Verband Westdeutscher Sportjournalisten (VWS)
Dieter Ludwig (Foto: privat)

Dieter Ludwig zum 80. Geburtstag – Badener aus Überzeugung

Er war immer ein absoluter Pferdesport-Experte und ist es bis heute geblieben. Doch auch in vielen anderen Disziplinen ist Dieter Ludwig bewandert. Am 7. Mai wird der aus Baden stammende Wahl-Rheinländer 80 Jahre alt.

Von Norbert Herbst

Es gibt Badische und Unsymbadische. Dieter Ludwig, der am 7. Mai bei bester Gesundheit seinen 80. Geburtstag feiert, ist vor allem Badener aus Überzeugung. Obwohl längst Wahl-Rheinländer geworden, zeigt er auf seinem Grundstück in Wassenberg-Birgelen immer noch Flagge. In seinem von Ehefrau Uta topgepflegten Garten hängt die badische Fahne: Gelb-rot-gelb zu zeigen ist dem gebürtigen Oppenauer nach wie vor eherne Verpflichtung.

Tierfreund Dieter Ludwig ist in seinem langen Journalistenleben vielen Aufgaben gerecht geworden. 1963 begann er sein Volontariat beim Sport-Informations-Dienst (sid), blieb Europas größter Sportagentur als Schriftleiter treu, war verantwortlicher Redakteur und Mitglied der Chefredaktion, zuletzt Chefreporter. Seit 1995 arbeitete die Frohnatur („Die Schwaben sind leider alle auf der falschen Seite des Schwarzwaldes zur Welt gekommen“) als freier Journalist mit dem Schwerpunkt Reitsport.

Der Mann, der den sid mehr als drei Jahrzehnte mit fachlich profunden Berichten und seinen stets mit spitzer Feder geschriebenen Reportagen mitgeprägt hat, gilt aufgrund seiner Vielseitigkeit längst als ein Weiser der Sportjournaille (Foto: Julia Rau).

Ein paar Stationen seiner internationalen Einsätze gefällig? Bitteschön! Ludwig, der in Kehl am Rhein sein Abitur baute, dann zum Bundesgrenzschutz ging, weil die Eltern für den Filius eine Beamtenlaufbahn präferiert hatten, berichtete unter anderem über 15 Olympische Spiele: Achtmal war er im Sommer dabei, siebenmal im Winter. Bei drei Weltfesten des Fußballsports war er ebenfalls für den sid dabei.

All seine Einsätze bei Welt- und Europameisterschaften sowie nationalen Championaten zu zählen grenzt an höhere Mathematik. Imposant dabei seine Multifunktionalität. Egal ob Fußball, Judo, Tennis, Ringen, Rodeln, Bob oder alpiner Skisport – der Mann aus Baden verrichtete seinen Job immer voller Ehrgeiz, konzentriert, engagiert, fachlich fundiert und vor allem so, dass der Leser seine helle Freude daran hatte.

Mit den Großen des Sports per du, aber nie kritische Distanz aufgegeben

Dieter Ludwig kann auf Menschen zugehen. Kontakte knüpfen ist ihm dank seiner jovial-freundlichen Art mit in die Wiege gelegt worden. Er ist mit den Großen des Sports per du. Trotzdem hat der Jubilar niemals seine kritische Distanz aufgegeben. Da konnte es schon mal vorkommen, dass er dem ehemaligen Bundestrainer der Dressurreiter, Klaus Balkenhohl, während einer Pressekonferenz in Dortmund androhte, ihn bald wieder auf Streife zu schicken. Wenn er sich zu derlei Aussagen durchgerungen hatte, meinte der Träger des Deutschen Reiterkreuzes in Silber das auch so.

Ludwigs Meinung hat Gewicht, seine kritischen Kommentare sind gefürchtet, für ihn gleichwohl immer journalistische Notwendigkeit. „Ich lasse mir doch nicht ein X für ein U vormachen“, ist einer seiner Grundsätze, wenn in Pressekonferenzen um ein Thema herumgeeiert wird. „Komm endlich auf den Punkt“, lautet einer seiner Lieblingszwischenrufe. Die Verantwortlichen wissen dann, was Sache ist.

Der vielfache Buchautor, den der Internationale Dressurtrainer Club 1992 zum „Reitsport-Journalist des Jahres“ wählte, liebt den Sport in all seinen Facetten. Obwohl sein Hauptinteresse längst beim Reitsport liegt, vergisst er nie ganz zu erwähnen – nebenbei versteht sich –, dass er dereinst mit dem FV Kehl südbadischer Fußball-Jugendmeister und erster Pokalgewinner (1954) mit der ersten Mannschaft war. Böse Zungen behaupten dann immer wieder, dass es Kehl doch ebenso wenig wie Bielefeld gibt. Derlei Einwände übergeht er geflissentlich.

Er versteht sich immer noch auf ganz großes Kino

„Einmal Journalist, immer Journalist“ lautet das Credo des Badeners. Noch heute beweist er tagtäglich auf seiner Internetplattform Ludwigs Pferdewelten, dass er noch immer auf Sattelhöhe ist. Seit September 2009 ist er im Netz am Start und verzeichnet eine Million Klicks jährlich. Eine stolze Summe.

Und dass er auch noch im hohen Alter sein Handwerk versteht, zeigte er den jungen Dachsen der Reitsportszene nicht nur beim Besitzerwechsel des hochgelobten Dressur-Wunderhengstes Totilas von den Niederlanden in den Stall von Paul Schockemöhle. Der Träger der Goldenen Ehrennadel des Verbandes Deutscher Sportjournalisten war hierzulande der erste, den den Deal in seinem Internetforum verkündete. Er versteht sich halt immer noch auf ganz großes Kino.

07.05.2017






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