Verein Frankfurter Sportpresse (VFS)
Wolfgang Avenarius (l.) und Holger Obermann (Foto: Hartenfelser)

Gratulation an Wolfgang Avenarius – Mit 80 Jahren immer noch am Ball

Er ist ein preisgekrönter Filmemacher und Reporter. Und er ist fit wie eh und je. Am 8. März wird Wolfgang Avenarius 80 Jahre jung.

Von Walter Mirwald

„Ave“ 80! Das kann nicht sein! Der Mann spielt doch noch drei- bis viermal in der Woche Fußball. Der soll am 8. März 80 Jahre alt werden? Er wird es. Das Alter macht vor sportlichen Betätigungen nicht Halt. „Kicke mer heut?“, fragt er mittwochs morgens am Telefon. Und dann kicken wir in der Halle des Landessportbundes Hessen. Journalisten, Mitarbeiter der Sportorganisationen der Otto-Fleck-Schneise und nimmermüde Rentner und Pensionäre – wie Ave einer ist.
 
Und er ist am Ball immer noch ein Ästhet. Er geht Zweikämpfen gerne aus dem Weg. Er streichelt das Leder, spielt körperlos, elegant, leichtfüßig. So wie Ave ist. Spontan und doch zurückhaltend. Sprudelnd und nachdenklich. Aber immer unkompliziert, ausgeglichen, kritische Themen ansprechend, ohne die Harmonie zu vergessen. Vor allen Dingen: Er ist allzeit bereit. Für den Sport. Die Trainingshose ist immer am Mann. Die Schuhe sind es sowieso.
 
Ein guter Sportler wird auch schnell zu einem guten Sportjournalisten. Auf einmal war der gebürtige Frankfurter, der für Weiß-Blau im Zehnkampf gestartet ist und die 100 Meter in 10,9 Sekunden lief, aber auch beim TV Niederrad Handball spielte – bis zur Hessen-Auswahl – mittendrin.
 
Beim Hessischen Rundfunk hat er das Geschäft von der Pike auf gelernt. Er war zunächst der Mann für alles. Und dann ging es Schlag auf Schlag: Moderation der Sportschau, Berichterstattung von Olympischen Spielen, beispielsweise mit der Reportage über den Goldmedaillengewinn des Judoka Frank Wienecke 1984 in Los Angeles. Spezialisierung auf Tanzen, Motorsport, Leichtathletik und ein paar weitere Schwerpunkte, zweimal das Super-Bowl-Finale für die ARD übertragen, eine Drei-Stunden-Dokumentation über die Eintracht gedreht oder 100 Jahre Festhalle eindrucksvoll dargestellt, drei Filmpreise gewonnen. Und am Ende die Bilanz: Alle Erdteile bereist, 100 Länder gesehen. Das ist schon was.

Ave kann viel erzählen. Von der Haifischjagd am Great Barrier Reef bei Australien, über die er einen Film machte. Aber auch von der Rennstrecke in Spa, auf der sein Freund Stefan Bellof tödlich verunglückte, gerade dann, als Wolfgang Avenarius ein Porträt über den talentierten Gießener drehte (Bellof-Foto: Fotoagentur Kunz/Augenklick).

„Da war ich fix und fertig und wollte über Jahre vom Motorsport nichts mehr wissen“, erinnert sich der Journalist, der nach 16 Jahren HR und der anschließenden Zeit als Leiter der Fernseh-Sportredaktion von FAZ und RTL heute regelmäßig mit Kommentaren in Zeitungen seine Sicht zu einer Welt des Sports sagt, die er oft nicht mehr verstehen kann.
 
Wolfgang Avenarius hat 2011 für den Verein Frankfurter Sportpresse den wunderschönen Film „30 Jahre SportpresseBall“ gemacht, der in diesem Jahr am Sonntag nach dem Ball vormittags im Hessischen Fernsehen gezeigt wurde. Und wenn ihn das Weltgeschehen oder auch Dinge des Alltags packen, sagt er: „Dazu schreibe ich einen Kommentar.“ Unser Kommentar: „Ave, bleib am Ball. In jeder Beziehung.“

08.03.2018






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