Neues vom Stipendiaten
Marc Wiese (r.) bei der Recherche (Foto: Simon Safa)

Wie im Flug

Für Marc Wiese war 2016 ein aufregendes Jahr. Lesen Sie hier, welche beruflichen Erfahrungen der VDS-Stipendiat gemacht hat und was er für 2017 vorhat.

Marc Lennart Wiese und Daniel Höhr sind die VDS-Stipendiaten des Jahrgangs 2015. Die beiden studieren in Hamburg an der Macromedia Hochschule. Die neuen VDS-Stipendiaten sind Ole-Jonathan Gömmel und Noah Dane Peil (Wiese-Foto: privat).

Es ist immer dasselbe Spiel: Das Jahr hat gefühlt kaum begonnen, da ist es schon wieder vorbei. Vor allem dann, wenn man viel beschäftigt ist und reichlich Neues erlebt, geht die Zeit manchmal um wie im Flug. Apropos Flug: Den bin ich auch Mitte September angetreten, um nach Madrid zu fliegen, wo ich mein Auslandssemester verbringe. Doch der Reihe nach: Hier ist mein persönlicher Rückblick auf das vergangene Jahr und der Ausblick auf das neue.

Im Herbst 2015 begann für mich, gefördert durch den VDS, das Abenteuer Sportjournalistik-Studium an der Hochschule Macromedia in Hamburg. Seither konnte ich auf allen Gebieten, die der Journalismus zu bieten hat, viele Erfahrungen sammeln. Durch mein Praktikum in der Sportredaktion des Hamburger Abendblatts erhielt ich im Februar 2016 erstmals Einblicke in die Arbeit im Printbereich. Dort habe ich unter anderem eigene Artikel recherchiert und verfasst sowie beim Dreh der Sendung des HSV-Blogs „Matz ab! Live“ assistiert. Mit dem Artikel „Der Podcast – ein unterschätztes Medium“ in der August-Ausgabe des sportjournalist durfte ich zudem meine erste größere Geschichte für das VDS-Magazin schreiben.

Einen kleinen persönlichen Meilenstein erreichte ich im April, als mein erster eigener Radiobeitrag bei NDR Info gesendet wurde. Es war eine tolle Aufgabe für mich, zwei syrische Flüchtlinge zu treffen und über deren Flucht aus dem Bürgerkriegsland und die Träume mit dem HSV-Beachsoccer zu berichten. Schließlich sind genau diese spannenden Geschichten über interessante Persönlichkeiten das, was den Journalismus ausmacht und ein Grund, weshalb der Beruf Journalist nicht nur für mich ein Traumjob ist.

Auslandssemester in Madrid und erste eigene Moderation

Nebenbei bin ich beim NDR weiterhin als Assistent der Sportredaktion tätig. Ich bin froh, meine ersten Schritte im Radiobereich bereits gehen zu können, da ich es erstrebenswert finde, einmal im Hörfunk zu arbeiten. In diesem Kontext erweist sich das Sportjournalistik-Studium als äußerst gewinnbringend. Im Fach Sprechtraining lernten meine Kommilitonen und ich im vergangenen Semester das Einsprechen von Nachrichten und Kommentaren.

Diese neu gewonnenen Fähigkeiten können wir direkt in unserem Auslandssemester in Madrid umsetzen. Als Semesterprojekt produziere ich mit fünf meiner Studienkollegen aus Hamburg die circa einstündige Radiosendung „Macro goes Madrid“. Neben einem Teil der Moderation übernehme ich einen Beitrag zur Nachwuchsarbeit im spanischen Fußball. Für diesen konnte ich unter anderem zwei Jugendtrainer des spanischen Erstligisten CD Leganés interviewen. Dank des Aufenthalts in Madrid und eines Intensivkurses konnte ich meine spanischen Schulkenntnisse auf ein neues Level bringen und die Interviews komplett auf Spanisch führen. Diese Sprachkenntnisse werden mir, so hoffe ich, auch im Verlauf meiner journalistischen Karriere von Nutzen sein.

Das Macromedia-Studium hat mich vor allem im vergangenen Semester in Bezug auf ein Medium nach vorne gebracht, das mich zurzeit am Meisten reizt: das Fernsehen. Zum einen habe ich mit meinen Kommilitonen meine ersten beiden eigens gefilmten und eingesprochenen Fernsehbeiträge produziert; zum anderen durfte ich im Fach Moderation bereits zweimal selbst vor der Kamera stehen. Nachdem ich beim ersten Mal ein Kurzinterview mit dem Sprecher der Polizei Hamburg geführt hatte, wurde ich ein paar Wochen später zusammen mit einer Kommilitonin ausgewählt, das uni-interne „Macromagazin“ beim Hamburger Bürger- und Ausbildungskanal Tide TV zu moderieren. Zum ersten Mal eine ganze Sendung zu moderieren stellte sich für mich als äußerst gewinnbringende und erfreuliche Erfahrung heraus.

Auch das Jahr 2017 dürfte nicht minder interessant werden. Als großes Projekt steht für meinen Mitstipendiaten Daniel Höhr und mich eine Kooperation mit dem ehrenamtlichen Sportfunktionär Oliver Camp bevor. Geplant ist die Produktion von fünf audiovisuellen Kurzreportagen zur deutschen U15-Meisterschaft im Beachvolleyball. In Aussicht ist hierfür ebenfalls eine Kooperation mit TideTV, die ich auch nutzen möchte, um weitere Moderationspraxis vor der Kamera zu bekommen. Zusammen mit ein paar Studienkollegen arbeiten wir schon an einer Idee für ein Sendungskonzept, das wir zusammen mit Tide umsetzen möchten. Um auch im Hörfunk am Ball zu bleiben, möchte ich dem NDR weiterhin Beitragsvorschläge machen.

Auf ein sportjournalistisches Highlight, das das Studium im nächsten Semester für mich in petto hat, freue ich mich ganz besonders: Die Live-Kommentierung im Radio und Fernsehen. Schon als Kind habe ich auf dem häuslichen Wohnzimmerteppich mit Fußballfeld-Muster gesessen und leidenschaftlich selbstkreierte Spielzüge mit „Mensch-ärgere-dich-nicht“-Figuren kommentiert.

Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe Januar 2017 des sportjournalist. Mitglieder des VDS können sich das Heft ab 4. Januar als PDF im Mitgliederbereich kostenlos herunterladen.

31.12.2016






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