Der Fall Hajo Seppelt
Hajo Seppelt (Foto: HS)

FIFA und DFB sind gefordert

Die russische Regierung lässt Hajo Seppelt nicht zur Fußball-WM einreisen, obwohl der Doping-Experte akkreditiert ist. In erster Linie FIFA und DFB müssen jetzt Druck ausüben, damit Presse- und Meinungsfreiheit gewahrt bleiben.

Von Erich Laaser (VDS-Präsident)

Die Empörung ist groß, weil dem ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt von Russland die Einreise zur Berichterstattung von der Fußball-Weltmeisterschaft verweigert wurde. Vor allem Politiker aller Couleur verweisen – zu Recht - auf die Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland und fordern Russland auf, Seppelt die Einreise zu gestatten.

Nur: Empörung allein ist in diesem Stadium der Erkenntnis nutzlos. Glaubt irgendjemand, dass die russische Regierung nun einknicken wird? Gefordert ist vor allem der Weltfußballverband FIFA, der die WM an Russland vergeben hat und dafür Sorge tragen muss, dass alle akkreditierten Journalisten ein- und ausreisen dürfen. Gefordert ist damit auch der DFB, der bei der FIFA zu diesem Zweck vorstellig werden sollte.

Aber auch die ARD muss aktiv werden, schließlich ist sie im wahrsten Sinne des Wortes von dieser Aussperrung betroffen. Die ARD verliert damit einen wichtigen Journalisten für die Recherche vor Ort. Andererseits hat aber auch die ARD eine Sorgfaltspflicht ihren Mitarbeitern gegenüber. Vielleicht ist für Hajo Seppelts Sicherheit die Arbeit in der Heimatredaktion sinnvoller und nützlicher als in Russland selbst?

14.05.2018






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