Zum Tode von Tom Bender
Tom Bender: 15. September 1965 bis 10. August 2018 (Foto: firo sportphoto/Augenklick)

Großzügig, liebenswürdig und stets auf Harmonie bedacht

Völlig unerwartet ist Tom Bender gestorben, der umtriebige Rheinländer wurde nur 52 Jahre alt. Auf sportjournalist.de verabschiedet sich DFL-Kommunikationsdirektor Christian Pfennig von einem langjährigen Weggefährten.

Noch nie habe ich einen Nachruf verfasst. Erst recht nicht auf einen Menschen, den ich so lange und so gut kenne. Nein, gekannt habe. Mit dem ich so viel Zeit verbracht habe. Von dem ich viel profitiert habe. Menschlich, fachlich, beruflich. Der einen aber auch wahnsinnig machen konnte, mit seiner ständigen Kreativität, mit seiner Umtriebigkeit.

Fakt ist: Tom Bender konnte mit seiner Art zeitlebens niemanden kalt lassen. Sein plötzlicher Tod: ein Blitz aus heiterem Himmel, ein lautstarker Knall. Ohne Vorankündigung, ohne Abschiednehmen. Und das direkt vor dem diesjährigen DFL-Supercup, den er über Jahre mitorganisiert hatte – und bei dem viele langjährige Weggefährten am vergangenen Sonntag einfach sprach- und fassungslos waren (Bender-Foto: firo sportphoto/Augenklick).

Großzügig, hilfsbereit, liebenswürdig, emotional und stets auf Harmonie bedacht. Das war Tom Bender, der am 15. September 1965 geboren wurde und am 10. August 2018 gestorben ist. Er konnte – bei Cola light und Spaghetti Carbonara – Abende lang Anekdoten aus dem Fußball erzählen. Geselligkeit war ihm wichtig. Konflikte auszutragen dagegen, das war seine Sache nicht. Er wollte gemocht werden von möglichst vielen und litt darunter, es nicht immer allen recht machen zu können.

Wir haben uns 2001 kennengelernt, drei Jahre später habe ich bei der DFL anfangen. Im kleinen Team von Tom Bender und zunächst als besserer „Hiwi“ für alles. Vorher und nachher habe ich nie wieder jemanden erlebt, der so gebrannt hat für seine Mission, der fast alles hintangestellt hat für seinen Job, der Tag und Nacht neue Ideen entwickelte – und so viel von sich selbst erwartete. Tom Bender, das war immer Vollgas, nie Stillstand. Auch privat: Er joggte nicht, er lief Marathon. Ein Leben in Extremen (Foto Tom Bender und BVB-Stürmer Lucas Barrios: firo sportphoto/Augenklick).

Tom Bender war zuletzt Geschäftsführer der Rheinischen Post Verlagsgruppe. Sein Lebensthema aber war die Bundesliga. Als Journalist bei Bild und Sportbild, später bei Premiere und dann in seinen Funktionen innerhalb der DFL: Ihn trieb es am Wochenende dorthin, wo der Ball rollt. Ins Stadion. Fußball schauen, Menschen treffen, die nächsten Ideen entwickeln.

Bei der neu gegründeten DFL gehörte Tom Bender 2001 als Leiter PR & Events zur Gründungsmannschaft, wurde 2007 Geschäftsführer Medien, Marketing und Kommunikation und wechselte 2012 als Chef in die DFL-Tochtergesellschaft DFL Digital Sports in Köln. Gleichzeitig engagierte er sich in der DFL Stiftung, war zunächst deren Vorstandsvorsitzender, anschließend Mitglied im Kuratorium.

Zur jährlichen Kuratoriumssitzung im Vorfeld des Supercups am vergangenen Sonntag hatte er zugesagt. Er wollte aus dem Urlaub einfliegen. Er hat es nicht mehr geschafft.

Christian Pfennig ist Mitglied der Geschäftsleitung DFL Deutsche Fußball Liga GmbH, DFL-Direktor Unternehmens- und Markenkommunikation sowie Mitglied im Stiftungsrat der DFL Stiftung.

13.08.2018






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