Neuer VDS-Beisitzer Arno Boes
Arno Boes (Foto: Tanja Böhm)

„Wettbewerb für regionale und lokale Redaktionen wieder ins Auge fassen“

Als Vorsitzender des Vereines Mittelrheinischer Sportjournalisten weiß Arno Boes sehr genau um die Bedürfnisse in Lokal- und Regionalsport. Entsprechende Wettbewerbe könnten für Mitglieder der VDS-Vereine attraktiv sein. Was der neue Beisitzer im Präsidium des Dachverbandes noch vorhat, verrät er auf sportjournalist.de.

Arno Boes ist seit mehr als 40 Jahren freiberuflicher Sportjournalist, seit 2001 hauptberuflich. Der Vorsitzende des Vereins Mittelrheinischer Sportjournalisten (VMRS) arbeitet für regionale Zeitungen und Agenturen sowie Hörfunk und Fernsehen. Der 63-Jährige tritt im VDS-Präsidium als Beisitzer die Nachfolge von Andreas Dach an, der aus persönlichen Gründen aufgehört hat.

sportjournalist: Herr Boes, wie sehen Sie Ihre Aufgabe als Beisitzer?

Arno Boes: In den vergangenen Jahren hat sich für die Journalistinnen und Journalisten sehr viel verändert, das habe ich in den vielen Bereichen, in denen ich tätig bin, ja selbst erfahren. Um ihre Einkommenssituation ausreichend zu gestalten, müssen sich junge Kollegen deutlich vielseitiger aufstellen als früher. Ich sehe mich als Vertreter dieser Klientel, die in den regionalen und lokalen Medien, aber auch darüber hinaus zu finden ist. Da können wir als Verband vielleicht Hilfestellung geben.

sj: Können Sie konkreter werden?

Boes: Ich sehe zwei Dinge, die wir als VDS angehen können. Das eine ist sicher die rein berufliche Schiene für junge Kollegen, die sich weiterentwickeln wollen. Da schwebt mir vor, sie in Form von Seminaren oder Beratungen zu unterstützen, ihnen – vielleicht in Kooperation mit weiteren Partnern – auch neue, andere Perspektiven zu eröffnen.

sj: Was ist der andere Punkt?

Boes: Auch auf diesen bin ich schon konkret angesprochen worden. Es ging darum, warum der VDS den Wettbewerb für die regionalen und lokalen Redaktionen abgeschafft hat. Hier ist ein neuer Ansatzpunkt, denn Wettbewerbe sind sicher immer förderliche Maßnahmen. Wir sollten Anreize bieten, daran teilzunehmen.

sj: Um so den Nachwuchs von einer Mitgliedschaft im Verband beziehungsweise einem Regionalverein zu überzeugen?

Boes: Wenn wir so einen Wettbewerb wieder ins Auge fassen, würde ich die Regionalvereine einbinden wollen. Der eine oder andere Regionalverein ist schon aktiv bei diesem Thema, die meisten aber sind es eher nicht so, sie verweisen auf die VDS-Wettbewerbe. Da möchte ich ein bisschen mehr Bewusstsein schaffen, dass junge Kollegen nicht nur eine Klientel sind, aus der wir Mitglieder schöpfen können, sondern der Regionalverein auch aktiv mithelfen kann, um die hohe Qualität im Sportjournalismus zu sichern.

Interview: vds

Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe Juni/Juli 2019 des sportjournalist. Hier geht es zur Bestellung des Einzelheftes beim Meyer & Meyer Verlag. Mitglieder des VDS erhalten den alle zwei Monate erscheinenden sportjournalist automatisch per Post und können sich das Heft zudem im Mitgliederbereich kostenlos als PDF herunterladen. Dies gilt auch für ältere Ausgaben.

25.07.2019






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