Verein Frankfurter Sportpresse (VFS)
Alpine Skipiste (Foto: firo sportphoto/Augenklick)

Nachruf auf Peter Schulze – Ski-Fan, Tausendsassa und Netzwerker

Im Verein Frankfurter Sportpresse war Peter Schulze eines der aktivsten Mitglieder. Auf Menschen zugehen, Menschen überzeugen – das konnte er. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der umtriebige Macher bereits im September 80-jährig verstorben.

Von Ralf Weitbrecht

Die Erinnerung ist noch immer allgegenwärtig. Als Peter Schulze mit seinem schnittigen Cabriolet nach beschwingten Ski-Tagen in Hintertux nach Hause fahren wollte, war zuvor reichlich Neuschnee gefallen. Mit Sommerreifen ins Tal? Na klar. Er machte es – und kam selbstverständlich unversehrt zu Hause an.

Die meisten von uns im Verein Frankfurter Sportpresse kennen Peter Schulze noch in seiner wohl prägendsten Funktion als Portas-Mann. Dabei hat er eigentlich überall seine Finger im Spiel gehabt. Marketing, das war das Feld, in dem er sich zu Hause fühlte. Auf Menschen zugehen, Menschen überzeugen – kaum einer konnte das so gut wie Peter Schulze. Und stets war er ganz vorne mit dabei, als es galt, selbst die Fußballschuhe zu schnüren, den Tennisschläger zu schwingen oder saubere Schwünge auf dem Hintertuxer Gletscher zu ziehen (Schulze-Foto: privat).

Peter Schulze, geboren am 18. Oktober 1938, war immer auf Ballhöhe. Sein riesiges Netzwerk leistete ihm wertvolle Dienste. Mit der Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft war Schulze der erste, der sich traute, die Alt-Internationalen mit Firmen-Trikots auszustatten. Ende der 1980er-Jahre fand er sein spezielles Baby mit der Gründung des FC Rhein-Main.

Peter Schulze stabilisierender Faktor in der Abwehr

Namen wie Paul Breitner, Gerd Müller, Charly Dörfel oder Bernd Förster sowie Prominenz aus Frankfurt und Offenbach spielten sich drei Jahre ungeschlagen durch die untersten Klassen. Mit einem Lothar Emmerich, der die C-Klasse mal mit über 100 Saisontoren fast im Alleingang dominierte. Und mit einem Peter Schulze als stabilisierendem Faktor in der Abwehr.

Im vierten Jahr, quasi mit der von Portas-Chef Horst Jung verordneten Übernahme der Präsidentschaft bei den Offenbacher Kickers, endete auch der schier unaufhaltsame Aufstieg des FC Rhein-Main. „Die Gegner wurden halt immer jünger und wir immer älter“, sagte Peter Schulze einst (Logo: VFS).

Einmalig war sein Engagement, die Tradition von Mitternachtsturnieren im Tennis wieder aufleben zu lassen. Auch in Hintertux, dem Eldorado für die Skifahrer unter uns Journalisten, hat Peter Schulze viele Male helfend, unterstützend und organisierend mitgeholfen.

Gesundheitlich zuletzt angeschlagen, ist Peter Schulze, wie erst jetzt bekannt wurde, am 10. September in einer Seniorenresidenz in Aschaffenburg im Alter von 80 Jahren gestorben. Der VFS trauert um ein verdientes Mitglied.

25.10.2019






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