Forderung zwölf westeuropäischer Sportjournalistenverbände
Von links: VDS-Präsident Erich Laaser, Nawel Rafik-Elmrini, Straßburger Bürgermeisterin für Menschenrechte und Internationale Beziehungen, und Jean-Paul Savart von France TV, Organisator des Meetings (Foto: VDS)

Freier Zugang zu Veranstaltungen

Bei einem Treffen in Straßburg haben sich zwölf westeuropäische Sportjournalistenverbände auf eine gemeinsame Agenda geeinigt. Es geht darum, faire Arbeitsbedingungen für Medienvertreter zu sichern.

Die zwölf Verbände hatten Anfang Dezember gemeinsam erklärt, auf keinen Fall am für Anfang April 2018 in der Türkei geplanten Kongress des Weltverbandes AIPS teilnehmen zu wollen. „Der VDS wird keinen Vertreter nach Antalya schicken“, sagte damals Präsident Erich Laaser.

„Das ist ein Zeichen der Solidarität gegenüber den inhaftierten Kolleginnen und Kollegen und Ausdruck unser klaren Haltung gegenüber der Politik der türkischen Regierung“, so Laaser, „die Türkei ist derzeit weit entfernt von einer Demokratie, speziell was die Pressefreiheit angeht.“

Beim Arbeitstreffen diese Woche im Europarat zu Straßburg war AIPS-Präsident Giovanni „Gianni“ Merlo per Video zugeschaltet. „Der Kongress findet vom 7. bis 10. Mai in Brüssel statt“, eröffnete er den Verbandsvertretern aus unter anderem Frankreich, Deutschland, Skandinavien und den Beneluxstaaten. Antalya komme wegen „technischer Probleme“ nicht in Frage, hatte Merlo unlängst erklärt (Foto: AIPS/Carlo Pozzoni).

Die in Straßburg versammelten Verbände einigten sich auf mehrere Maßnahmen, um die freie Arbeit von Journalisten zu sichern. So ist eine Petition für das Europaparlament in Arbeit, in der es um uneingeschränkten Zugang zu Sportveranstaltungen geht. Das Stichwort lautet: News Access.

„Wir können auf Unterstützung aus dem Europaparlament hoffen“, freut sich Laaser. So waren in Straßburg zwei Politikerinnen dabei, eine aus der Fraktion der Grünen und eine aus der der Sozialdemokraten.

Probleme, die alle gleichermaßen betreffen, gemeinsam angehen

Zudem beschlossen die Verbände, Probleme gemeinsam anzugehen, die alle gleichermaßen betreffen. Immer wieder gibt es Klagen über die wenig konstruktive Zusammenarbeit mit Presseabteilungen von Vereinen, Verbänden und anderen Organisationen.

„Es muss zum Beispiel einheitlich geklärt sein, wer in Mixed Zones darf und in welcher Reihenfolge dort Interviews geführt werden“, fordert Laaser, „auch die Rolle der Social Media wollen wir kritisch hinterfragen.“

An den Sitzungen nahm auch ein Vertreter des Komitees zum Schutz von Journalisten (Committee to Protect Journalists CPJ) teil. Die Eröffnungsrede hielt Nawel Rafik-Elmrini, Straßburger Bürgermeisterin für Menschenrechte und Internationale Beziehungen.
 
vds

16.03.2018






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