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DFL-Website (Foto: Screenshot)

Die niedliche Fußball-Bundesliga

Die Fußball-Bundesliga startet am 16. August in die neue Saison. Angeblich soll das Titelrennen spannender denn je werden. Für die Deutsche Fußball Liga wäre es zwecks globaler Marktfähigkeit in der Tat schön, wenn nicht wieder die Bayern den Meistertitel holen.

Von Clemens Gerlach

Die Hoffnung war da. Doch war sie auch groß? Die Deutsche Fußball Liga jedenfalls verkündete in ihrem erstmals erstellten „Sportreport“, dass sich nach 22 Bundesliga-Spieltagen Spannung abzeichne. „Anders als in Spanien, Italien und Frankreich, wo die Vorjahres-Meister der Konkurrenz bereits wieder enteilt sind, steht in Deutschland nicht der amtierende Meister an der Tabellenspitze“, hieß es.

Wie es für den damaligen Primus Borussia Dortmund ausging, sollte bekannt sein. Zur Erinnerung: Bayern München fing den BVB noch ab und triumphierte zum siebten Mal in Folge. Die Seriensieger holten auch noch den DFB-Pokal gegen RB Leipzig, das immerhin zweitbeste Team der Rückrunde.

Die FCB-Ära ist für die an Expansion interessierte DFL leider nicht so gut. Denn nur dann, wenn es hierzulande einen echten Wettbewerb um die Führungsposition im Berufsfußball gibt und nicht immer derselbe Klub vorne liegt, ist die Liga auch international interessant. Vor allem in puncto Vermarktung. Superstars, Fan-Extase und so.

Die deutsche Elite-Spielklasse mag ja „die torreichste, jüngste und zuschauerstärkste unter Europas Top-Ligen“ sein, wie die DFL superlativierte, sportlich liegt sie klar hinter England und selbst Spanien. Es ist aber auch vertrackt. Da kassieren die Klubs auf der Insel seit geraumer Zeit unverschämt hohe Fernsehgelder, verballerten die Kohle aber jahrelang mehr oder minder sinnlos, und nun sind sie das Maß aller Dinge.

Champions und Europa League machten die englischen Vereine zuletzt unter sich aus. Sie sind spitze und haben schon jetzt und wohl auch künftig renditebringende Strukturen geschaffen, insbesondere im Nachwuchsbereich. Und kommende Saison, die am 16. August startet? Da dürfte es für die Bayern auch sehr schwer werden, international entscheidend abzuräumen. Doch nur außer Haus zählt, die deutsche Meisterschaft nebst DFB-Pokal ist eh wieder eingepreist.

Small is beautiful

Vielleicht ahnt ja der Ligaverband schon, wohin die Reise fürderhin geht. Denn erst bei den Übertragungsrechten ab der Bundesliga-Spielzeit 2021/2022 können dank neuer Zuschnitte höhere Erlöse erzielt werden. Die Lücke zu England ist momentan sehr groß.

In ihrem „Sportreport“, der mit „aktuellen Daten und Kennzahlen” der Einordnung dienen soll, urteilt die DFL selbst: „Insgesamt zeigt sich die Bundesliga als ausgeglichene Liga.” Das betont die Harmonie und kann trotz der nationalen Bayern-Dominanz so gelesen werden: Small is beautiful.

Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe August/September 2019 des sportjournalist. Hier geht es zur Bestellung des Einzelheftes beim Meyer & Meyer Verlag. Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten erhalten den alle zwei Monate erscheinenden sportjournalist automatisch per Post und können sich das Heft zudem im Mitgliederbereich kostenlos als PDF herunterladen. Dies gilt auch für ältere Ausgaben.

15.08.2019






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