Tugba Tekkal erhält „Goldenes Band” des VdSBB
Von links: VdSBB-Vorsitzender Hanns Ostermann, Preisträgerin Tugba Tekkal und Laudatorin Anne Will (Foto: Stephanie Pilick)

Die Leidenschaft zu kicken

Sie war selbst Profifußballerin. Jetzt versucht Tugba Tekkal vom gemeinnützigen Verein Háwar.help, Mädchen für den Sport zu begeistern und ihnen Kraft zu geben. Für ihr Engagement zeichnete der Verband der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg die 34-Jährige mit dem „Goldenen Band“ aus.

Von Arne Steinberg

Seit 1927 vergibt der Verband der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg „Das Goldene Band“. Es ist eine Auszeichnung für Persönlichkeiten aus dem Sport, die sich für Menschen einsetzen – mit den Mitteln, die ihnen der Sport gibt. Am Dienstagabend wurde Tugba Tekkal geehrt. Sie ist wie ihre Schwester Düzen Gründungsmitglied des gemeinnützigen Vereins Háwar.help und hat das Fußball-Integrationsprojekt „Scoring Girls“ für Mädchen und junge Frauen zwischen acht und 18 Jahren ins Leben gerufen.

Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt Fernsehmoderatorin Anne Will im Scharounsaal der AOK-Niederlassung Nordost in Berlin-Kreuzberg, wo die Verleihung dieses Jahr stattfand. Die Journalistin kennt die in Hannover geborene Tekkal schon länger: Sie hatte die ehemalige Profifußballerin, die kurdisch-jesidischer Abstammung ist, bereits bei deren Arbeit besucht.

„Ich habe mich sofort schockverliebt in das, was Tugba dort macht“, gestand Will. Sie hatte selbst vor etwa einem Jahr an einem Benefizspiel teilgenommen und dort mit den Mädchen des „Scoring Girls“-Projektes auf dem Fußballplatz gestanden (Tekkal-Foto: Stephanie Pilick).

„Es braucht Menschen wie Tugba Tekkal, die mit ihrem Engagement aufstehen gegen zunehmende Bedrohungen unserer offene freiheitliche Gesellschaft: Frauenverachtung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus“, sagte Will, „dem stellt Tugba Tekkal ein absolut mitreißendes Gegenbild entgegen. Selbstlos, positiv, voller liebevollem Zutrauen, dass die von ihr trainierten Mädchen und jungen Frauen über sich selbst hinauswachsen werden und die Mitmenschlichkeit schließlich gewinnt.“

Die frühere Spielerin des Hamburger SV und 1. FC Köln bedankte sich bei der Jury, Anne Will und besonders ihren Eltern. „Beim Fußball ist die Herkunft egal“, betonte Tekkal, „es geht nur darum, ob du die Leidenschaft hast zu kicken.“ Aufgrund der hohen Nachfrage werde „Scoring Girls“ ab Frühjahr 2020 auch in Berlin anlaufen.

Den Sonderpreis „Sport und Gesundheit“ erhielten zwei Journalistinnen des RBB: Carola Welt für ihren Beitrag zur Schmerzlinderung bei einem Gleitwirbel und Ina Czycykowski, die über eine Musik-App berichtet hatte, die Parkinson-Patienten hilft. Die Prämie von 1000 Euro spendeten sie an die Gesundheitssportabteilung des Berliner SC.

Auf der Website des Verbandes der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg können Sie eine ausführlichere Fassung des Textes lesen. Weitere Fotos der Verleihung bietet der Facebook-Auftritt des Verbandes Deutscher Sportjournalisten.

13.11.2019






« zurück
Magazin sportjournalist
Die aktuelle Ausgabe:
Oktober/November 2020

Titelthema

Die Monokultur bricht auf: Über den korrekten Umgang mit Minderheiten im Sportjournalismus
Von Christoph Ruf

Interview
mit Andreas von Thien, Sportchef bei RTL: „Sympathisch zu sein reicht nicht“
Von Thomas Nowag

Service
Presseausweis 2021: Jetzt beantragen!

Weitere Informationen
Regionalvereine