Fair Play Preis von DOSB und VDS
Fair Play Preis 2018 (Foto: DOSB)

Triathlet Manuel Retzbach und Fußballer des SC Lauchringen geehrt

Der Deutsche Olympische Sportbund und der Verband Deutscher Sportjournalisten haben entschieden. Mit dem Fair Play Preis 2018 werden der Triathlet Manuel Retzbach und die Fußballmannschaft des SC Lauchringen ausgezeichnet.

Manuel Retzbach von Tricon Schwäbisch Hall unterbrach seinen Wettkampf, um einem gestürzten Konkurrenten zu helfen. Die Fußballmannschaft des SC Lauchringen verließ geschlossen das Spielfeld, um Solidarität mit einem rassistisch beleidigten Mitspieler zu zeigen.

Diese Gesten beeindruckten im vergangenen Sportjahr und wurden nun vom Deutschen Olympischen Sportbund und dem Verband Deutscher Sportjournalisten mit dem Fair Play Preis des Deutschen Sports gewürdigt (Logo: Tricon Schwäbisch Hall). Sie folgen auf die Preisträger von 2017 – die österreichische Biathletin Lisa Theresa Hauser und die Rugby-Abteilung des USV Potsdam.

Retzbach wurde Preisträger in der Kategorie Sport. Er sah während eines Mannschaftswettkampfes im Juli vergangenen Jahres aus der Distanz einen Sturz auf der Radstrecke vor ihm. Als Retzbach auf der Höhe des gestürzten Konkurrenten angelangt war, hielt er an, um sich um den Verletzten (der sich später als der ehemalige Weltklasse-Triathlet Matthias Klumpp herausstellte) zu kümmern – ohne Rücksicht auf sein eigenes Abschneiden oder das seines Teams.

„Ein leuchtendes Beispiel für ein faires Miteinander“

Darüber hinaus zeigte Retzbach zusätzlichen olympischen Sportsgeist, als er das Rennen nach Eintreffen der Sanitäter wieder aufnahm und trotz seines großen Rückstandes beendete. Dem Einsatz des Triathleten zollte die Jury großes Lob. „Ihr selbstloses und solidarisches Verhalten angesichts der Notlage eines Konkurrenten macht Sie zum Vorbild für andere Sportlerinnen und Sportler und ist ein leuchtendes Beispiel für ein faires Miteinander – im Sport und darüber hinaus.“

Ebenfalls beeindruckt zeigte sich die Jury von der Mannschaft des SC Lauchringen, an die der Sonderpreis des Jahres 2018 geht. Das Fußballteam aus Südbaden stellte sich in einer Kreisliga-Partie geschlossen hinter seinen Mitspieler Kebba Manneh (Logo: SC Lauchringen). Dieser war aus dem gegnerischen Publikum heraus rassistisch beleidigt worden und hatte daraufhin geschockt den Platz verlassen. Seine Mannschaftskollegen zeigten sich solidarisch, verließen ebenfalls das Spielfeld und nahmen somit den Abbruch des Spiels in Kauf, der schließlich auch erfolgte.

„Die Mannschaft des SC Lauchringen setzte damit ein unübersehbares und wichtiges Zeichen gegen Rassismus, das auch über den Sport hinaus von Bedeutung ist“, urteilte die Jury, „gerade in der heutigen Zeit müssen Offenheit, Toleranz und Solidarität als Pfeiler unserer Gesellschaft verteidigt und gelebt werden.“ Das Verhalten des Teams des SC Lauchringen zeige das Potenzial des Sports, eben solche Werte zu vermitteln und für sie einzutreten.

Fair Play Preis wird am 28. März im Schloss Biebrich verliehen

Die Verleihung des Fair Play Preises des Deutschen Sports 2018 erfolgt im Rahmen des Biebricher Schlossgesprächs der Deutschen Olympischen Akademie (DOK) am 28. März in Wiesbaden. Thema der Veranstaltung mit Referent Janez Kocijancic (Präsident der Europäischen Olympischen Komitees) und prominent besetzter Podiumsdiskussion ist „Der Sport und seine Bedeutung für die europäische Wertegemeinschaft“. Durch den Abend führt der ehemalige Leiter der ZDF-Hauptredaktion Sport, Dieter Gruschwitz.

Der Fair Play Preis des Deutschen Sports wird seit 1998 in zwei Kategorien (Sport und Sonderpreis) an Personen vergeben, die über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügen, an einem Wettkampf unter deutscher Beteiligung partizipiert oder an einer Initiative mitgewirkt haben, die in Deutschland aktiv ist beziehungsweise mit deutscher Beteiligung durchgeführt wurde (Logo: DOSB). Der Preis will Sportlerinnen und Sportler ermutigen, sich weiter für ein faires Miteinander einzusetzen.
 
Als Juryvorsitzender fungiert Prof. Dr. Manfred Lämmer, stellvertretender DOK-Vorsitzender. Stellvertretende Juryvorsitzende ist DOSB-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper. Der Jury gehören darüber hinaus unter anderem VDS-Präsident Erich Laaser und Dr. Michael Ilgner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe, an. Weitere Informationen zum Fair Play Preis gibt es hier.

dok/dosb/vds

07.03.2019






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