Verband der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg
Vorstand des VdSBB: vorne links Vorsitzender Hanns Ostermann und vorne rechts Schatzmeister Lutz Grotehusmann (Foto: Regina Hoffmann-Schon)

Gemischtes Resümee auf Mitgliederversammlung des VdSBB

Auf der Mitgliederversammlung des Verbandes der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg zog der Vorsitzende Hanns Ostermann eine grundsätzlich positive Bilanz. Es sprach jedoch auch die Herausforderungen an. So seien die Möglichkeiten eines ehrenamtlich arbeitenden Vorstandes natürlich begrenzt.

Von Hanns Ostermann und Ronny Blaschke

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nicht zufällig fehlen heute neben meinem Stellvertreter Jürgen Fischer, der als Betriebsrat verhindert ist, zwei junge Familienväter und Vorstandsmitglieder: Ronny Müller ist weiter unter Hochdruck dabei, den Zweiklang zwischen Beruf und Familie zu organisieren. Als inzwischen dreifacher Vater und Redakteur der MAZ hat er zurzeit völlig zu Recht andere Verpflichtungen als die, denen er sich im Ehrenamt verpflichtet fühlt. Johannes Nedo, unser „Küken“ vom Tagesspiegel, hat Vaterschaftsurlaub und ist mit seiner kleinen Familie in Australien. Es sei ihm von Herzen gegönnt.

Beiden Kollegen bin ich ausdrücklich sehr dankbar, dass auf sie Verlass war, wenn dringend Rat gebraucht wurde. Jeder hat im Rahmen seiner Zeit sein Bestes gegeben. Aber klar ist auch: Die Möglichkeiten eines achtköpfigen Vorstandes unter diesen Voraussetzungen sind natürlich auch begrenzt. Ich sage das deshalb, weil wir mehr wollten, aber nicht mehr konnten, was die Ansprüche unseres Verbandes betrifft.

Immer wieder habe ich in den vergangenen Jahren von einem gemischten Resümee gesprochen im Dezember, am Jahresende. Das ist auch diesmal der Fall. Trotzdem komme ich zu dem Ergebnis: Das Glas ist halbvoll und nicht halbleer. Ich bin sicher, Kollegen sehen das auch anders. Welcher Journalist hat schon gelernt, eher das Positive als das Negative zu sehen. Wir müssen auch den Finger in die Wunde legen. Und gleichwohl haben wir auch die Pflicht, der Realität ins Auge zu schauen. Und die ist höchst kompliziert und schwierig.

Mit dem Goldenen Band ist diesmal Ines Geipel ausgezeichnet worden, die Vorsitzende des Vereins Doping-Opfer-Hilfe (Foto links, mit VdSBB-Vorsitzenden Hanns Ostermann: wirkhaus/VdSBB). In der Jurysitzung setzte sie sich knapp durch. Ich weiß, dass dies einigen Kollegen wehgetan hat, wehtut, weil sie ihr Lebenswerk attackiert sehen. Sie sei voller Hass, hörte ich im Vorfeld. Sie sei auf einem Auge blind, weil sie nur die DDR im Visier habe. Das stimmt ausdrücklich nicht. Sie mag undiplomatisch sein, aber Doping generell ist ihr Thema. Sie ist nicht auf einem Auge blind!

Ich zitiere hier nur Joachim Gauck, den späteren Bundespräsidenten. Am Ende seiner Laudatio vor sechs Jahren beim Ethik-Preis der Deutschen Jugendkraft (der katholische DJK-Sportverband; die Red.) sagte er: „Es ist wichtig, dass wir Sie haben. Wir brauchen Ihren Willen, Ihren Mut, Ihre Ausdauer und Ihre Liebe zur Wahrheit und zu den geschlagenen Opfern eines korrupten Systems“ (die Frankfurter Allgemeine Zeitung publizierte aus Anlass des Verleihung des Goldenen Bandes erstmals Gaucks bis dato unveröffentlichte Rede; die Red.).

