Sächsischer Sportjournalisten-Verein (SSV)
Heinz Roßberg (rechts, mit Olaf Marschall: 14. August 1927 bis 15. März 2017 (Foto: Leipziger Volkszeitung)

Nachruf auf Heinz Roßberg – Die Stimme des Leipziger Fußballs

Mit dem Leipziger Sport war Heinz Roßberg viele Jahrzehnte eng verbunden. Stadionsprecher, Reporter, Berichterstatter – ein kompetenter, hilfsbereiter und umgänglicher Kollege. Nun ist er im Alter von 89 Jahren verstorben.

Von Rolf Richter

Heinz Roßbergs Stimme kannten Millionen Sportbegeisterte aus nah und fern. Ihn persönlich dagegen weitaus weniger. Über Jahrzehnte war er Stadionsprecher im Zentralstadion, Bruno-Plache-Stadion, Stadion des Friedens und im heutigen Alfred-Kunze-Sportpark – er war damit Sprecher bei Spielen der DDR-Auswahl, im Europapokal und bei Oberliga-Partien von Lok und Chemie.
 
Unzählige Fußballer, Leichtathleten und andere Aktive kannte er persönlich. Somit war er ein Begleiter von Auf und Ab des messestädtischen Sports. Viele Jahre erfasste er die Wochenend-Termine für die Rubrik „Wohin?“ in dieser Zeitung (Leipziger Volkszeitung; die Red.) und für die Nachrichtenagentur ADN, die diese dann an die anderen Medien der Stadt weitergab. Nun ist Mitte März die Stimme des fast 90-Jährigen, der 2002 als Erster den Journalistenpreis des Leipziger Fußball-Verbandes erhielt, für immer verstummt.
 
Hauptberuflich war der gebürtige Leipziger bei der Stadt angestellt. Dort hatte er nach Kriegsende eine Berufsausbildung abgeschlossen. Später leitete er Pressegespräche, absolvierte ein journalistisches Zusatzstudium und war bis 1990 nahezu täglich über die unzähligen Tonsäulen des Stadtfunks in der Innenstadt und an den Haltestellen der Straßenbahn mit Nachrichten aus dem Rathaus oder Neuigkeiten über seine Stadt zu hören.

Ein zurückhaltender, sich nie in den Vordergrund spielender Medienkollege
 
In diesem „Stadtfunk“ wurde auch jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst Aktuelles vom Messe-Geschehen berichtet. Zur 800-Jahr-Feier 1965 konnten die Leipziger und ihre Gäste alles über den Aufenthalt des Jazzers und Trompeters Louis Armstrong in der Musikstadt erfahren. Und im Herbst 1989 erreichte der Aufruf von Kurt Masur und seiner fünf Mitstreiter für die Gewaltlosigkeit bei der Montagsdemonstration über die städtischen Tonsäulen die Leipziger – die „friedliche Revolution“ wurde auf diese Art eingeleitet.
 
Heinz Roßberg, der fast ein halbes Jahrhundert alle Oberbürgermeister vom ersten Nachkriegs-OB, Erich Zeigner, über Walter Kresse, Karl-Heinz Müller bis zum letzten in der DDR, Günter Hädrich, bei ihrer Arbeit begleitete, war ein kompetenter, hilfsbereiter, umgänglicher, zurückhaltender, sich nie in den Vordergrund spielender Medienkollege. Der Witwer, der sich nach dem Tod seiner Frau, mit der er mehr als fünf Jahrzehnte verheiratet war, wohl auch aus gesundheitlichen Gründen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, hinterlässt eine Tochter.
 
Text und Traueranzeige erschienen ursprünglich in der Leipziger Volkszeitung. Wir danken für die Überlassung.

29.03.2017






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