Eigener eSport-Sender
eSport-Spieler (Foto: firo sportphoto/Augenklick)

Sport 1 will an die Jungen ran

Bei den traditionellen Sportrechten musste Sport 1 zuletzt häufig passen. Spitzenfußball etwa ist sehr teuer geworden. Doch bei eSport rechnen sich die Münchener einiges aus und planen einen eigenen Sender.

„Es ist richtig, dass wir die Planungen für einen eSports-Sender vorantreiben und diesbezüglich auch mit möglichen Partnern sprechen“, sagte Sport-1-Sprecher Michael Röhrig dem Branchendienst DWDL.

Wie genau der Programm aufgebaut sein wird, ist derzeit noch nicht klar. Es könnte also ein frei empfangbarer Sender sein oder einer für Pay-Kunden. „Details werden wir zu gegebener Zeit bekanntgeben“, kündigte Röhrig an (Foto: Sport 1).

Sport 1 überträgt schon regelmäßig eSport-Veranstaltungen. So soll vor allem ein junges und konsumfreudiges Publikum erreicht werden. Die Computerspielbranche ist inzwischen ein Milliardengeschäft geworden.

Auch einige Klubs der Fußball-Bundesliga sind mit eigenen Teams oder Einzelspielern dabei. Vor allem der VfL Wolfsburg, Schalke 04 und der VfB Stuttgart engagieren sich stark. Sie hoffen ebenfalls darauf, neue Fans zu gewinnen.

Beim Deutschen Fußball-Bund gibt man sich ebenfalls aufgeschlossen. Doch so genannte „Killerspiele“ lehnt der Verband ab. „Das Engagement wird sich deshalb allein auf fußballbezogene Spiele und Formate beschränken“, so die offizielle Position des DFB und seiner Landesverbände. Daher sprechen die Fußballfunktionäre ausschließlich von „eSoccer“.

IOC und DOSB wollen Diskussion abwarten

Auch der olympische Sport hat die elektronischen Cracks auf der Rechnung. Doch dass eSport bald ins olympische Programm aufgenommen wird, ist ausgeschlossen. „Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir eine Reihe von offenen Fragen beantwortet haben“, sagte Thomas Bach unlängst.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees räumt aber immerhin ein, dass traditioneller und virtueller Sport etwas gemeinsam haben. „Die Leidenschaft ist eindeutig das, was uns zusammenbringt.“

Wie Bach spricht sich auch Veronika Rücker für eine gründliche Diskussion aus. „Wir spüren, dass eSport viele bewegt“, sagt zwar die Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes. Doch Rücker will die Ergebnisse einer DOSB-Arbeitsgruppe abwarten, bevor sie sich festlegt. Im Dezember soll auf der Mitgliederversammlung präsentiert werden.

Clemens Gerlach

22.08.2018






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