17 Jahre sind genug
TV-Mann Marcel Reif: „Eine spannende Zeit mit vielen Höhepunkten“ (GES-Sportfoto/Augenklick)

Fußballreporter Marcel Reif hört bei Sky auf

Bei Sky endet eine Ära. Marcel Reif wird den Bezahlsender nach Ablauf dieser Saison verlassen. An Ruhestand denkt der 66-Jährige aber nicht.

„Nach 17 Jahren läuft mein Vertrag aus, und es ist an der Zeit, sich neuen Herausforderungen und Projekten zu widmen“, sagte Reif der Süddeutschen Zeitung. Für den Pay-TV-Sender Sky und dessen Vorgänger Premiere ist der Schweizer seit 1999 tätig.

Bei Sky habe er „eine spannende Zeit mit vielen Höhepunkten“ erlebt, so Reif (Tribünen-Foto: sampics). Der frühere ZDF- und RTL-Mann betonte: „Wir gehen mit gegenseitigem Dank und mit Wertschätzung auseinander.“ Reifs letztes Spiel für Sky wird das Finale der Champions League am 28. Mai in Mailand sein.

Seine berufliche Laufbahn will Reif auch danach fortführen. Wo, das ist noch offen. „Ich prüfe in Ruhe einige Angebote. Die Rolle als Patriarch, ich habe drei Söhne und zwei Enkel, wird mich jedenfalls so schnell noch nicht ausfüllen."

Reif wurde in seiner langen Karriere, die 1972 als freier Mitarbeiter in der Politikredaktion des ZDF begonnen hatte, vielfach ausgezeichnet. Er erhielt unter anderem den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis.

Legendär war seine Reportage zusammen mit Günter Jauch am 1. April 1998. Bei der Partie der Champions League zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund kam es zu einer Verzögerung des Spielbeginns um 76 Minuten. Ein Tor war umgefallen und musste ersetzt werden.

Die Zeit bis zum Anpfiff überbrückten Reif und Jauch auf sehr unterhaltsame Art. Der Satz „Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan wie heute“ ging in die TV-Geschichte ein. Verdienter Lohn für die tolle Kommentierung war die Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises an die beiden.

Clemens Gerlach

15.01.2016






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