Würdigung des VFS-Jubiläumsbuches
Cover des VFS-Jubiläumsbuches (Foto: VFS)

Beeindruckende Zeitreise mit Pionieren und Persönlichkeiten

90 Jahre – der Verein Frankfurter Sportpresse nahm dies zum Anlass, (s)ein Jubiläumsbuch zu veröffentlichen. „1927-2017 – Geschichte, Gesichter, Geschichten“ heißt das Werk. Wolfgang Uhrig zollt den Machern Respekt.

Unlängst erfreute der Verein Münchner Sportjournalisten mit seiner VMS-Info, dem Jahresheft der 68 Jahre alten Organisation. 80 mit Liebe zum Detail gestaltete Seiten, erneut zusammengetragen unter der Regie von Hans Eiberle. Ein gesteigertes Stück dieser Art präsentiert(e) nun der Verein Frankfurter Sportpresse, wo Kollegen unter der Schriftführung ihres unermüdlichen Vorsitzenden Walter Mirwald zum 90. Geburtstag des VFS ein über 168 Seiten starkes Buch vorlegen.
 
Es ist eine unterhaltsame Lektüre über Vergangenheit und Gegenwart (Foto VFS-Beisitzerin Martina Knief und der 1. Vorsitzende Walter Mirwald bei der Buchpräsentation: Peter Hartenfelser/A2 Bildagentur). Amüsanter Lesestoff, gefüllt mit Erinnerungen an unvergessene Pioniere wie den Radioreporter Paul Laven oder die Edelfeder Richard Kirn, bis hin zu Zeitzeugen wie dem Urgestein Herbert Neumann. Der bekam einst zu hören, als er sich für eine umfangreiche Sportseite in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung engagierte: „Wir haben doch auch keine Frauenseite – müssen wir denn überhaupt einen Sportteil haben?“.
 
Die Jüngeren werden erinnert an die „Frankfurter Schule“, die neben Kirn auch geprägt wurde durch die Stilisten Edgar Joubert, Bernhard Gnegel, Erich Wick oder Karl-Adolf Scherer, ebenso durch legendäre Sportchefs wie Karlheinz Vogel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Bert Merz (Frankfurter Rundschau) oder Herbert Hoffmann (Frankfurter Neue Presse).
 
Wir lesen von profilierten VFS-Mitgliedern, die sich verdient machten im Amt als Pressesprecher wie Harald Stenger (Deutscher Fußball-Bund), Walter Mirwald (Deutscher Sportbund) und Jörg Hahn (Deutsche Sporthilfe) oder Präsident wurden wie Erich Laaser (Verband Deutscher Sportjournalisten).
 
Ein Kessel Buntes, wenn erzählt wird vom Fotografen Fritz Hoffmann (wenho), der den Mörder einer Frankfurter Schönheitskönigin an der Costa Brava dingfest machte. Oder wie Hartmut Scherzer deutscher Meister im Boxen wurde, was Martin Jente als Butler im Fernsehen neben dem großen Hans-Joachim Kulenkampff erlebte. Und wie der vielschichtige Macher Karl Seeger es so weit trieb, dass renommierte Kollegen von Helmer Boelsen bis Steffen Haffner Ende der 1970er-Jahre unter Protest den VFS verließen.
 
Gesichter, die Geschichte und Geschichten sind, wie es im Untertitel dieser Dokumentation heißt. Ein Buch als Zeitreise über 90 Jahre mit Storys und Fotos von Pionieren und Persönlichkeiten, wie es sie in dieser Dichte im deutschen Sportjournalismus wohl noch nie gegeben hat. Glückwunsch nach Frankfurt, Glückwunsch an die Kollegen vom VFS!

06.06.2018






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