Debatte um Olympia-Berichterstattung
Quotenbringer: Sprint-Ass Usain Bolt (Foto: Fotoagentur Kunz/Augenklick)

Dank Eurosport mehr Olympia als je zuvor – auf allen Verbreitungswegen

Für Eurosport-Produktentwickler Werner Starz gibt es keinen Grund, an Qualität und Umfang der künftigen Olympia-Berichterstattung zu zweifeln. Er verspricht sogar deutliche Verbesserungen.

Der frühere ZDF-Paralympics-Teamchef Peter Kaadtmann warnte in seinem Beitrag vor den für den deutschen Zuschauer möglichen negativen Folgen der Vergabe der Olympia-Rechte an die Discovery-Tochter Eurosport. Hier folgt die Entgegnung.

2015 hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) die TV- und Multiplattform-Übertragungsrechte in Europa für die Spiele 2018 bis 2024 an Discovery und Eurosport vergeben. Ein Schritt, der für viele Beobachter überraschend kam – und Fragen aufwirft. Fragen, die Discovery als Erwerber der Rechte gerne beantwortet. (Starz-Foto: Discovery).

Die mediale Berichterstattung der Olympischen Spiele hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Zum ersten Mal wurden bei den Winterspielen in Sotschi 2014 mehr Inhalte für digitale Verbreitungswege als für das traditionelle Fernsehen produziert. Die Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang 2018 werden erstmals mehr Menschen auf digitalen Endgeräten als im TV verfolgen. Auf diese moderne Mediennutzung hat das IOC neue Antworten gesucht.

Als größtes global agierendes Entertainment-Network betreibt Discovery in 220 Ländern durchschnittlich je zehn Sender sowohl im Free- als auch im Pay-TV. In Deutschland kann das Free-TV-Portfolio von Discovery, zu dem Eurosport 1 gehört, von 98 Prozent aller TV-Haushalte empfangen werden. Das Unternehmen steht insbesondere für preisgekrönte Dokumentationen, die in Sachen Produktionsqualität einzigartig sind und auf die auch öffentlich-rechtliche Sender zurückgreifen. Discovery gilt damit als führend im Storytelling – in der Kunst, weltweite Geschehnisse für alle erlebbar zu machen.

Im Herbst 2015 hat Discovery Eurosport zu 100 Prozent übernommen. Eurosport ist fest mit dem olympischen Sport verwurzelt und widmet den olympischen Sportarten mehr als 50 Prozent seines Programms. Die Olympischen Spiele sind daher für uns weitaus mehr als nur ein reiner Rechtedeal, sondern eine Zusammenarbeit, die wir als echte Partnerschaft leben wollen.

Discovery hat sich das Ziel gesetzt, überall in Europa mehr Zuschauer als je zuvor für die Spiele zu gewinnen. Weil die junge Generation Medien anders nutzt als noch vor zehn Jahren, werden wir dafür sorgen, dass Olympia auf mehr Bildschirmen denn je zu sehen sein wird. Wir streben eine Berichterstattung an, die 24 Stunden täglich über alle digitalen Live- und On-Demand-Angebote verbreitet wird. Der Zuschauer ist so immer und überall hautnah dabei (Speedskating-Foto: sampics).

Das soll aber nicht heißen, dass das Angebot im Free-TV verknappt wird. Die Vereinbarung mit dem IOC sieht vor, mindestens 200 Stunden der Sommerspiele und 100 Stunden der Winterspiele im frei empfangbaren Fernsehen zu übertragen. Bei 16 Tagen Olympia entspricht das bei den Sommerspielen einer täglichen TV-Strecke von mindestens zwölf Stunden! Zudem wollen wir auf eine Zusammenarbeit mit Sendern setzen, die in der Olympia-Berichterstattung in der Vergangenheit Maßstäbe gesetzt haben. In Großbritannien haben wir hierzu eine Partnerschaft mit der BBC geschlossen.

Wie bekannt ist, sind wir in Gesprächen, um auch hierzulande den besten Partner zu finden. ARD und ZDF wären in Deutschland das passende Pendant zur BBC. Unabhängig davon kann und wird Discovery sein Versprechen gegenüber dem IOC und den deutschen Zuschauern auf jeden Fall erfüllen. Denn Eurosport hat ein langes olympisches Erbe: Von Barcelona 1992 bis London 2012 hat Eurosport alle Spiele übertragen – als erster Sender weltweit rund um die Uhr – und erhielt dafür höchste Anerkennung, nicht zuletzt durch die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2008.

Olympia auch zwischen den Spielen bei Discovery-Sendern durchgehend präsent

Mit einer innovativen Produktion und neuesten technischen Standards werden wir die Übertragungen noch attraktiver gestalten. Zusätzlich werden wir die Kompetenz von Discovery, auf hochwertige Art und Weise Geschichten zu erzählen, bei der Umsetzung von Olympia-Formaten nutzen. Olympia wird damit auch zwischen den Spielen bei den Discovery-Sendern durchgehend präsent sein.

Gebündelt mit der internationalen Sportkompetenz von Eurosport bauen wir im Hinblick auf Olympia die lokale Redaktionsleistung in Deutschland aus und geben dem Sender mit deutschen Journalisten, Experten und Inhalten ein stärkeres nationales Gesicht. So analysiert Martin Schmitt die Springen der Vierschanzentournee, bei der Motorrad-WM ist Sympathieträger Ralf Waldmann vor der Kamera im Einsatz.

Bei den Australian Open ließ Moderator Matthias Stach die deutschen Fans am Erfolg von Angelique Kerber teilhaben. Für die Sportinteressierten liegt in dieser neuen Kombination aus deutschen und europäischen Inhalten bei Eurosport ein echter Mehrwert – egal, ob im TV, online oder unterwegs.

Werner Starz ist Director Product Development Eurosport bei Discovery Communications Deutschland.

28.05.2016






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