Kolumne „Hardt und herzlich“
Uli Hoeneß (Foto: firo sportphoto/Augenklick)

Hoeneß, Herr des Handelns

Uli Hoeneß ist fast schon wieder der alte, zumindest in punkto öffentliche Äußerungen. Aber ganz alleine schafft er es nicht. Zum Glück hat er zuverlässige Mitspieler.

Von Andreas Hardt

Also der Uli Hoeneß, der sagt ja immer gerne was. In alle Richtungen. Vor allem Richtung sportlicher Rivalen. Grrr – Attacke. Und manchmal entschuldigt er sich dann wieder. Genau so: er sich. Das besorgt er gleich selbst. Immer Herr des Handelns. Nachdem er drüber nachgedacht hat, was er da wieder so gesagt hat.
 
Bis dahin aber hat sich längst der Herr Watzke zu Wort gemeldet und auch was gesagt. Grrr – Attacke. Gerne Richtung München. Und dann ist der Herr Lemke angefragt worden und hat auch was gesagt. Über den Weltfrieden und die Bedeutung des Sports dafür. Will aber niemand mehr hören.
 
Der Herr Sammer wurde nicht angefragt, sagte aber von sich aus was. Bevor er seinen neuen Job als TV-Experte antritt. Damit das auch jeder mitbekommt. Sammer sagte was Sachliches Richtung Hoeneß, dass man so Sachen wie „Feind“ und „Krieg“ nicht sagen soll. Wegen Vorbildwirkung. Und manche würden das falsch verstehen.
 
Dann springt der Herr Rummenigge in aller Regel für den Herrn Hoeneß in die Bresche. Man kenne den ja. Der meint das nicht so, der will nur spielen.
 
Auch spricht der Herr Bruchhagen. Muss jetzt erklären, warum er den Herrn Kühne in Hamburg ganz toll findet. Anders als vor einem Dreivierteljahr in Frankfurt. Da fand er den Herrn Kühne irgendwie ... ungerecht, ja.
 
Aber Zeiten ändern sich eben. Und gestern ist gestern. Was offenbar auch für den Herrn Hoeneß gilt. Der sprach doch mal von Demut, damals nach seinem „Fehler“. Erinnert er sich noch?

Egal, sie reden und reden und reden – und wir drucken und senden und posten. Je Zoff, desto Auflage. Volles Programm. Hauptsache Raushauen, einer verbreitet es immer.

Nur der Herr Beckenbauer, der sagt seit einiger Zeit gar nichts mehr. Hmmm. War da was?

Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe Februar 2017 des sportjournalist, die direkt beim Meyer & Meyer Verlag bestellt werden kann. Mitglieder des VDS können sich das Heft als PDF im Mitgliederbereich kostenlos herunterladen.

03.03.2017






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