Verein Hamburger Sportjournalisten (VHS)
Sonnenuntergang Hohwachter Bucht (Foto: firo sportphoto/Augenklick)

Zum Tode von Karl-Heinz „Charly“ Krause – „Er wollte leben, er hat gelebt“

Seine persönlichen Erfahrungen reichten für mehrere Leben. So flüchtete Karl-Heinz Krause unter anderem aus der DDR. Nun ist das Mitglied des Vereins Hamburger Sportjournalisten gestorben. „Charly“ wurde 85 Jahre alt.

Sein Motto war: „Er wollte leben, er hat gelebt.“ Das bezog sich vor allem auf seine Flucht aus der DDR. Doch insgesamt ist Karl-Heinz Krauses Vita alles andere als normal, sondern ungemein spannend.

Geboren wurde „Charly“, wie ihn die meisten nannten, am 3. April 1935 in Doberlug-Kirchhain in der Niederlausitz. Eigentlich war er Elektriker und E-Maschinenbauer. Doch durch einen glücklichen Zufall kam er zum Journalismus – und blieb diesem Metier treu (Krause-Foto: privat).

Erst Märkische Volksstimme und Neuer Tag, dann Sportecho, Fußballwoche und Junge Welt. Krause war eine feste Größe im Journalismus der DDR. Doch sein Wille, aus dem Land zu fliehen, das er immer stärker als einengend empfand, wuchs.

Im Mai 1980 wurde die Flucht über Jugoslawien in die Tat umgesetzt. Die B.Z. in Berlin, die Bild in Hamburg und Hannover sowie schließlich 15 Jahre Hamburger Abendblatt waren Krauses Stationen im Westen bis zu seiner Pensionierung.

Vor einiger Zeit erfüllte sich Krause den großen Wunsch, die Stationen seiner Flucht durch das damalige Jugoslawien noch einmal zu besuchen. Seit langem lebte er in der Lüneburger Heide, nun ist er am 16. November im Alter von 85 Jahren verstorben.

vhs

23.12.2020






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