Internetsender Sportdeutschland.tv – Teil II
Tischtennis: Keinesfalls nur etwas für die Nische (Foto: GES-Sportfoto/Augenklick)

„Gute Ergänzung zu Übertragungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen“

Tischtennis und Volleyball sind bei Sportdeutschland.tv stark vertreten. Die Verbände setzen auf die Kombination aus Online-Präsenz und analogem Fernsehen.

Von Katrin Freiburghaus

Im ersten Teil des dreiteiligen Reports über Sportdeutschland.tv ging es um den erfolgreichen Wachstumskurs des Internetsenders.

Sportdeutschland.tv beschränkt sich nicht auf Ereignisse, die es exklusiv sendet. Oliver Beyer, Geschäftsführer der DOSB New Media, wertet es nicht als Zurücksetzung, ergänzend zu fungieren. Dieser Umstand macht Verbänden die Entscheidung für das Portal leicht, müssen sie doch nicht fürchten, das analoge Fernsehen zu verprellen.

„Turnübertragungen auf dem Portal stellen für uns eine gute Ergänzung zu den Übertragungen im öffentlich-rechtlichen TV dar“, sagt etwa Torsten Hartmann, Pressesprecher des Deutschen Turner-Bundes. Bei der Handball-EM einigte man sich mit SportA, der Rechteagentur der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, ebenfalls auf ein Teilmodell: Alle Spiele ohne deutsche Beteiligung waren online live und on demand abrufbar, die Partien des DHB-Teams erst unmittelbar nach Abpfiff als Aufzeichnung (Handball-Foto: Sampics/Augenklick).

Dass Beyer stets Optimismus verbreitete, wenn es darum ging, wie viel Potential das Projekt habe, versteht sich in seiner Position von selbst. Das gestiegene Engagement der vertretenen Verbände zeigt allerdings, wie viel Vertrauen auch sie mittlerweile in das Portal haben. Die Volleyball-Bundesliga (VBL) hat mit den Erstligisten ab der laufenden Saison verbindlich vereinbart, sämtliche Liga-Spiele live für sportdeutschland.tv zur Verfügung zu stellen. „Die Vereine haben damit durchaus Arbeit“, betont VBL-Pressesprecher Frank Bleydorn.

Dass sie dies in Kauf nehmen, hänge mit dem Wunsch nach einem zentralen Anlaufpunkt für die eigenen Bewegtbilder zusammen. Das sei dem Portal „schon sehr gut gelungen“, so Bleydorn: „Wer Volleyball sucht, versucht sein Glück mittlerweile auf sportdeutschland.tv, das hätten Zuschauer früher nicht getan, weil die Marke zu unbekannt war.“ Die VBL sendet mittlerweile in HD und zusätzlich selbst produzierte Konferenzen sowie kommentierte Topspiele, die sie laut Beyer „in TV-Qualität einspielt“. Speziell Regionalsender würden diese Angebote dankbar aufgreifen und zur Zweitverwertung anfordern.

„Gemeinsam mehr Reichweite und schneller Erfolg“

Die Tischtennis-Bundesliga (TTBL) ist ebenfalls ein fleißiger Inhalte-Lieferant. Diese war bereits vor sportdeutschland.tv im Internet zu sehen, „weil wir nicht warten wollten, bis Fernsehzeiten vom Himmel fallen“, wie TTBL-Geschäftsführer Nico Stehle sagt. Die Entscheidung für die intensive Zusammenarbeit mit der DOSB New Media begründet er so: „Wir glauben, dass wir gemeinsam mehr Reichweite generieren und schneller Erfolg haben.“

Anders als Portale, die zur Reichweitensteigerung möglichst prominente Inhalte möglichst günstig einkaufen, betonen Sportdeutschland.tv-Geschäftsführer Beyer und die Athletenverbände ihr partnerschaftliches Verhältnis. Die Rechnung ist einfach: Je mehr Mühe sich ein Verband mit seinen Bildern gibt, desto besser kann sich sportdeutschland.tv am Markt positionieren und wiederum positive Effekte für die öffentliche Wahrnehmung des jeweiligen Verbands erzielen.

Lesen Sie im letzten Teil des dreiteiligen Reports über Sportdeutschland.tv, wie Sportverbände und der Internetsender von der intensiven Zusammenarbeit profitieren.

28.02.2016






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