Verein Hamburger Sportjournalisten
VHS-Jubilar Jens-Peter Hecht (Foto: privat)

Jens-Peter Hecht zum 75. Geburtstag – Ein Kommunikator

Wo Jens-Peter Hecht war, war Mittelpunkt. Man hat ihm zugehört. Vor allem in seiner Zeit als Pressesprecher beim Deutschen Tennis Bund war der weitgereiste Medienmensch prägend. Am 18. Dezember wird das Mitglied des Vereins Hamburger Sportjournalisten 75 Jahre alt. Toralf Bitzer gratuliert seinem Lehrmeister sehr persönlich.

Mensch, Jens-Peter, jetzt wirst Du 75 und dazu möchte ich Dir – stellvertretend für viele Kolleginnen und Kollegen – ganz herzlich gratulieren. Wobei ich sagen muss, dass ich diese Zahl nur schwer mit Dir in Verbindung bringe. Vor meinem geistigen Auge stehst Du noch immer im Pressezentrum am Hamburger Rothenbaum. Ein Ort, den Du nicht nur geprägt, sondern ausgefüllt hast wie kein anderer. Jeder, der Dich in der großen Tenniszeit von Becker, Graf und Stich dort erlebt hat, wird gut verstehen, was ich meine. Ich darf das sagen, schließlich habe ich Dich dort beerbt.

Gelernt hast Du Deinen Beruf auf der anderen Seite des Pressetresens, bei der Lüneburger Landeszeitung, später als Redakteur beim Weser-Kurier und bei der dpa. Das hat Dir als Pressesprecher beim Deutschen Tennis Bund sicher geholfen – ausgezeichnet hat Dich etwas anders: Wo Du warst, war Mittelpunkt, man hat Dir zugehört, Du hast vermittelt und geholfen, wusstest Dich aber auch zu wehren, wenn es hart auf hart kam, und wenn es etwas zu feiern gab, warst Du mittendrin. Eben ein Kommunikator (Logo: Verein Hamburger Sportjournalisten).

Diese Fähigkeit hat Dir zum Ende Deiner Berufslaufbahn noch einen ganz besonderen Höhepunkt beschert. Als Head of Media Operations durftest Du die Fußball-WM 2010 in Südafrika betreuen. Wie Du selbst sagst, die „aufregendste und intensivste Zeit meines Lebens“. Mit vielen neuen Eindrücken und vor allem Menschen, die Dir bis heute als Freunde geblieben sind.

Jungen Menschen eine Chance gegeben

Jetzt ist es ruhiger um Dich geworden. Deine Mitspieler auf dem Golfplatz werden das nicht unbedingt bestätigen, aber die Lüneburger Kommunalpolitik muss inzwischen ohne Dich auskommen, und selbst bei Deinem geliebten Lüneburger Sport-Klub sieht man Dich nur noch als Zuschauer auf der Tribüne. Es gibt sogar Berichte, man habe Dich auf einem Fahrrad gesehen. Noch so ein Bild, das nicht in meinen Kopf will.

Für mich sitzt Du noch immer am Steuer. 220 auf dem Tacho und voll konzentriert – auf das Erzählen einer Deiner zahllosen Anekdoten rund um die Tennisplätze dieser Welt. Vor allem aber stehst Du für mich noch immer im Pressezentrum. Inmitten einer Menschentraube und im Hintergrund ein junges Team, das Dir den Rücken freihält. Ich glaube, das ist Deine größte Leistung: Du hast jungen Menschen eine Chance gegeben (Hecht-Foto: privat).

Keinen anderen Menschen habe ich über Jahre gesiezt, obwohl er mich selbstredend mit Du angesprochen hast. Aber Du hast es mit Vertrauen zurückbezahlt, hast Dein Wissen und Können mit uns geteilt und uns Aufgaben gegeben, die wir uns selbst nie zugetraut hätten.

Und wenn doch einmal etwas schiefgegangen ist, hast Du dich mit Deinem breiten Kreuz vor Deine Leute gestellt. Ohne Wenn und Aber. Das rechne ich Dir hoch an und schon lange wollte ich mich dafür bei Dir bedanken. Dein 75. Geburtstag ist dafür eine gute Gelegenheit.

18.12.2021






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