Web-Phänomen laola1.tv – Teil I
Lionel Messi & Co.: Spanischer Fußball als Quotenbringer (Foto: firo/Augenklick)

Die Wiener machen die Welle

Das österreichische Portal laola1 mischt mit seinen Live-Übertragungen im Netz den deutschsprachigen Markt auf. Dabei setzt das Unternehmen auf eine bunte Mischung – von Messi über Handball bis zur DEL.

Von Rolf Heßbrügge

Einer der Big Player unter den deutschsprachigen Sportanbietern im Netz ist laola1. Das besondere an der Webadresse mit dem feurig-spanischen Namen – sie liegt in Österreich, genauer: dem 22. Wiener Bezirk. Mit laut Österreichischer Webanalyse monatlich rund 2,15 Millionen Unique Clients, circa 10,0 Millionen Visits sowie fast 60 Millionen Page Impressions auf den Portalen laola1.tv und laola1.at spielt man selbst für deutsche Verhältnisse eine gute Rolle.

Laola1 wurde 2001 als sport1.at gestartet, damals als eher biederes Sportnews-Portal. Seit 2007 geht man unter dem aktuellen Namen auf Klickjagd. Philip Haubner, Marketingmann des Dachunternehmens The Sportsman Media Holding GmbH, zur Entwicklung der Abrufzahlen: „Wir haben jedes Jahr mehrere Prozentpunkte Steigerung.“

Die Endung von laola1.tv lässt erahnen, was gespielt wird. Drei Geschäftsführer, darunter Thomas Krohne, amtierender Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), formten einen hochmodernen Anbieter von Live-Bewegtbildern via Internet. Das absolute Filetstück im digitalen Menü: Livestreams fast aller Spiele der spanischen Primera División für den deutschsprachigen Markt (Ronaldo-Foto: firo/Augenklick).

Was den Fans ebenfalls schmeckt: Die Übertragungen sind gratis. Nur wer in HD schauen will, muss bezahlen – und dafür weniger Werbung erdulden. Steht Barça oder Real auf dem Spielplan – oder sogar der Clásico, das Duell der beiden Megaklubs –, sind bis zu 1,75 Millionen Zuschauer (knapp 900.000 Unique Clients) dabei. Für eine Streaming-Übertragung im deutschsprachigen Raum ein gigantischer Wert.

Doch die Ehe zwischen laola1 und La Liga ist nur noch bis zum Ende der laufenden Saison gesichert. Zwar bemühen sich die Unternehmensbosse um eine Fortsetzung, etwa über den Erwerb von Zweitrechten. Ob das gelingt, ist ungewiss. Aber: „Wir haben auch den spanischen Pokalwettbewerb, die griechische Liga und die italienische Serie B.“, sagt laola1.at-Chefredakteur Peter Rietzler.

Unternehmen agiert über seine Tochter Unas als TV-Produktions-Dienstleister

Entscheidend für die Zukunft des Unternehmens ist der Poker um die Primera División nicht. laola1.tv und die kleine Schwester laola1.at, die vor allem den österreichischen Sportnachrichten-Markt bedient, sind nur ein Teil des Businessmodells.

Zusätzlich agiert The Sportsman über seine Tochter Unas als TV-Produktions-Dienstleister, der europaweit Livebilder von Sport-Events sowie Magazinformate produziert, zum Beispiel für den Europäischen Handball- (EHF) oder den Europäischen Volleyball-Verband (CEV). Als willkommenes Nebenprodukt dieser Vereinbarungen streamt laola1.tv die Spiele der Handball-Champions-League oder europäische Qualifikationsspiele der Volleyball-Nationalmannschaften live, teilweise europaweit.

Lesen Sie im zweiten Teil des dreiteiligen laola1-Reports, welche deutschen Fußballvereine auf die Dienste des österreichischen Unternehmens bauen.

20.02.2016






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