Verein Frankfurter Sportpresse (VFS)
EM-Titel für die deutschen Fußballerinnen 1989: Jutta Nardenbach, Petra Damm und Doris Fitschen, von links, mit dem Pokal (Foto: Markus Gilliar/GES-Sportfoto/Augenklick)

Monika Koch-Emsermann zum 75. – Temperamentvolle Pionierin des Frauenfußballs

Mit den Fußballerinnen des FSV Frankfurt verbindet Monika Koch-Emsermann sehr viel. Der Frauenfußball am Bornheimer Hang – das ist fast schon ihre Lebensgeschichte. Am 18. Juni feiert sie ihren 75. Geburtstag.

Als Spielerin gehörte Monika Koch-Emsermann der allerersten FSV-Mannschaft an, die am 6. September 1970 der Mannschaft der Bundesbank (später SG Praunheim, heute 1. FFC Frankfurt) 1:3 unterlag. 1971 wurde sie zur Abteilungsleiterin gewählt.
 
Sie machte in ihrer über 20-jährigen Amtszeit die FSV-Abteilung zur besten hessischen und zu einer der besten deutschen Frauenfußball-Adressen. Es gibt nicht wenige, die sagen, sie habe einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung des Frauenfußballs insgesamt gehabt.
 
1974 waren es die Kickerinnen leid, dass bei keinem der häufig wechselnden Trainer das Gefühl aufkam, dass die Chemie zwischen Coach und Team stimmen würde. Die Konsequenz: Monika Koch-Emsermann wurde von der Mannschaft als Trainerin ausgedeutet (Foto: privat).
 
Kommentar der damaligen Spielführerin Evelyn Bellersheim nach vier Wechseln innerhalb eines Jahres: „Was die bisherigen Trainer zeigten, das kannst du sicher besser, bestimmt jedenfalls im Engagement.”
 
Wenn schon Trainerin, dann richtig mit einer Trainerlizenz. Ihr erster großer Triumph war 1982 der Gewinn des inoffiziellen Europapokals für Vereinsmannschaften im niederländischen Delft, zu dem der FSV als Vertreter des DFB eingeladen war.

Für hoffnungsvolle Talente hatte Koch-Emsermann stets den richtigen Blick. Dank der guten Nachwuchsarbeit, am Bornheimer Hang gab es die erste Mädchen-Mannschaft in Deutschland, aus der viele Spielerinnen den Weg in die 1990 gegründete Bundesliga fanden, war der Fußballsportverein in Hessen ab 1980 konkurrenzlos.

Eigengewächse wie Birgit Prinz, Sandra Smisek oder Stephanie „Steffi“ Jones
 
Eigengewächse wie Birgit Prinz, Sandra Smisek, Katja Kraus oder Stephanie „Steffi“ Jones trugen lange Zeit das Nationalmannschaftstrikot. 1986 wurde Koch-Emsermann mit dem FSV erstmals deutscher Meister, 1985 und 1990 DFB-Pokalsieger.
 
Die Trainerin und Abteilungsleiterin strebte aber nicht nur den sportlichen Erfolg an. Sie zählt auch zu den engagiertesten Kämpferinnen für die Gleichberechtigung des damals noch völlig verpönten Frauenfußballs in Deutschland. Erst 1976 entfielen die Sonderregeln für Frauen wie Verbot von Stollenschuhen oder Schutzhand für Brust und Kopf.
 
Monika Koch-Emsermann beendete 1992 ihr Engagement als Trainerin und Abteilungsleiterin mit dem Gewinn im DFB-Pokalfinale gegen den Favoriten TSV Siegen. Dem Frauenfußball blieb sie erhalten.
 
1993 erschien das von ihr herausgegebene Frauenfußball-Magazin Dieda. Später wirkte sie beim FF-Magazin mit und hat dazu beigetragen, dem Frauenfußball auch medial eine Plattform zu bieten. So initiierte sie etwa die Ehrung zur „Spielerin des Jahres“.
 
löf/wm
 
Eine längere Fassung der Gratulation an Monika Koch-Emsermann findet sich in der Buschtrommel, dem offiziellen Mitteilungsblatt des Vereins Frankfurter Sportpresse und des Sportclubs im VFS. Die aktuelle Ausgabe kann hier als PDF heruntergeladen werden.

18.06.2019






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