50 Jahre Deutsche Sporthilfe
Josef Neckermann (Mitte), Erhard Keller (links) und Franz Keller (Foto: Deutsche Sporthilfe/picture alliance)

„Brücken in die Karriere nach der Karriere“

Am 26. Mai wird die Deutsche Sporthilfe 50 Jahre alt. Der runde Geburtstag der Stiftung ist Anlass zum Feiern, auch wenn der Sport vor großen Herausforderungen steht.

Insgesamt 247 Goldmedaillen bei Olympischen und 338 bei Paralympischen Spielen holten durch die Deutsche Sporthilfe geförderte Athletinnen und Athleten. Erster Stiftung-Olympiasieger war am 11. Februar 1968 der Nordische Kombinierer Franz Keller.

In den 50 Jahren der am 26. Mai 1967 gegründeten Deutschen Sporthilfe wurden über 400 Millionen Euro Fördermittel für junge Talente und Spitzenathleten aufgewendet. Annähernd 50.000 Aktive kamen in den Genuss einer Förderung. Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto „50 Jahre Zukunft“.

„Die Sporthilfe blickt nicht zurück, sondern mit voller Kraft voraus“, sagt Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. „Für die Athletinnen und Athleten war und ist sie mit ihrer zuverlässigen Förderung ein unersetzlicher Unterstützer, der in Zukunft noch wichtiger wird“, so der DOSB-Chef, „denn der internationale Wettbewerb wird immer härter.“

Als private Stiftung erhält die Deutsche Sporthilfe nahezu keine direkte staatliche Unterstützung. Fundraising ist deshalb umso wichtiger: Mehr als zwei Drittel der Erträge stammen aus Spenden und Zuwendungen von Kuratoren und Förderern sowie aus Erlösen der Event-, Förderer- und Benefizprogramme (Foto Ball des Sports 1970: Deutsche Sporthilfe/picture alliance).

Größte Fundraising-Veranstaltung im europäischen Sport

Eine wichtige Benefiz-Veranstaltung ist der Ball des Sports. Die erste Auflage gab es am 30. Januar 1970 in der Jahrhunderthalle Frankfurt/Höchst. Der Gala-Abend, den jedes Jahr rund 1600 geladene Gäste besuchen, ist die größte Fundraising-Veranstaltung im europäischen Sport.

„Wie kaum eine andere Institution verstand und versteht es die Sporthilfe, die Werte des Sports in die Gesellschaft hineinzutragen. Der Sport in der Spitze gibt positive Anstöße für die Breite“, betont Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Knapp drei Viertel der Ausgaben fließen an direkten und indirekten Förderleistungen an die Sportler. Im Jahr 2015 wurden 13,6 Millionen Euro ausgezahlt. Die Summe setzt sich zusammen aus den unmittelbaren Förderleistungen (10,9 Millionen), der Sportlerbetreuung und- beratung (1,3 Millionen) sowie Seminaren, Preisverleihungen und Sachleistungen (1,4 Millionen).

„Die Vereinbarkeit von sportlichen Spitzenleistungen mit Ausbildung, Studium oder Beruf stellt Athletinnen und Athleten vor große Herausforderungen. Die Deutsche Sporthilfe unterstützt sie in diesem Spannungsfeld und baut Brücken in die Karriere nach der Karriere“, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dies gelte vor allem für Sportarten, in denen ein möglicher Verdienst durch die sportliche Tätigkeit nicht für das spätere Leben ausreiche.

Erster Vorstandsvorsitzender der Deutschen Sporthilfe war Josef Neckermann (1967 bis 1988). Ihm folgte Willi Daume, der von 1989 bis 1991 amtierte. Seit 2010 steht Dr. Michael Ilgner der Sporthilfe vor (Illgner-Foto: Deutsche Sporthilfe/picture alliance).

„Müssen Vertrauen in einen manipulationsfreien Wettbewerb stärken“

Rund 280 hochrangige Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Sport, Medien und Kultur bilden das Kuratorium. Diese tragen mit einem jährlich siebenstelligen Spendenbetrag maßgeblich zum Förderhaushalt bei. Schirmherr ist traditionell der Bundespräsident.

Doch vor allem Doping hat das Ansehen des Spitzensports massiv beschädigt. „Angesichts der anhaltenden Glaubwürdigkeitskrise müssen wir das Vertrauen in einen manipulationsfreien Wettbewerb stärken“, betonte unlängst der für Sport zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maizière in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Dessen Credo lautet: „Auch in Zukunft wollen wir deutsche Medaillengewinne feiern. Dabei muss es aber immer darum gehen, sportliche Ziele mit fairen Mitteln zu erreichen. Wir wollen keinen Erfolg um jeden Preis.“

cleg

26.05.2017






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