Verein Frankfurter Sportpresse (VFS)
Friedel Grüning: 9. November 1924 bis 29. Juli 2016 (Foto: privat)

Nachruf auf Friedel Grüning – „Macht’s gut, Ihr Leut’“

Der Verein Frankfurter Sportpresse trauert um sein ältestes Mitglied. Friedel Grüning starb – wie erst jetzt bekannt wurde – am 29. Juli im Alter von 91 Jahren.

Von Walter Mirwald

Seine letzten vier Lebensjahre verbrachte der frühere stellvertretende Chefredakteur, Chef vom Dienst sowie Leiter von Lokal- und Sportredaktion des Wiesbadener Kuriers in einem Seniorenstift in der Wiesbadener Parkstraße. Dort wollte Friedel Grüning Ruhe haben vor der Welt, die er in seiner beruflichen Tätigkeit so gern und so weit bereist hatte.

Grüning war ein Mann der ersten Stunde, als er im Oktober 1945 im Alter von 21 Jahren zum gerade gegründeten Wiesbadener Kurier kam, für den er bis 1989 in verschiedenen Funktionen tätig war. Grüning hat ­– so beschrieb es einmal Dr. Bruno Russ, der frühere Feuilleton-Chef des Kuriers – „den Geist und das Profil dieses Hauses in nicht geringem Maße mitbestimmt“.

Von zahlreichen Fußball-Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen berichtete Grüning, er spielte über seine Dienstzeit hinaus eine besondere Rolle. Im Ruhestand setzte er seine Mundart-Kolumne „For nix un widder nix“ fort, die er mit „Euern Christian“ unterzeichnete. Bis Ende 2008, nach 61 Jahren und rund 3200 allwöchentlichen Veröffentlichungen.

Auszeichnung mit Bundesverdienstkreuz und Wiesbadener Bürgermedaille

Doch Grüning schrieb nicht nur über Sport. Er hatte sich als Hockeytorwart des Wiesbadener THC einen Namen gemacht und kickte in der Frankfurter Sportpresse-Fußballmannschaft mit Helmer Boelsen, Artur Kohlberger, Günter Kollmann, Herbert Neumann, Günter Wölbert und und und…

Grüning wurde für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz und der Wiesbadener Bürgermedaille ausgezeichnet. Im Ruhestand unternahm er noch viele Reisen mit seiner Frau Hanni bis zu deren Tod 2006 nach 60-jähriger Ehe.

„Bleibt gesund un freundlich, un vermisst mich ab un zu emol“

Als Nachruf hatte sich Friedel Grüning den Abdruck des Abschiedstextes als „Euern Christian“ gewünscht. Diese Glosse eines großen Journalisten beginnt so: „Wenner des hier lese dut, Ihr Leut’, hab ich de Löffel aus de Hand geleecht. Aus, vorbei. Schluss! Der Herr hot mich gewwe, jetzt hodder mich genomme. Ich geh’ nit gern, awwer ich flenn’ merr ach kaa Treenche nooch. Wer so e erfüllt’ Lewe lewe dorft wie ich, geheert zu dene, die ach zuletzt noch lache.“

Am Ende seines letzten „For nix und widder nix“ schreibt „Euern Christian“: „Macht’s gut, Ihr Leut’. Bleibt gesund un freundlich. Un vermisst mich ab un zu emol.“ Der VFS vermisst Friedel Grüning und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

15.12.2016






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