Verein Münchner Sportjournalisten (VMS)

Jürgen Hasenkopf zum 65. Geburtstag – Immer im Bilde

Wenn jemand die Bezeichnung „Weltenbummler“ verdient hat, dann Jürgen Hasenkopf. Der Fotograf kam sehr viel herum, vor allem Australien hat es ihm angetan. Zum 65. Geburtstag gratuliert der Verein Münchner Sportjournalisten (VMS).

Von Conny Konzack

Selbstredend war er als Jugendlicher „ein bissl renitent“. Das Leben des „Foto-Künstlers“ Jürgen Hasenkopf hat viele Facetten. Von der Recklinghäuser Berufsschule schon nach einem Jahr geflogen, eine verzweifelte Mutter daheim, aber eine Schaufenster-Anzeige als Rettung: „Fotolaborant gesucht!“

Job gefunden, aber auch eine neue Versuchung, die an der Wand des Labors hing: Fotos von „Down under“. Dann ein Coupon in der Bild-Zeitung: „Jobs in Australien!“. Ausgerechnet ans andere Ende der Welt zog es den Youngster, mit 25 Dollar in der Tasche. Und auf Umwegen: Da der Suezkanal wegen des damaligen Sinai-Krieges gesperrt war, lernte Jürgen Hasenkopf unfreiwillig ganz Afrika von der See- und Sehseite aus kennen.

Dann Fabrikarbeiter in Melbourne, heute noch Jürgens „Lieblingsstadt weltweit“. Kaum Englischkenntnisse, dafür die erste große Liebe gefunden und schon mit 20 Jahren Vater. Mit einem lebenslangen Faible für Sport. So kennen ihn die Kollegen vom Verein Münchner Sportjournalisten (VMS).

„Damals waren deutsche Tennisspielerinnen wie Helga Masthoff oder Heidi Eisterlehner in Melbourne, und ich habe meine Laborantenkenntnisse genutzt und einfach nun mal gerne Sport fotografiert“, erzählt Hasenkopf. Die „Tennis Revue“ wollte Bilder. Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre wurde ein Brief mit Papierfotos um die halbe Welt geschickt, in der Hoffnung, dass sie ankamen. Franz Beckenbauer spielte mit Cosmos New York auch mal in Melbourne, schon damals lichtete Hasenkopf die „Lichtgestalt“ ab.

Die Liebe zur Sportfotografie zog ihn mit Ehefrau Janet in deren Heimat England. Es folgten alle Arten von Jobs, nach der Scheidung auch als „Campingplatz- und Van-Manager“ im schweizerischen Interlaken. Bis die Schwester aus München anrief und Feature-Fotos für die Münchner Bildagentur AMW folgten, später auch für Thomas Exlers Fotoagentur in München-Olching.

Fotos für ein Buch von Werner Stratenschulte kamen als Auftrag. Bis heute blieb Jürgen Hasenkopf, der am 14. August 65 Jahre alt wurde, im Bilde als überall gern gesehener, bescheidener Fotokollege, dem das Wort „Rente“ ein Fremdwort ist und der ein englisches Sprichwort beherzigt: „Old photographers never die, they just go out of focus.“

Lasse Dich nicht durch deutsche Behörden beirren, behalte Deine australische Staatsbürgerschaft, gehe weiterhin zwischen Dezember und April nach Indien, Australien oder Dubai zum Yoga etc.! Und denke rechtzeitig daran, Deine wohl größte deutsche Foto-Datenbank und Dein gigantisches Tennis-Archiv von Kindern bis Senioren zu verkaufen. Damit Du einen super Lebensabend genießen kannst. Wo auch immer.

16.08.2015






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