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WDR-Legende Eddie Körper (l.) und Eishockey-Reporter Burkhard Hupe (Foto: WDR)

Eddie Körper zum 75. Geburtstag – Der Kleine mit der großen Stimme

Er war lange Zeit der profilierteste Eishockey-Journalist hierzulande. Inzwischen ist die Reporterlegende Eddie Körper in Ruhestand. Am 11. Juni wird er 75 Jahre alt.

Von Burkhard Hupe

Einmal fuhren wir schweigend durch die Nacht. Vorbei an Hagen, Wuppertal und Remscheid. Die A1 im tiefschwarzen Winter. Von der Eishalle in Iserlohn zurück ins Rheinland. Der Radio-Reporter neben seinem Vorbild, der Freund neben dem Freund. Dann fragte ich ihn, ob Peter Draisaitls Penalty, der 1992 auf der olympischen Torlinie in den französischen Alpen verharrte, seine beste Reportage gewesen sei.

Eddie schüttelte energisch mit dem Kopf. Und dann zählte er auf, was in seinen Ohren bei diesem legendären Penaltyschießen zwischen Deutschland und Kanada alles schiefgelaufen war. Es war eine erstaunlich lange Liste, wenn man bedenkt, dass Eddie für diese Arbeit mit dem Herbert-Zimmermann-Preis ausgezeichnet wurde (Foto Autogrammkarte: WDR).

Vielleicht musste man so werden, wenn man sich in den 1960er- und 1970er-Jahren im WDR bei Sportchef Kurt Brumme durchsetzen wollte. „Manchmal hat mich Brumme in sein Büro gerufen“, erklärt Eddie ohne jeden Anflug von Nostalgie, „und dann begann sein Vortrag oft mit den Worten: Also, Kleiner. Dann wusste ich: Jetzt gibt es keine Ausreden.“

Aber Kurt Brumme wusste schnell, dass dieser kleine, selbstbewusste Zeitungsschreiber aus Koblenz etwas mitbringt, was man nirgendwo lernen kann: totale Hingabe für den Sport und vor allem – eine einzigartige Stimme.

An einem anderen Tag, auf einer anderen Heimfahrt. Vielleicht nach einem Fußballspiel in der zweiten Liga. „Du solltest nie von einem Schussversuch versprechen. Ein Schuss ist ein Schuss. Außerdem mag ich die Formulierung nicht: Zeit von der Uhr nehmen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.“

Schlampiger Umgang mit der deutschen Sprache kaum erträglich

So war und ist es immer mit ihm. Kurz, klar und präzise. Und immer die Warnung im Gepäck: „Wenn du eines Tages behauptest, du hättest die perfekte Reportage hingekriegt, dann solltest du schnell aufhören. Denn besser kann es ja dann nicht mehr werden.“ Der schlampige Umgang mit der deutschen Sprache ist für Eddie nach wie vor kaum erträglich.

Noch heute besteht Eddies Tag aus einem langen Frühstück mit Tageszeitungen und Fachlektüre (Foto: privat). Bei jedem Eishockeyspiel, das er vor Ort verfolgt, führt er gewissenhaft Protokoll. Mit drei Farben: Rot für Zeitstrafen, Schwarz für Tore und Blau für besondere Vorkommnisse.

„Ich kann eben nicht aus meiner Haut“, grinst er sein freches Grinsen hinterher, weil er natürlich auch bei jedem Basketballspiel aus der NBA seine Notizen macht. Und doch ist Eddie keiner von denen, die sich nach dem Karriereende mit lautem Lamento darüber wundern, dass die Sportberichterstattung auch ohne sie weitergeht. Wenn er sich nach den alten Zeiten zurücksehnt, dann höchstens, weil ihm heute die oberflächliche Beliebigkeit vieler deutscher Radioprogramme nicht behagt.

75 Jahre Eddie Körper also, die natürlich noch viel mehr Geschichten kennen, von seiner WDR-Prominentenmannschaft, die über Jahrzehnte hinweg viel Geld für wohltätige Zwecke einspielte, vom rührigen Patenonkel meiner Zwillingsmädchen, vom Reporter-Idol, das 2014 für einen Abend aus dem Ruhestand ans Mikrofon zurückkehrte, um gemeinsam das entscheidende Meisterschaftsspiel zwischen Köln und Ingolstadt zu übertragen.

In der festen Hoffnung, dass noch viele gemeinsame Fahrten durch tiefschwarze Winternächte folgen werden – herzlichen Glückwunsch, lieber Eddie!

11.06.2018






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