Kommentar zu Olympia

Die Bedenkenträger haben gesiegt

Hamburg wird sich nicht als deutscher Kandidat für die Sommerspiele 2024 bewerben. Das ist schade, diese demokratische Entscheidung muss allerdings respektiert werden.

Von Erich Laaser

Eine knappe Mehrheit der Hamburger Bürger hat sich gegen Olympia 2024 in der Hansestadt entschieden. Nach dem Bürgerentscheid gegen die Winterspiele in München 2022 wieder ein Strich durch die Pläne des DOSB und dessen Präsidenten Alfons Hörmann. Die Menschen in unserem Land haben derzeit offensichtlich kein Interesse an einer sportlichen Großveranstaltung in Deutschland.

Sicher haben die Ereignisse der vergangenen Wochen eine Rolle gespielt. Das Vertrauen in Sportverbände wie IOC, FIFA, IAAF und DFB ist erschüttert. Die Angst vor möglichem Terror bei Großveranstaltungen spürbar. Dazu kam die Befürchtung, dass die Finanzierung von Olympia in Hamburg nicht transparent genug war.

Die Bedenkenträger haben gesiegt. Schade für die Sportler, die es nun mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr erleben werden, beim größten Sportereignis der Welt vor heimischem Publikum antreten zu dürfen, schade für die Sportjournalisten, die nun – nach den nächsten drei olympischen Spielen in Asien – wieder nicht aus Deutschland berichten können. Ein zweites Sommermärchen wird es nicht geben. Aber in einer Demokratie müssen Mehrheitsentscheidungen respektiert werden.

01.12.2015






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