Entzug von Dauerakkreditierungen
Anthony Power (Foto: sampics Photographie/Augenklick)

VDS-Präsident Laaser kritisiert 1860-Führung scharf

1860 München hat den Münchner Tageszeitungen Merkur, tz und Bild die Dauerakkreditierung entzogen. Für VDS-Präsident Erich Laaser ist das Vorgehen des Fußball-Zweitligisten „beschämend“.

Der TSV 1860 München legt in puncto Medienarbeit weiter ein höchst merkwürdiges Gebaren an den Tag. Nun hat der Verein dem Münchner Merkur, der tz und Bild München für den Rest der laufenden Saison die Dauerakkreditierung entzogen.

Mit dem Entzug der Dauerakkreditierungen setzt sich die Reihe der Angriffe des TSV auf die freie Berichterstattung fort: Ende November vergangenen Jahres hatte 1860 einen Presseboykott verfügt und Journalisten den Zutritt zum Vereinsgelände untersagt. Im Vorbereitungslager waren jüngst Reporter vom Training ausgeschlossen worden (Laaser-Foto: GES-Sportfoto/Augenklick).

1860-Geschäftsführer Anthony Power begründet den Entzug der Dauerkarten in einem Schreiben an die Sportredaktion des Merkur mit folgenden Worten: „Wir haben uns für diesen Schritt entschieden, da wir aufgrund der Berichterstattung in den letzten Wochen und Monaten derzeit keine Basis für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit sehen.“

Power fügte hinzu: „Selbstverständlich werden wir Ihnen im Sinne der Pressefreiheit die Möglichkeit geben, über den TSV 1860 München zu berichten. Zu diesem Zweck können Sie Antrag auf Tagesakkreditierungen stellen.“

„Ein beschämendes Verhalten dieses Traditionsvereins“

Merkur-Sportchef Heinrich Lemer entgegnet: „Wir sehen uns selbstverständlich nicht als Partner sondern als Berichterstatter. Wobei in der Verwechselung der beiden Begriffe meiner Meinung nach einer der Gründe für die versuchte Sanktionierung seitens des Vereins liegen dürfte.“
 
VDS-Päsident Erich Laaser kritisiert das Vorgehen des TSV 1860 München scharf: „Ein beschämendes Verhalten dieses Traditionsvereins. Wer von ‚partnerschaftlicher Zusammenarbeit‘ redet, hat den Sinn der Pressefreiheit nicht verstanden.“

uma

31.01.2017






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