Verein Frankfurter Sportpresse (VFS)

Trauer um Helmer Boelsen – Der „Radsportpapst“ mit dem großen Herz für die „Buben“

Der Verein Frankfurter Sportpresse trauert um Helmer Boelsen. Der legendäre Reporter starb am 30. September im Alter von 90 Jahren.

Von Hartmut Scherzer

Im Januar 2015 hatte der „Radsportpapst“ Helmer Boelsen noch im großen Freundeskreis seinen 90. Geburtstag gefeiert und dabei seine Gäste mit seiner besonderen Erzählkunst amüsant unterhalten, mit Anekdoten aus seinem erfüllten, ereignisreichen, stets fröhlichen Leben. Am 30. September schloss Helmer, eine Legende des deutschen Sportjournalismus, nach kurzer Krankheit für immer die Augen (Foto: VFS).

In der Todesanzeige der Frankfurter Rundschau stand: „Über Jahrzehnte blickten junge Radsportjournalisten zu ihm auf, aber er niemals auf sie hinab. Er nannte die Kollegen, die nachkamen, liebevoll   ‚Buben‘.“ Auch ich gehörte zu den „Buben“. Helmer hat mich als Beifahrer bei meiner ersten Tour de France 1977 mit Didi Thuraus 15 Etappen im Gelben Trikot begleitet.

30 Mal ist er die Tour de France im Journalisten-Tross mitgefahren, bei 45 Straßen-Weltmeisterschaften war er dabei, 1966 als Pressechef, als Rudi Altig auf dem Nürburgring als letzter Deutscher das Regenbogentrikot eroberte. Der Autor mehrerer Radsportbücher war bis zuletzt immer noch bestens vernetzt, von den Frankfurter Vereinen Mars-Rotweiß und RV Sossenheim bis Eddy Merckx.

Boelsen hatte auch über Fußball geschrieben, vor allem über die Eintracht, und war 1978 bei der WM in Argentinien als Reporter. Als Sportchef bei der amerikanischen Nachrichtenagentur United Press International (UPI) bat ich Helmer, mich an freien Tagen und bei Urlauben am „sports desk“ zu vertreten. Daraus wurde für die letzten drei Jahre bis zum Ende des deutschen UPI-Dienstes 1971 eine Festanstellung. Wie anschließend bis zu seinem Rentenalter bei der FR.


01.10.2015






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