Olympia-Kolumne „Neues vom Giganten“
Olympia-Stadt Rio de Janeiro: Großartige Stadt, großartiger Anblick (Foto: Kunz/Augenklick)

Das ganze Jahr über Strand

Carioca heißt der Einwohner Rio de Janeiros. Heute ist der „Carioca Way of Life“ gar ein Lebensgefühl und Daseinsstatus. Immer schön relaxed.

Von Heiner Gerhardts

Die drei architektonisch stilvoll verschachtelten Sporthallen im Barra-Olympiapark tragen den Namen Arena Carioca. Wer mit der Metrô das Zentrum „tunnelt“, macht unweigerlich Halt in der wuseligen Estação Carioca. Ob Brasiliens meistgegessene Bohnensorte oder beliebtester „Cafezinho“ – Carioca heißt es. Halt so wie der Einwohner Rio de Janeiros.

Das Wort ist ein Relikt der Indiosprache Tupi. Karaíwa oder kurz Karí nannten die Ureinwohner den weißen Mann und Oka dessen Haus aus Stein. Der Fluss mit trinkbarem Wasser, entlang dessen die portugiesischen Eroberer ihre Siedlung bauten, bürgerte sich als Rio Carioca ein. Ein Terminus, der zum Prädikat wurde für diejenigen, die sich an den Ufern und später in der ganzen Stadt niederließen.

Heute ist der „Carioca Way of Life“ gar ein Lebensgefühl und Daseinsstatus. Das ganze Jahr über Strand, Sport im Freien, lockere Kleidung, Salz und Sonnencreme auf der Haut, eine leichte Seele. Der Carioca ist nicht faul, tut aber alles, um nicht als Arbeitstier verschrien zu werden. Und ist ein Meister der Improvisation, auch weil er gern alles auf die letzte Sekunde schiebt.

Im Stadtdekret 39797 vom 1. März 2015 heißt es, dass jeder zum Carioca konvertieren kann. Man müsse nur wollen. Und bräuchte sich dazu gar nicht den typischen Akzent mit dem lang gezogenen „R“ und dem gezischten „S“ zulegen. Carioca ist Rio, und das nun schon seit 450 Jahren.

15.12.2015






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