsches Sportpublikum betrieb „großartige Werbung für unser Land“
Von Wolfgang Hartwig

Die bewegenden Wochen des Sommers 2006 kehrten jüngst für eine Stunde zu-rück ins Kanzleramt. Denn dort nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel – stellvertre-tend für das deutsche Sportpublikum - die Fair-Play-Trophäe des VDS entgegen. Seit 1965 wird diese alljährlich vergeben, Stifter der eigens gestalteten Skulptur, einer vom Künstler Werner Blum auf fragile Stützen gestellten Weltkugel, war erstmals die Postbank. „Fair Play ist nun mal die Grundlage allen Sportgesche-hens“, betonte Erich Laaser, Präsident des VDS, bei der Übergabe: „Auch wenn das selten geworden ist, im Sport wie in der Politik. Das deutsche Sportpublikum aber hat sich 2006 vielfach des Fair-Play-Gedankens und damit dieses Preises würdig erwiesen.“
Die Kanzlerin pflichtete Laaser bei: „Der VDS setzt damit ein wichtiges Zeichen. Denn wir erlebten 2006 unvergessliche Ereignisse, die eine großartige Werbung für unser Land waren.“

Der VDS-Wahlkongress 2007 in Schwerin I:
VDS-Hauptversammlung brachte erfreuliche Nachrichten
Von Heinz Fricke

Wer zum Aberglauben neigt, musste an ein schlechtes Omen glauben: Doch trotz des Sturzes von Ehrenpräsident Karl-Heinz Cammannn nahm die VDS-Hauptversammlung im Schweriner Intercity-Hotel einen weitaus erfreulicheren Verlauf genommen hatte als der eine oder andere Vorgänger. Die zwei wohl positivsten Nachrichten: Präsident Erich Laaser freute sich über die mittelfristig gesicherte Zukunft des VDS-Handbuhs Medien und Sport ebenso wie über die endlich von Erfolg gekrönten Bemühungen, auch den Sportjournalisten ab dem 1. Januar 2008 den Presseausweis ausstellen zu können. Nach diversen Konferenzen auf Innenminister-Ebene ist der VDS nun eine von sechs anerkannten Organisationen, die zur Ausgabe des Presseausweises berechtigt sind. Der bisherige VDS-Ausweis hat sich also zum kommenden Jahr erledigt, es gibt für alle hauptberuflich arbeitenden Mitglieder neue Ausweise.

Der VDS-Wahlkongress 2007 in Schwerin II:
André Keil und sein Team setzten neue Maßstäbe
Von Gerhard Müller

Dem geschätzten Kollegen Cammann, der den größten Teil der Veranstaltung im Krankenhaus verbringen musste, ist ein eindrucksvolles Erlebnis entgangen. Gastgeber André Keil hatte mit seinem lediglich 32 Mitglieder zählenden Sport-journalisten-Verein Mecklenburg-Vorpommern ein Programm erstellt, das neue Maßstäbe setzte. Ein IOC-Vizepräsident, ein Innenminister, meisterliche Volleybal-lerinnen als Gäste, ein geselliger Oberbürgermeister als Gastgeber und ein Staatstheater als Schauplatz der Siegerehrung in den VDS-Wettbewerben – das alles dürfte schwerlich zu übertreffen sein. Keil, vom Sportchef zum Studioleiter des NDR in Schwerin aufgestiegen, profitierte dabei vom Sportnetzwerk - seinem lokalen, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Die Agentur maxpress organisierte die Veranstaltung, die Schweriner Volkszeitung druckte Sondersei-ten, der NDR sendete bewegte Bilder, und im überdachten Einkaufstempel in Deutschlands kleinster Landeshauptstadt zeugte die Ausstellung „Das Sportfoto des Jahres 2006“ von der Kreativität der Kollegen hinter den Objektiven. Mehr Außendarstellung dürfte eine VDS-Tagung selten erreicht haben. Auch das Bin-nenklima erreichte gefühlte Bestmarken.

Außerdem in diesem Heft:

· Die Sportfotos des Jahres 2006
· Die Preisträger in den VDS-Berufswettbewerben 2006
· Start der Serie „Gestern bekannte Leute – was machen sie heute?“ mit Bernd Heller
· Infos zu VDS-Lokalsportsymposium in Frankfurt, zu den Golfmeisterschaften in Bad Wörishofen und zum VDS-Sportfest in Saarbrücken








März 2007

Titelthema: Wo der FC Bayern noch die Nummer 1 ist:
Das Stadionmagazin – eine bunte Bühne der Bundesliga

Von Ole Hammer
Eine Zeitschrift als Bindeglied zwischen dem Bundesligaverein und seinem Mitglied. Sie bietet Serviceleistungen von professionell geführten Medienabteilungen. Mit den Fakten für die 90 Minuten eines Heimspiels und sehr viel mehr. Aus dem, was inhaltlich einmal eine eher dünne Informationsbroschüre war, ist längst eine unterhaltsame Sportillustrierte geworden – das Stadionmagazin. Der sportjournalist stellt die Magazine der Fußball-Bundesligisten und ihre Macher vor.

