Verband der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg (VdSBB)
Günter Kopte: 19. Januar 1923 – 20. März 2019 (Foto: privat)

Nachruf auf Günter Kopte – Altmeister des Sportjournalismus

Der Verband der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg trauert um Günter Kopte. Der weit gereiste Reporter, der lange beim Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst (ADN) arbeitete, starb im Alter von 96 Jahren.

Von Karlheinz Otto

Mit Günter Kopte ist ein Altmeister des Sportjournalismus verstorben. Geboren im sächsischen Flöha, jedoch die meiste Zeit seines Lebens in Berlin zu Hause, wurde er am 17. April in Berlin-Baumschulenweg im Kreise seiner Familie beerdigt. Er hatte es auf beachtliche 96 Lebensjahre gebracht, von denen er fast ein halbes Jahrhundert aktiv ein bewegtes Sportjournalisten-Dasein als stellvertretender Leiter der Sportredaktion des Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienstes (ADN) verbrachte.
 
Nur die letzten 20 Jahre ließen aus krankheitsbedingten Gründen die „Arbeit vor Ort“ und die Berichterstattung von seinem geliebten Radsport, Skisport, Boxen und Pferdesport nicht mehr zu. Aufgrund seiner riesigen Erfahrung verfolgte er die sportlichen Ereignisse am Fernseher aber kritisch und fachmännisch. Um geistig fit zu bleiben, verfasste Günter Kopte auch im hohen Alter noch immer Texte in der von ihm bevorzugten Stenoschrift. Auch das Lösen von diffizilen Kreuzworträtseln gehörte zu seinen Lieblingsbeschäftigungen.
 
In den olympischen Sportarten Boxen sowie Rad- und Skisport war er in vielen Ländern unterwegs. So berichtete er 1956 aus Melbourne über den Olympiasieg im Boxen durch Wolfgang Behrendt, der ihn zum 96. Geburtstag besuchte. 25 Mal meldete er sich mit fundierten Reportagen von der Friedensfahrt zwischen Warschau, Prag und Berlin sowie 30 Jahre von der Vierschanzentournee.

Weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt
 
Radsport-Weltmeister wie Uwe Ampler oder die olympischen Skisprung-Asse Helmut Recknagel und Jens Weißflog sowie viele weitere erfolgreiche Sportler hat er journalistisch begleitet. „Koppi“, wie ihn viele nannten, war unter Kollegen wegen seiner freundlichen Art beliebt und weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt.
 
Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt leider für ewig. Ein Mensch, der immer für uns da war, lebt nicht mehr. Erinnerung ist das, was uns bleibt. Wir trauern um unseren langjährigen Kollegen.

17.04.2019






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