Verein Augsburg-Allgäuer Sportpresse (VAS)
Ju?rgen Swarofsky (Foto: Ralf Lienert)

Jürgen Swarofsky zum 75. Geburtstag – Allgäuer Allrounder

Jürgen Swarofsky war ein Allrounder. Keine Sportart, keine Disziplin, in der er nicht bescheid wusste über Bestzeiten, Rekordhalter und pikante Hintergrundinformationen. Am 15. Oktober wird er 75 Jahre alt.

Von Thomas Weiß

Jürgen Swarofsky war in allen Sportarten zuhause, seine besondere Leidenschaft galt aber immer den schnellen und rasanten. Wenn es um Motorsport, Eishockey und Tischtennis (das er übrigens viele Jahre selbst aktiv spielte) ging, schlug sein Herz noch ein klein wenig höher.

Zu seinem 75. Geburtstag, den er am 15. Oktober in seiner Heimatgemeinde Börwang bei Kempten mit Freunden und Bekannten feiert, blickte er noch einmal auf die Höhepunkte seiner journalistischen Karriere zurück: Auf die Speedway-Rennen im Kemptener Illerstadion, zu denen teilweise bis zu 12.000 Zuschauer kamen, auf die traditionellen Automobil-Bergrennen am Oberjoch – und an seine beiden Einsätze bei den Eishockey-Weltmeisterschaften 1987 in Wien und 1994 in Bozen (Speedway-Foto: Fotoagentur Kunz/Augenklick).

Gerade an die 87er-WM hat er nicht nur gute Erinnerungen: „In dieser Woche habe ich ein paar Kilo abgenommen.“ Eine Pressekonferenz wurde sogar um 1 Uhr nachts einberufen, so groß war damals die Aufregung um den Protest gegen die unerwartet erfolgreich gestartete deutsche Nationalmannschaft, die den gebürtigen Polen Miroslav Sikora eingesetzt hatte. „Die Deutschen behielten ihre Punkte, aber diese WM war Strapaze pur“, sagt Swarofksy heute. In Erinnerung bleiben ihm auch die Olympischen Spiele 1972 in München: eine Woche lang berichtete er vom Modernen Fünfkampf.

Swarofsky erinnert sich auch an den „enormen“ technischen Fortschritt während seiner Redakteurskarriere. „Am Anfang haben wir unsere Texte auf der Schreibmaschine getippt, an die Schriftsetzer weitergegeben und nichts mehr gehört und gesehen.“ Später habe der Computer die Arbeit mehr und mehr beherrscht. „Spannend war es allemal, die Seite komplett mit Bildern und Texten zu planen.“

Swarofsky verfolgt den Sport in der Region immer noch mit großer Aufmerksamkeit

Der im tschechischen Reichenberg (Liberec) geborene Swarofsky begann seine journalistische Karriere 1964 als Volontär beim Allgäuer Tagblatt und leitete ab 1974 den Kemptener Lokalsport. 1991 übernahm er den Allgäu-Sport – bis er 2004 in Altersteilzeit ging. Seitdem kümmert er sich intensiv um Haus, Garten und Gesundheit („Es vergeht kein Tag ohne Spaziergang“) und verfolgt den Sport in der Region immer noch mit großer Aufmerksamkeit. „Aber mehr in der Zeitung als live vor Ort.“

Swarofskys profunde Kenntnisse über den italienischen Fußball – vor allem darüber, welche Spiele sicher 0:0 enden würden –, verhalfen auch dazu, dass die Sportredaktion der Allgäuer Zeitung 2002 die bayernweite Oddset-Journalistenwette gewann und 5200 Euro an das Leserhilfswerk „Kartei der Not“ spenden konnte.

15.10.2016






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