Verein Hamburger Sportjournalisten (VHS)
Marathonläufer beim Start (Fotoagentur Kunz/Augenklick)

Hans-Hermann Mädler wird 75 – Vielseitiges Organisationstalent mit Faible für Leichtathletik

Er prägte die Sportberichterstattung der dpa entscheidend und war speziell der Leichtathletik verbunden. Am 13. September feiert der im Schwabenland sozialisierte Hans-Hermann Mädler, der zu einem Überzeugungs-Hamburger geworden ist, seinen 75. Geburtstag.

Von Günter Deister

Es gibt viele Voraussetzungen dafür, ein guter Sportjournalist zu sein. Eine wesentliche dafür ist, ein guter Journalist zu sein. Hans-Hermann Mädler hat seine Laufbahn am 1. November 1971 mit einem Volontariat im Stuttgarter Landesbüro der Deutschen Presse-Agentur (dpa) begonnen. Schnell brachte er es zum Dienstleiter am allgemeinen Redaktionstisch. Dessen Thema sind in normalen Zeiten die Politik in Baden-Württemberg und all die sonstigen Geschehnisse dort in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Der Sport hatte eine eigene Zuständigkeit.

Doch die Zeiten damals waren alles andere als normal. In den 1970er-Jahren wurde das Stuttgarter Büro zu einem zentralen Tisch für die dpa-Berichterstattung über den Terror der Roten Armee Fraktion (RAF), die insgesamt 34 Menschen umbrachte. Wer an diesem Tisch arbeitete, der wurde in allen wichtigen Fächern der Journalistik besonders herausgefordert. Dazu gehörte ein Anruf der Baader-Meinhof-Gruppe im Büro, dass man den Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer getötet habe (Mädler-Foto: privat).

Der Anruf im August 1978, er könne, wenn er wolle, in der Zentralredaktion in Hamburg ab dem 1. September die Rolle eines stellvertretenden Ressortchefs im Sport übernehmen, mag da bei Hans-Hermann Mädler wie eine Art der Befreiung gewirkt haben. Jedenfalls sagte er nach wenigen Stunden zu.

Hans-Hermann Mädler pflegte besonders das hohe Gut der Nachricht

Das hat der Sportberichterstattung der dpa über viele Jahre gutgetan. Sie hatte einen Journalisten hinzugewonnen, der den Sport sehr wohl einzuordnen verstand in sein gesellschaftliches Umfeld, wesentliche Beiträge lieferte zur sportpolitischen Berichterstattung und, abseits der auch im Sportjournalismus immer stärker hervortretenden Erkrankung namens Spekulation, das hohe Gut der Nachricht besonders pflegte.

Sein Organisationstalent machte Mädler zu einer Stütze der Sonderredaktionen in den Städten Olympischer Spiele und von Fußball-Weltmeisterschaften. Der Leichtathletik war er als Fachkorrespondent nahe. Seine Kommunikation und seine Geselligkeit halfen, dass sich die rund 35 über das Land verteilten Sportredakteurinnen und Sportredakteure als eine Einheit verstanden.

Am 13. September feiert der im Schwabenland sozialisierte Hans-Hermann Mädler, der zu einem Überzeugungs-Hamburger geworden ist, seinen 75. Geburtstag.

13.09.2017






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