Verein Frankfurter Sportpresse (VFS)
VFS-Jubilarin Ulrike Spitz (Foto: Peter Hartenfelser/A2 Bildagentur)

Ulrike Spitz zum 65. Geburtstag – Qualität bei jeder Aufgabe

Sie hat die Welt gesehen. Ihre Heimat ist und bleibt der Schwarzwald. Am 16. Januar wird die DOSB-Medienchefin Ulrike Spitz, Mitglied des Vereins Frankfurter Sportpresse, 65 Jahre alt.

Aus Bubenbach in die internationale Welt des Sports und der Medien Ulrike Spitz wird 65 – als Skilangläuferin fand sie früh das Thema ihres Lebens, den Sport Frauen und Männer, die den deutschen Sport so genau kennen wie Ulrike Spitz, sind wohl nicht viele zu finden. Die Schwarzwälderin schaffte es im Skilanglauf in die nationale Spitze, studierte Sport, bevor es sie in den Sportjournalismus und später dann in die Welt der Verbände zog.

Am 16. Januar 1956 in Donaueschingen geboren und in Bubenbach nahe dem Titisee aufgewachsen, war sie nach Abitur und Pädagogik-Studium zwischen 1981 und 1993 Sportredakteurin bei der Badischen Zeitung. Es folgten 14 Jahre bei der Frankfurter Rundschau, bevor sie 2007 die Seiten wechselte. Bis 2010 war sie für die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) tätig – als Leiterin Kommunikation und Prävention sowie Stellvertretende Geschäftsführerin.

Auch nach ihrem Ausscheiden blieb Ulrike Spitz der NADA als freie Mitarbeiterin verbunden. Sie war zudem Leiterin Kommunikation beim Generationen Netzwerk für Deutschland und besorgte von Oktober 2013 an freiberuflich für die Deutsche Sportlotterie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Logo: Verein Frankfurter Sportpresse).

Daneben hielt sie Workshops für Kommunikation ab, beriet mehrere Kunden und arbeitete weiterhin als Autorin. Als Leiterin der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit ist „Uli“ seit September 2015 im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ganz nah dran bei allen Entscheidungen und Entwicklungen in „Sportdeutschland“. Wie lange sie dort weitermacht, steht derzeit noch nicht fest. Die Verschiebung der Spiele von Tokio hat das letzte und das laufende Jahr ja für alle durcheinandergewirbelt.

Auch die Sportzentrale Otto-Fleck-Schneise muss seit Monaten mit den Coronavirus-Restriktionen umgehen. Die Ressortchefin erledigte ihre Aufgaben und führte ihr Team vor allem so, wie wir alle es inzwischen kennen – als Remote Workerin am Bildschirm. Das tat sie, wie sie es als Sportlerin verinnerlicht hat, mit Ausdauer und Disziplin, bis an die Grenzen.

„Sport hat mich durchs Leben begleitet, ich habe wahnsinnig viel gelernt“

Schwerpunkt war die Arbeit an sportartspezifischen Konzepten für eine schnelle Erholung des Vereinssports. Weil der Sport wesentlich dazu beitragen könne, dass die Menschen die Corona-Krise so gut wie möglich bewältigen. Bewegung und Gemeinschaft seien gleichermaßen wichtig, so Ulrike Spitz vergangenen Sommer in einem Interview mit der Badischen Zeitung, ihrem Heimatblatt. „Sport hat mich durchs Leben begleitet. Ich habe wahnsinnig viel gelernt: mich durchkämpfen, Niederlagen wegstecken, selbstkritisch werden.“

1968 startete die Zwölfjährige erstmals bei Wettkämpfen außerhalb des Dorfs. „Ich war immer am besten in den Staffelläufen“, erinnert sie sich. 1975 wurde sie deutsche Juniorenmeisterin, aber solo. Bei einem internationalen Rennen – Weltcups gab es noch nicht –, lief Ulrike Spitz, die von 1974 bis 1978 der Nationalmannschaft angehörte, in Kastelruth auf den vierten Rang.

Ihr Lehramtsstudium – Sport und Englisch – gab sie auf, als sich 1980 die Gelegenheit zu einem Volontariat bei der Badischen Zeitung bot. Schulpraktika hatten sie nicht wirklich überzeugt vom Lehrerberuf. Im Herbst 1981 wurde sie BZ-Sportredakteurin in Neustadt, 1988 wechselte sie nach Freiburg (Schwarzwald-Foto: GES-Sportfoto/Oliver Hurst/Augenklick).

Von dort zog es sie 1993 zur Rundschau nach Frankfurt, deren Sportressort sie dann von 2002 bis 2007 auch leitete. Ein Karrieretyp war und ist sie nicht, Führungspositionen haben sich eher ergeben. Ulrike Spitz steht für Qualität bei jeder Aufgabe.

Als die Stellenausschreibung des DOSB für Christian Klaues Nachfolge erschien, wusste sie intuitiv: „Die suchen ja mich.“ So hat sie es einmal mit einem Lächeln erzählt. Hilfreich waren für den Einstieg ihre vielfältigen Erfahrungen mit Sportpolitik und Dopingbekämpfung sowie als frühere Leistungssportlerin und als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Sport der Antikorruptions-Organisation Transparency International.

„Ich wollte noch mal mitmachen und nicht nur draufgucken“

Der Hauptgrund für ihren neuerlichen Wechsel in eine Organisation 2015 war: „Ich wollte noch mal mitmachen und nicht nur draufgucken.“ So wurde sie bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 und den Winterspielen in Südkorea 2018 Teil des (Service-)Teams an der Seite der Athletinnen und Athleten.

Zuvor hatte sie für die BZ über die Winterspiele 1988 und 1992 berichtet, über die Winterspiele 1994, 1998 und 2002 für die Frankfurter Rundschau, und bei den Sommerspielen 2008 in Peking war sie für die NADA im Einsatz. Als Journalistin war 2002 in Salt Lake City die sensationelle Goldmedaille für die deutsche Frauen-Langlaufstaffel ein Arbeits-Höhepunkt.

Sie hat die Welt gesehen. Ihre Heimat ist und bleibt der Schwarzwald, wo sie im Elternhaus oft ihre Schwester und deren Familie besucht. Seit langem schon vermissen ihre journalistischen Wegbegleiter die Begegnungen im Wintersport, am meisten vielleicht die unvergesslichen Silvester-Abende mit ihr am Rande der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen.

Jörg Hahn (mit Material der Badischen Zeitung)

16.01.2021






« zurück