Die Ergebnisse der Studie „Spitzensport und Sportjournalismus“, Teil 2:
Vertrauen als Geschäft auf Gegenseitigkeit

Von Michael Schaffrath
Von wegen „distanzlose Duzfreunde“. Nichts da mit der „Clique von Kumpeln“. Die häufig kultivierten Klischees zur Charakterisierung der besonderen Nähe zwi-schen Sportstars und Journalisten müssen überdacht werden. Denn zumindest aus Sicht der Spitzensportler sind solche Vorstellungen nicht mehr haltbar. Der Umgang sei „freundlich“, aber nicht „freundschaftlich“. 53 der im Rahmen der Studie „Spitzensport und Sportjournalismus“ befragten 62 Athleten, Trainer und Manager beschreiben ihr Verhältnis zu den Medienvertretern vor allem als „positiv“, „produktiv“ oder „professionell“. Am treffendsten charakterisiere das Motto „Geben und Nehmen“ die Beziehungsstruktur. Es sind eher wechselseitige Abhängigkeiten als Freundschaften, die das Miteinander prägen.
Den meisten Sportstars geht es bei der Kooperation mit den Medien primär um ihr „Produkt“ Spitzensport, den „Verkauf“ ihrer Sportart, den „Absatz“ ihrer sportlichen Leistungen sowie die „Vermarktung“ der eigenen Person. Die Medien sind dabei der notwendige Vermittler, die Journalisten der wichtigste Business-Partner...

Das Interview des Monats mit Bundestrainer Joachim Löw
Von Hans-Joachim Zwingmann
Der Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft über Klinsmann und die Bundesliga-Trainer, Lieblingslektüre und Pflichttermine, Pressekonferenzen und seine Zusammenarbeit mit den Medienvertretern: „Die Arbeit mit Journalisten macht Spaß!“

Die Handball-WM in Deutschland - nur in mancher Hinsicht ein Wintermärchen
Von Thorsten vom Wege, Günter Pfeistlinger und Markus Gilliar
Die Handball-WM war ein Sportereignis von kaum überbietbarer Qualität, Spannung und - mit dem überraschenden Finale Deutschland gegen Polen und letztlich dem Gastgebersieg - in vielfacher Hinsicht nicht vorhersehbar. Erstmals 92 WM-Spiele, über 700.000 Besucher, Fernseh-Übertragungen in 151 Länder mit hohen Einschaltquoten und viele weitere, bisher noch nie erreichte und auch in naher Zukunft kaum erreichbare Werte. Dieses Loblied könnte unendlich fortgesetzt werden.
Dennoch darf auch angemerkt werden, dass die vielen positiven Aspekte dazu beigetragen haben, einige im WM-Umfeld - speziell im Medienbereich - aufge-tretene Ungereimtheiten überdeckt zu haben. Was gut war, was verbessert werden muss...

Außerdem in diesem Heft:

· Infos zum VDS-Wahlkongress am 19./20. März in Schwerin
· Ich über mich: Wolfgang Nadvornik








Februar 2007

Titelthema: Neue Studie über Spitzensport und Sportjournalismus: Medienvertreter im Urteil der Athleten
Von Michael Schaffrath
„Kein Kommentar!“ So auskunftsknapp konterten die Schalker Knappen sämtli-che Journalistenanfragen und Interviewwünsche fast über die komplette Bun-desliga-Hinrunde. Mit dem kollektiven Medienboykott wurde eine ganze Bran-che für das subjektiv empfundene Fehlverhalten einiger Kollegen abgestraft. Dass einzelne Sportstars per „Schweigegelübde“ ausgewählten Medienvertre-tern das Journalistenleben schwer machen, ist nichts gänzlich Unbekanntes. Dass aber ein komplettes Team alle Sportjournalisten an einer vernünftigen Be-rufsausübung hindert, war neu. Doch eine derartige Total-Verweigerung ist nicht nur in Fußballerkreisen umstritten. Immerhin rund vier Fünftel der deutschen Spit-zensportler lehnt solche Maßnahmen ab.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Spitzensport und Sportjournalismus“, die vor kurzem im MedienSportVerlag erschienen ist. Die Untersuchung wurde am Lehrstuhl für Sport, Medien und Kommunikation unter der Betreuung des Ordina-rius Prof. Josef Hackforth durchgeführt und als Habilitationsschrift der Techni-schen Universität München angenommen. Im Rahmen der Studie sind 62 Sport-stars aus zehn verschiedenen Sportarten zu ihren subjektiven Einschätzungen und individuellen Erfahrungen bezüglich der Sportberichterstattung, der Sport-medien und der Sportjournalisten befragt worden. Die Auswertung liefert eine Reihe interessanter Erkenntnisse und eine Vielzahl aufschlussreicher Zitate, die zum Vertrauensschutz der Befragten anonymisiert wurden. Einige Befunde zu ausgewählten Themen werden in dieser und der nächsten Ausgabe des sport-journalist präsentiert. Befunde, die manchen Sportjournalisten zum Nachdenken bringen dürften.

