Neues Buch über Stasi im Leistungssport
In der DDR verabreichte Dopingmittel (Foto: Lars Ulrich Houschka)

Rigoros und menschenverachtend

Die SED versuchte über 40 Jahre, durch Erfolge im Leistungssport die eigene Bevölkerung für ihre Herrschaft einzunehmen und im Ausland an Ansehen zu gewinnen. Die Staatssicherheit unterstützte die Partei tatkräftig bei der Erreichung dieses Ziels. Ein neues Buch zeigt, wie brutal sie dabei vorging.

Welche Methoden die Stasi anwandte und wie erfolgreich sie war, zeigt der Band „Leistungssport im Visier der Stasi“ (Berlin 2017). Es sind Geschichten über Sportlerinnen und Sportler aus dem Sportclub Traktor Schwerin, die von der Stasi überprüft und observiert wurden.

Dafür warb das MfS auch zahlreiche inoffizielle Mitarbeiter im Club an. Und es ging rigoros und zum Teil menschenverachtend gegen jene Aktiven des SC Traktor vor, die sich nicht so verhielten, wie das SED-Regime es forderte (Foto: Buchcover).

Der Autor Ralph Kaschka, Jahrgang 1972, hat Neuere/Neueste Geschichte an der Technischen Universität Dresden studiert. Seine Promotion war zur Infrastrukturpolitik der SED am Beispiel der Deutschen Reichsbahn 1949-1989.

Von 2014 bis 2016 war Kaschka Mitarbeiter in der Abteilung „Bildung und Forschung“ (BF) der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Seit 2017 ist er Mitarbeiter in der Abteilung „Verwendung von Unterlagen des BStU“.

BF informiert / regional 01
Ralph Kaschka
„Leistungssport im Visier der Stasi – Das MfS und der SC Traktor Schwerin“
Berlin 2017, 162 Seiten
ISBN 978-3-946572-10-7
Schutzgebühr 5,00 Euro / als PDF kostenlos

22.02.2018






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