EM-Kolumne „C‘est la vie“
Stadion in Lyon: Rechtzeitig fertig geworden (Foto: firo/Augenklick)

Vertrauen ins Schmuckstück

Für die Fußball-EM in Frankreich werden etliche Stadien neu gebaut. Auf eines freuen sich die Fans ganz besonders.

Von Rainer Kalb

Die Wochenzeitung France Football hatte auf ihrer Internetseite Leser befragt, welches für sie das schönste EM-Stadion ist. Über 30.000 „Internauten“ haben ihre Antwort abgegeben. Das Überraschende: Gewonnen hat das Stadion von Lyon, das es zur Zeit der Abstimmung noch gar nicht gab.

Die Arena wird erst mit dem Rückrundenstart der Ligue 1 am 9. Januar 2016 im Heimspiel gegen Troyes eingeweiht. Das Stade de Lumieres erhielt 28 Prozent der Stimmen. Natürlich wird das Stadion, das knapp 60.000 Zuschauer fassen wird und in dem vier Vorrundenspiele, ein Achtel- und ein Halbfinale ausgetragen werden, ein Stützpfeiler der EM.

Thierry Greco, Präsident einer Fanvereinigung, schwärmt: „Das wird ein Schmuckstück. Das Stadion gehört als Einziges nur dem Verein. Das lässt einiges erwarten. Ich war auch in der Allianz Arena in München und kann versichern, dass Lyon ein Stadion von europäischem Niveau erhält.“

Prinzenpark auf Platz zwei, Marseille wird Dritter

Auf den zweiten Platz kam mit 27 Prozent der altehrwürdige Prinzenpark, in den die katarischen Eigentümer von Paris St. Germain schon so viel investiert haben, dass nur noch die Sitzschalen ausgetauscht werden müssen.

Mit 23 Prozent landete das Stade Velodrome in Marseille auf Platz drei. Christian Cataldo, auch Präsident einer Fangruppe, fiel aus allen Wolken, als das Ergebnis verkündet wurde. „Ein Stadion, das es noch gar nicht gibt, hat gewonnen? Die Leute sollten unterscheiden zwischen Versprechungen in schönen Modellen und der späteren Realität.“

Mit nur sieben Prozent landete Bordeaux auf Platz vier. Die Fans haben noch Probleme, sich an den neuen „Reichtum“ im Vergleich zum alten Stadion Chaban Delmas zu gewöhnen. Und zwölf Euro für einen Burger ist auch nicht nach jedermanns Geschmack. St. Etienne belegte mit fünf Prozent den fünften Platz.

09.01.2016






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