Das Interview des Monats mit Michael Gronau
Von Wolfgang Uhrig
Der Sportchef der B.Z. und Projektleiter der sport B.Z. über seine Erfahrungen mit einer täglichen Sportzeitung in Deutschland. Die sport B.Z. aus dem Axel Springer-Verlag gab es erstmals während der Fußball-WM im Sommer 2006. Nach einer kurzen Pause kam sie ab dem 7. August an den Kiosk. Im Ostteil der Stadt sowie in Badenburg, Cottbus und Teilen Mecklenburg-Vorpommerns erschien das Blatt unter dem Titel sportecho. Dieser Titel war eine bewusste Anlehnung an das vor der Wende in der DDR herausgegebene Deutsche Sportecho. Am 22. Dezember 2006 erschien die sport B.Z. letztmals.

Sind Sportler Tagelöhner des Ruhms? – Gedanken zu Baden-Baden, Wahlen und Werten
Von Karlheinz Gieseler
Wer siegte, durfte seine Statue in Olympia aufstellen lassen. Sie kündete den Nachruhm seiner Taten und erhielt seinen Namen – bis Nero mit Feuer und Schwert alles Andenken an die Olympischen Spiele auslöschen wollte. Aber un-ter dem Schutt der Jahrhunderte haben wir die Statuen hervorgegraben. Wir können eine lange Liste mit unserem Wissen um Namen füllen.

Aber was sind Namen? Schall und Rauch. Wie lange lebt ein Sportler wirklich? Solange er im Gedächtnis seiner Mitlebenden noch als Sportler erinnert wird. Heute bewahren Bücher und Berichte die Leistungen der Sportler auf. Und doch – wer kennt noch ein paar Siegernamen der ersten Neuzeit-Spiele von 1896? Wer weiß noch die Namen der ersten Sportlerwahl 1947? Und 1948? Nur Fachleute noch. Sonst niemand. Die Namen der 60. Sportlerwahl 2006 weiß jeder: Michael Greis, Kati Wilhelm und die Fußball-Nationalmannschaft. Aber wie lange bleiben sie in Erinnerung? Sind also die Sportler nur Tagelöhner ihres Ruhms?

Außerdem in diesem Heft:

· Die Tagung der VDS-Fotografen in Frankfurt
· Die Einladung zum VDS-Wahlkongress am 19./20. März in Schwerin
· Infos über die Olympischen Spiele in Peking 2008








Januar 2007

Momente 2006 – Der persönliche Rückblick auf ein bewegendes Sportjahr
Jens Meyer-Odewald, Günter Klein, Jürgen Löhle, Roger Repplinger, Wolfgang Golz, Stefan Bomhard, Pit Gottschalk, Rainer Kalb, Martin Lauer, Karlheinz Wild, Norbert König, Dieter
Ludwig, Edgar Fuchs und Oskar Beck schildern ihren „Moment 2006“.

Das Interview des Monats mit Gerd Rubenbauer
Von Wolfgang Uhrig.
Der langjährige ARD-Kommentator für Fußball und Wintersport spricht über Reinhold Beckmann, einen möglichen Wechsel zu den Privaten, über Witze, Aussich-ten und Einsichten und bilanziert: „Skimädchen – das ist nicht mehr meine Welt“.

Das Schweigen auf Schalke
Von Uli Hartmann.
...Die verabredete Sprachlosigkeit der Schalker hat nach einigen Wochen einige wichtige Fragen aufgeworfen, nämlich jene nach den Rechten und den Pflichten von Profifußballern. Es kommt immer wieder vor, dass einzelne Spieler nach einem Spiel nichts sagen mögen, weil sie schlecht gespielt oder keine Lust haben. Doch ein generelles und striktes Sprechverbot aus dem Mannschaftsrat ge-gen den Willen einzelner Spieler ist ein Präzedenzfall in der Bundesliga. Noch nie hat eine Mannschaft so lange und so konsequent gegenüber den Medien ge-schwiegen, derweil ihre Vorgesetzten, der Klubmanager Andreas Müller und der Trainer Mirko Slomka, öffentlich bekundeten, dass sie gegen diese Entscheidung der Spieler nichts tun könnten...

Außerdem in diesem Heft:

· Wissenswertes über die Handball-WM
· Die Einladung zur Fotografentagung am 16. Januar 2007 in Frankfurt
· Infos zum VDS-Wahlkongress 2007 am 19./20. März 2007 in Schwerin









 
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