Verein Nordbayerischer Sportjournalisten (VNBS)
Günther Koch (Foto: firo Sportphoto/Augenklick)

Günther Koch zum 75. Geburtstag – Kritischer Geist

Der 1. FC Nürnberg und Günther Koch – das ist eine feste Verbindung, die schon Jahrzehnte hält. Auch im Ruhestand ist der frühere Radioreporter noch sehr aktiv. Am 22. November wird Koch 75. Jahre alt.

Von Harald Büttner

Es war kein Bewerbungsschreiben im herkömmlichen Sinne, das Günther Koch die Türe zur Medienbranche geöffnet hat, sondern eher das Gegenteil. Aus Unmut über so manche Reportage im Bayerischen Rundfunk schrieb der damals 35-Jährige einen „ziemlich frechen Brief“ an den Sportchef Fritz Hausmann. Frei nach dem Motto: Das kann ich besser.
 
Zu dieser Überzeugung gelangte dann auch der BR nach einigen Probereportagen und gab dem Seiteneinsteiger aus Nürnberg eine Chance. Es funktionierte, Koch (Foto: sampics Photographie/Augenklick) avancierte zu einem der besten Rundfunkreporter des Landes. Über drei Jahrzehnte lang begleitete er den 1. FC Nürnberg als „die Stimme Frankens“ durch dick und dünn.
 
Das Mikrofon des BR hat er vor geraumer Zeit zur Seite gelegt, doch dem Club ist Koch seit über fünf Jahren mehr denn je verbunden – als Mitglied des Aufsichtsrats. Auch in dieser Funktion gibt sich der frühere Pädagoge stets kämpferisch, gilt als sehr aktiv und unbequem. Er tut eben nach wie vor das, was auch als Reporter stets sein Auftrag war: kritische Fragen stellen. Und auch beantworten – etwa bei seinen regelmäßigen Führungen durch das Club-Museum.
 
Auch seinen eigentlichen Beruf, der ihn 1964, nach dem Lehramtsstudium in München, nach Franken geführt hat, übte Koch bis zu seiner Pensionierung aus ­– nach dem Einstieg als Sportreporter allerdings auf einer halben Stelle. Die jahrzehntelange Tätigkeit als Lehrer und Seminarrektor an einer Realschule bezeichnete er stets als „den wichtigeren Job“.
 
„Diese Zweigleisigkeit war schon eine unglaubliche Belastung, gab mir aber auch Freiheit und Unabhängigkeit“, betont der gebürtige Posener, der im oberbayerischen Traunstein aufgewachsen ist. Von seinen Erfahrungen im Journalismus profitierten Generationen Jugendlicher in Schüler-Radiogruppen. Mehrfach wurde Koch mit dem „Herbert-Zimmermann-Preis“ ausgezeichnet.

Der montägliche Pressekick ist Günther Koch „absolut heilig“
 
Fragt man ihn nach den schönsten Momenten und Horrorerlebnissen aus 30 Jahren am Mikro, dann dreht sich auch da fast alles um den Club: „Der Wiederaufstieg 1985 mit einer jungen, hungrigen Mannschaft und der Last-Minute-Abstieg 1999.“ Dicht gefolgt vom Champions-League-Sieg des FC Bayern 2001 und der legendären Finalniederlage gegen Manchester United in Barcelona. Journalistisch ist Koch noch immer tätig – als Kolumnist einiger Tageszeitungen und als Experte bei der BBC sowie im Fan-Radio des 1. FCN.
 
Der Privatmann Günther Koch jagt nach wie vor gerne dem runden Leder hinterher. Beim montäglichen Pressekick ist er immer dabei: „Dieser Termin ist mir absolut heilig.“ Daran wird sich auch nach seinem 75. Geburtstag am 22. November nichts ändern.

22.11.2016






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