Verein Frankfurter Sportpresse (VFS)
Jubilar Joachim Böttcher (Foto: privat)

Joachim Böttcher zum 85. Geburtstag – Für den Hörfunk um die ganze Welt

Joachim Böttcher kam als Hörfunkmann ordentlich herum. Seine Stimme ist noch vielen im Ohr. Am 12. November wird der gebürtige Sachse 85 Jahre alt.

Von Walter Mirwald

Nach seiner Pensionierung im Jahre 1995 hat sich Joachim Böttcher, der am 12. November seinen 85. Geburtstag feiert, ins mittelhessische Laubach zurückgezogen. Die Kontakte nach Frankfurt, einst die Wirkungsstätte des kleinen Mannes, der ein großer Hörfunk-Sportjournalist war, wurden im Laufe der Jahre immer weniger. Aber vergessen ist Joachim Böttcher nicht.
 
Es ist viele Jahre her, aber immer noch ist mir der Satz im Ohr: „Wir rufen Joachim Böttcher im Frankfurter Waldstation.“ Der Hessische Rundfunk war an manchem Spieltag der Fußball-Bundesliga mein Begleiter, Heinz Eil oder Erwin Dittberner saßen im Studio, Joachim Böttcher bei der Eintracht (Foto Karl-Heinz Körbel und Klaus Toppmöller: GES-Sportfoto/Augenklick) draußen im Waldstation. Und es war immer wieder eine Freude, seine Stimme, seinen fachkundigen Kommentar zu hören.
 
Nicht nur beim Fußball, sondern auch beim Turnen und in der Leichtathletik war er auf nationalen und internationalen Parkett zuhause. Turnen und Leichtathletik, das waren auch die Sportarten, die ich in meiner Zeit bei der Frankfurter Neuen Presse betreute, so dass ich Joachim Böttcher häufig traf. Bei Deutschen Meisterschaften sowieso, aber auch bei Welt- und Europameisterschaften sowie bei Olympischen Spielen.
 
Joachim Böttcher stammt aus Leipzig, machte dort 1950 Abitur, wurde mit einem Leipziger Verein Jugend- und Juniorenmeister im Handball, durfte, als staatspolitisch „unzuverlässig“ eingestuft, nicht studieren, absolvierte eine Lehre als Maschinenschlosser. 1952 fuhr er dann einfach mit dem Zug nach West-Berlin und studierte bis 1957 an der Freien Universität Sport, Publizistik und Geschichte.

Seine erste journalistische Station war die „Westfälische Rundschau“ in Gelsenkirchen. Von 1961 an wirkte Böttcher in der Sportredaktion des HR, war aber zugleich noch als Sportlehrer am Frankfurter Lessing-Gymnasium tätig. Einer seiner Schüler, erzählt Böttcher heute, war Armin Kraaz, der später bei der Eintracht als Fußballprofi die Karriereleiter hochkletterte.
 
Böttcher erinnert sich an ereignisreiche Jahre zurück und spricht „von einer traumhaften“ Zeit. „Kaum ein anderer Reporter war so viel unterwegs wie ich und kaum ein anderer durfte so viel machen wie ich“, sagt er. Olympische Sommerspiele von Mexiko-City 1968 bis Barcelona 1992, einmal sogar in Grenoble Olympische Winterspiele, viele Welt- und Europameisterschaften – und natürlich immer wieder die Eintracht. Joachim Böttchers Stimme aus dem Waldstadion fehlt mir. Aber zum Geburtstag gehen die besten Wünsche des Vereins Frankfurter Sportpresse nach Laubach.

Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe Nr. 2 / Oktober 2016 der Buschtrommel, die der Verein Frankfurter Sportpresse herausbringt. Zum Download des VFS-Heftes als PDF geht es hier.

12.11.2016






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