Verein Münchner Sportjournalisten (VMS)

Johann Holzhauser zum 80. Geburtstag – Vom Kameramann zum Regisseur

Viele Jahre war Johann Holzhauser für den Bayerischen Rundfunk tätig. Der Wintersportkenner sorgte mit dafür, dass der BR seinem Ruf als „Schneeflockensender“ mehr als gerecht wurde. Am 21. Februar feiert Holzhauser seinen 80. Geburtstag.

Von Werner Rabe

Er begann als Kameramann, drehte für Heinz Mägerleins Sendungen „Zwischen Sommer und Winter“ und „Zwischen Winter und Sommer“. Mägerlein war es auch, der Johann Holzhauser zusammen mit dem Bergfilmer Hermann Magerer 1971 in die Sport- und Freizeitredaktion des Bayerischen Fernsehens holte.

Als Redakteur kam Holzhauser, der am 21. Februar 80 Jahre alt wird, sogar bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck zu einem Kurzeinsatz als Reporter. Seine Berufung fand er jedoch als Regisseur, zu einer Zeit, da die alpinen Wettbewerbe oder auch Biathlon und Skispringen noch nicht mit über 30 Kameras wie ein Event begleitet wurden, sondern noch der Sport und die schönen Bilder im Blickpunkt standen (Holzhauser-Foto: privat).

Beim Bob setzte BR-Sportchef Eberhard Stanjek drei EB-Kameras an Start und Ziel sowie im Kreisel ein. Beim zweiten Lauf bekamen diese andere Positionen, und am Ende wurde aus beiden Läufen eine Fahrt zusammengeschnitten.

Zusammen mit Chefkameramann Utz Lichtenberg, Fred Schuster in der MAZ und Technik sowie dem Redakteur, Moderator und Kommentator Manfred Vorderwülbecke ließen sich die BRler im Wintersport immer wieder Neues einfallen und wurden ihrem Ruf als „Schneeflockensender“ mehr als gerecht. Mit einfachen Mitteln, heute kaum mehr vorstellbar.

„Wir kommen gut zu recht“

Beinahe hätte es bei einer Biathlon-WM in Ruhpolding sogar einen politischen Skandal gegeben, als Holzhauser sich beim Zieleinlauf nicht auf den späteren Sieger aus der DDR fokussierte, sondern einen bayerischen Lokalmatador ins Ziel stürzen ließ. Die DDR-Delegation drohte mit der Abreise.

Viel zu früh musste Josef Holzhauser seinen Beruf und Berufung an den Nagel hängen. Mit Michael Senge hat er einen Nachfolger als Sportregisseur ausgebildet, der sich noch heute gerne an den Lehrmeister erinnert. Auch daran, dass sich das Team um Holzhauser bei den Vorbesichtigungen der Skipisten und Schanzen gerne am jeweils höchsten Punkt aus einem Flachmann ein Schnäpschen gegönnt hat.

Den Lebensabend kann Johann Holzhauser wieder in seinem Haus in Garching, liebevoll betreut von Ehefrau Hildegard und einem Pfleger, verbringen. „Wir kommen gut zurecht“ – was alle seine früheren Kollegen und Freunde mehr als freut.

21.02.2017






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