sportjournalist-Fragebogen „Ich über mich“
Gu?nter Klein (Foto: Mu?nchner Merkur)

Merkur-Sportchefreporter Günter Klein – „Ich schätze sehr die kritischen Geister“

Beim Münchner Merkur ist Günter Klein Chefreporter für den Sport. Besonders Eishockey schätzt er. Welche Typen ihm noch imponieren und was sein größtes Laster ist, verrät der 57-Jährige auf sportjournalist.de.

Günter Klein wurde nach abgebrochenem Lehramtsstudium Volontär und später Redakteur bei der längst verblichenen Zeitschrift Sport-Kurier. Nach einem Intermezzo als Eishockey-Chefredakteur (Eiszeit und Eishockey-Magazin) ist der gebürtige Augsburger seit 1998 beim Münchner Merkur, dort Chefreporter Sport. Klein gehört dem Verein Münchner Sportjournalisten an.

sportjournalist: Herr Klein, was war Ihr Berufswunsch als Kind?

Günter Klein: Björn-Ersatz bei ABBA (wegen Agnetha), Fußball-Nationaltorwart, Lehrer, Sportstudio-Moderator – das wechselte öfter mal.

sj: Ihre Lieblingsfächer in der Schule?

Klein: Deutsch und Hitzefrei.

sj: Ihre erste journalistische Aufgabe?

Klein: 1983 ein Fußballspielbericht – Schwaben Augsburg gegen VfB Helmbrechts für den Helmbrechts-Münchberger Anzeiger. Dürfte Bayernliga gewesen sein.

sj: Welchen Beruf haben Vater und Mutter ausgeübt?

Klein: Eisenbahner und Verwaltungsangestellte bei der Berufsgenossenschaft.

sj: Gibt es für Sie in der Sportberichterstattung ein Leitmedium?

Klein: Print: Spiegel. Hörfunk: Deutschlandfunk. Podcast: Rasenfunk. TV: Sport inside im WDR.

sj: Wo beziehungsweise von wem haben Sie für den Beruf am meisten gelernt?

Klein: Lernen ist kein abgeschlossener Vorgang, daher entdeckt man immer neue gute Leute. Heute schätze ich sehr die kritischen Geister wie Rafael Buschmann, Jens Weinreich, Michael Ashelm oder Jürgen Kalwa. Und Kollegen mit Witz wie Marcus Bark, Bernd Schmelzer und Peter Ahrens (es gibt aber noch einige mehr). Und überhaupt ganz groß: Harald Stenger.

sj: Worüber berichten Sie besonders gern?

Klein: Eishockey (wegen der Typen), jede Art von Hintergrund. Und mittlerweile finde ich auch Sportpolitik wahnsinnig spannend.

sj: Ihre größte sportliche Leistung?

Klein: In der Fitness-App Crunch Fu war ich 2011/2012 mit 4300 Crunches am Stück (dauerte zweieinhalb Stunden) Weltranglistenzweiter. Habe trotzdem keinen Sixpack bekommen. Die App wurde inzwischen eingestellt (Fitness-Foto: GES-Sportfoto/Augenklick).

sj: Welche Begabung hätten Sie gern?

Klein: Zeitungen vor ihren Verlegern retten zu können.

sj: Ihre persönliche Stärke/Schwäche?

Klein: Schlagfertigkeit/Ungeduld.

sj: Haben Sie ein Hobby?

Klein: Sporteln, lesen, twittern – und der Mensch meiner beiden Katzen sein.

sj: Was wäre für Sie ein Traumjob?

Klein: Jeder, in dem man Wertschätzung erfährt.

sj: Was (oder wer) motiviert Sie?

Klein: Leute, die sich auf meine Beiträge freuen. Und die Twitter-Community.

sj: Haben Sie ein Lieblingslaster?

Klein: Lästern.

sj: Auf was wollten Sie nie verzichten?

Klein: Kaffee am Tag, Tee am Abend (Kaffeebohnen-Foto: firo sportphoto/Augenklick).

sj: Haben Sie einmal eine Entscheidung bereut?

Klein: Zu lange loyal zum Arbeitgeber gewesen zu sein – wird einem nicht gedankt.

sj: Wem sind Sie ewig dankbar?

Klein: Hans-Jochen Vogel und Willi Daume, dass sie die Olympischen Spiele 1972 nach München und Augsburg holten. Mein Erweckungserlebnis als Zehnjähriger, mein Nostalgie-Thema Nummer eins.

sj: Was ist für Sie ein perfekter Tag?

Klein: Einer, wo der Schreibtisch nicht vorkommt.

sj: Woran glauben Sie?

Klein: An die Zukunft langer Texte.

sj: Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Klein: Bei der Münchner Journalisten-Abfahrtsmeisterschaft nicht eine Sekunde hinter, sondern vor Sebastian Bernsdorff von Sport1 zu landen.

sj: Welche Überschrift würden Sie Ihrem Leben geben?

Klein: Da sollten ja noch einige Kapitel kommen – zu früh für eine Überschrift.

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07.04.2020






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