Thüringer Sportjournalistenclub
TSJC-Jubilar Volker Brix (Foto: Marco Kneise)

Volker Brix zum 80. Geburtstag – Ein Leben auf dem Rad

Er war selbst ein begeisterter Radrennfahrer. Die Sportart fasziniert den Fotojournalisten Volker Brix bis heute. Am 19. April wird das Mitglied des Thüringer Sportjournalistenclubs 80 Jahre alt.

Von Axel Eger

„Tach, Ihr Athleten.“ Mit diesem Satz kam er regelmäßig in die Sportredaktion der Thüringer Allgemeinen – und wir wussten auch ohne aufzublicken: Volker ist da. Im Gepäck hatte er immer irgendeine Nachricht samt Foto aus dem regionalen Radsportgeschehen. Und immer irgendeine Story dazu.

Der Radsport hat sein Leben geprägt. 1956 schoss er sein erstes Foto für die Fachzeitschrift Radsport-Woche beim thüringischen Traditionsrennen „Rund um die Hainleite“. Bei fünf Rad-Weltmeisterschaften auf Bahn, Straße und im Cross war er als Berichterstatter dabei.

Als Bildreporter der Tageszeitung Das Volk und später als freier Mitarbeiter „schrubbte“ er Wochenenddienste, oft zusammen mit Weltrekordläufer Jürgen May, der damals Volontär beim Volk war. Er begegnete Emil Zatopek, Siegfried Herrmann und Hans Grodotzki, pflegt bis heute Kontakte zu den Olympiasiegern Olaf Ludwig, Mario Kummer, Hartwig Gauder, René Wolff und Kristina Vogel (Foto: Fotoagentur Kunz/Augenklick).

Er hat sich die Neugier bewahrt und das Nachfragen nicht verlernt. Noch immer verfolgt er den Sport, beobachtet den Nachwuchs, liefert gelegentlich Texte für den Lokalteil – und für die erste Ausgabe des Jahres zuverlässig die Neujahrswünsche der regionalen Sport- und Politikprominenz.

Seit er 1967 die Prüfung an der Handwerkskammer Potsdam bestand, ziert der ehrfürchtige Titel Fotografenmeister seine Visitenkarte. In den Berufsverbänden hat sich der gebürtige Erfurter seit jeher engagiert, ab 1968 im Verband der Journalisten der DDR, nach der Wende als einer der Männer der ersten Stunde im neugegründeten Thüringer Sportjournalistenclub. Mit mehreren Kollegen gehörte er ab 1973 zu den Organisatoren und Ideengebern der stimmungsvollen Erfurter Sportpressebälle.

35 Jahre lang saß er selbst auf dem Rad

Mit Helmut Wengel, dem langjährigen Sportchef der Thüringer Allgemeinen, verbindet Brix neben der Liebe zum Radsport die Autorenschaft zweier Bücher über die Radrennbahn Andreasried. Für ein drittes Werk („100 Jahre Rund um die Hainleite“) schrieb er die Geschichte des Rennens von 1907 bis 1990.

35 Jahre lang – vom Junior bis zu den Altersklassen der Senioren – saß er selbst auf dem Rad. Zu Buche stehen drei Dutzend Siege und noch einmal doppelt so viele zweite und dritte Plätze. Zweimal fuhr er bei DDR-Straßenmeisterschaften im Mannschaftszeitfahren zu Bronze, einmal im Einzelrennen beim Internationalen Championat Tschechiens in Rodnice nad Labem.

Im Ehrenamt sportlicher Leiter der jährlichen Steherrennen

Volker Brix kann Geschichten erzählen. Es gibt fast keinen im Erfurter Sport, den er nicht kennt. Und immer wieder führt die Spur der Erinnerungen ins Erfurter Andreasried, die traditionsreiche Hochburg des deutschen Stehersports. 45 Jahre lang war er dort der Spiritus Rector, im Ehrenamt sportlicher Leiter der jährlichen Steherrennen. Ein Mann, eine Institution.

Vor zehn Jahren, zum 70. machte er damit Schluss, doch von Begegnungen voller Herzblut erzählen wird er auch noch zu seinem 80. Geburtstag. Dann, wenn die für den 19. April geplante Feier nachgeholt wird. Und wenn er uns in großer Runde empfangen wird, herzlich wie eh und je: „Tach, Ihr Athleten.“

19.04.2020






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