Die Veranstaltung zur Verleihung des Goldenen Bandes war gut besucht, das Presse-Echo besser als in den Jahren zuvor. Trotzdem haben wir weiter Luft nach oben. Wir haben inzwischen den Vertrag um drei weitere Jahre mit der Agentur verlängert. Ob wir diese älteste Sport-Auszeichnung weiter verleihen können, hängt letztlich von den Sponsoren ab.

Recherchestipendium „Spielraum“ wird vielleicht bundesweit ausgeschrieben

Da könnte sich etwas tun – die AOK jedenfalls hat großes Interesse an einem dreijährigen Engagement. Uns winken Lizenzeinnahmen. Und nebenbei, weil Schatzmeister Lutz Grotehusmann später auf alle Zahlen, den gesamten Haushalt eingehen wird: In diesem Jahr kostete uns die Preisverleihung um die 750,00 Euro. Innerhalb von nur drei Jahren sank unser Anteil von circa 3000,00 auf jetzt 750,00. Dass diese Erfolgsstory zustande kam, lag wirklich nicht an mir, sondern an der Agentur mit Günter Müller und an Gerd Graus. Den beiden bin ich sehr, sehr dankbar.

Jour fixe und Stipendiat sind die nächsten Stichworte. Das Recherchestipendium „Spielraum“ ist etabliert, lässt sich aber noch ausbauen. Die taz-Mitarbeiterin Alina Schwermer hatte im ersten Jahr Vereine beleuchtet, die von Fans geführt werden. Aktuell beschäftigt sich der Magdeburger Mattis Nothacker als zweiter Stipendiat mit Spielmanipulationen (Foto: privat). Da wir relativ wenige Bewerbungen erhalten hatten, überlegt der Vorstand, das Stipendium künftig bundesweit auszuschreiben.

Auch die Reihe „Jour Fixe“ blickt auf interessante Veranstaltungen zurück, unter anderem auf eine Debatte über die aktuellen Chancen und Herausforderungen von Sportjournalisten, auf einen Besuch der Deutschen Welle und auf eine Führung der Ausstellung „Hauptstadtfußball“ mit anschließender Podiumsdiskussion. Im Jahr 2018 bieten Olympische Winterspiele, Fußball-WM und Leichtathletik-EM in Berlin wieder zahlreiche Anknüpfungspunkte für mögliche Foren.

Zu den „geselligen Veranstaltungen“: Ganz oben steht da die Sommerfahrt, die Ehrenmitglied Jürgen Holz freundlicherweise organisiert hatte. „Mehr Kultur geht nicht“ – so war damals der Artikel überschrieben. Insgesamt 32 Kolleginnen und Kollegen fuhren in einem Komfortbus nach Sachsen-Anhalt. Ziel: die Lutherstadt Wittenberg und der Wörlitzer Park. Alle äußerten sich mehr als zufrieden, es war ein schöner Tag, den Jürgen ermöglicht hatte. Zum Sommerfest kamen knapp 40 – auch dieser Abend gehört genannt.

Überlegungen, VDS-Wahlkongress 2019 in Berlin zu veranstalten

Drei Punkte zum Schluss: Wir sind mit unserer Website sehr zufrieden. Aber natürlich haben wir auch dort Luft nach oben. Wir arbeiten weiter daran. Wir bemühen uns weiter um jüngere KollegInnen. Es ist mühsam, aber der eine oder andere scheint interessiert. Die Frage bleibt, ob wir die MV auch einmal am Abend veranstalten.
 
Und beim Verbandsrat in Frankfurt am Main spielte vor allem der VDS-Presseausweis eine Rolle. Schatzmeister Lutz Grotehusmann, aber auch ich prüfen derzeit, ob wir den VDS-Wahlkongress 2019 nach Berlin holen. Der Präsident, Erich Laaser, unterstützt uns dabei und hätte sicher auch einmal ein Heimspiel verdient.

10.12.2017






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