Kolumne „Einwurf“

Animalischer Sport

Im Sport ist tierisch was los. Viele Vereine bedienen sich zwecks Namensgebung bei der Fauna. Einer sorgt für Überblick im Zoo.

Von Wolfgang Uhrig

Turbulenzen beim Spiel Eintracht Braunschweig gegen München 1860, dazu die Zeile „Rudel-­Bildung unter Löwen“: Das Wappentier beider Vereine, ein Haufen hektischer Männer – Sport und Bildsprache. Der große Brehm ist überall.

Adler aus Mannheim wurden deutscher Eishockeymeister. Neben Eisbären Berlin, Kölner Haien, (Eis-)Tigern aus Nürnberg und Straubing, Pinguinen in Krefeld, Panthern in Augsburg und Ingolstadt, Roten Bullen in München. Oder Hähnen (Roosters) in Iserlohn. Und Wildschwänen in Schwenningen.

Beispiele im Handball mit Füchsen in Reinickendorf, Rhein Neckar Löwen in Heidelberg. Unter Fußballern meckert Geißbock Hennes in Köln, tierisch geht es zu bei Zebras in Duisburg, den Fohlen in Gladbach, den Störchen in Kiel. Auf Trikots springt ein Puma, Zuschauer verurteilen Schwalben. Fans der Berliner Hertha sind Frösche, Trainer jammern, „es fehlen Kampfschweine“.

Die Metapher wie der erste Vorname: „Ente“ zum watschelnden Willi Lippens, „Terrier“ zum bissigen Berti Vogts, „Kobra“ stand für den Stürmer Jürgen Wegmann. „Katze“ hieß der fliegende Maier­Sepp, vor ihm „Bulle“ Franz Roth, Kraftpaket beim FC Bayern. Später war dort „Tiger“ das Synonym für den aggressiven Stefan Effenberg. Wie „Lama“ für den spuckenden Rijkaard.

„Sportreporter und ihr eigenes Vokabular“, schmunzelt Bastian Sick, ein Sisyphos im Berg der Sprache, „ohne sie aber hätte der Leser weniger Spaß.“ An unseren Spielen mit Pflaumen und Gurken, Tomaten und Bananen aus dem Laden für Lebensmittel, der Botanik mit Kleeblättern, Veilchen oder Lilien.

Nicht zu vergessen die Synonyme aus der Technik: Torfabrik, Fließband oder Akku. Dem Militär mit Bombe, Torpedo und Lazarett. Bilder wie aus dem Krieg – harmlos sind dagegen graue Mäuse aus Brehms Tierleben.

30.11.2015






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