Online-Ranking Januar 2020
Daumen hoch (Foto: GES-Sportfoto/Annegret Hilse/Augenklick)

Transfermarkt.de geht wieder einmal steil

Der fußballlose Januar ist für die meisten deutschsprachigen Sport-Newssites ein quotenschwacher Monat. Grund zur Freude hat im Winter jedoch stets Transfermarkt.de. Das Wechselbörsenportal steigerte sich saisonbedingt immens.

Nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern IVW ist der Kicker bei Online- und Mobil-Visits weiterhin unangefochten Spitzenreiter unter den deutschsprachigen Sport-Newssites. Im Vergleich zum Dezember mit 199,47 Millionen Visits gab es beim Kicker vergangenen Monat einen Rückgang um 22,03 Millionen.

Der mit 177,44 Millionen verhaltene Zuspruch im Januar, davon rund neun Zehntel mobil, kommt nicht unerwartet. Denn der Profifußball hierzulande hatte erst Mitte des Monats seine Winterpause beendet. Der Rekord der Nürnberger stammt aus dem November des vergangenen Jahres. Damals hatte der Kicker 208,74 Millionen Visits erreicht.

Seinem angestammten zweiten Platz hat Sport 1 verloren, das Portal ist nun Dritter. Mit 74,39 Millionen Visits im Dezember verloren auch die Münchner saisonbedingt. Das Minus beläuft sich auf 7,95 Millionen. Den Monat zuvor hatten sie 82,34 Millionen verbucht. Auf den zweiten Platz verbesserte sich Transfermarkt.de.

Diese Site ist immer dann besonders stark, wenn wie in Winter- und Sommerpause Wechselzeit ist und viel über (mögliche) Transfers diskutiert wird. Im August waren es zum Beispiel 103,02 Millionen Visits. Der Januar-Wert liegt bei 81,26 Millionen. Das ist im Vergleich zum Dezember (57,97 Millionen) ein überaus deutlicher Zuwachs von 23,29 Millionen.

In der Februar-Auswertung dürften Sport 1 und Transfermarkt.de wieder die Plätze tauschen. Anzumerken ist, dass Transfermakt.de unter allen hier aufgeführten deutschsprachigen Sport-Newssites mit lediglich 51 Prozent den niedrigsten Anteil inländischer Visits hat. Bei Marktführer Kicker sind es hingegen 94 Prozent. sportjournalist.de berücksichtigt für seine Übersicht alle Visits, unabhängig davon, ob inländisch oder nicht.

Weiterhin Vierter ist Spox. Im Januar kam die Site auf 18,73 Millionen Visits, zuvor waren es 16,84 Millionen. Dies bedeutet einen Gewinn von 1,89 Millionen. Seinen im Dezember eroberten Platz in den Top Five hielt ran.de. Von 12,10 Millionen Visits ging es hoch auf 13,17 Millionen, das ist ein Plus von 1,07 Millionen.

Um einen Platz, von sieben auf sechs, verbesserte sich FuPa. Im Vergleich zum Dezember mit 11,72 Millionen Visits gewann das Angebot, eine Art Aggregator für Amateurfußball-News, 0,74 Millionen hinzu. Die Januar-Zahlen (12,46 Millionen) können als Erfolg für die FuPa-Macher gewertet werden.
 
Denn derzeit ruht im Amateurfußball der Ligenspielbetrieb. Die IVW zählt die Site zwar nur zu einem geringen Teil. Doch die meisten der regionalen FuPa-Lizenzpartner, zum Beispiel RP Online/FuPa Niederrhein, werden offiziell erfasst.

Vom sechsten auf den siebten Rang fiel der Sportbuzzer. Im Januar waren es 11,90 Millionen Visits, was kaum eine Veränderung zum Dezember darstellt. Damals standen 11,82 Millionen zu Buche. Das Madsack-Angebot wird seit April 2019 nicht mehr einzeln ausgewiesen, sondern im Rahmen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Achter bleibt Goal.com. Die Site gehört wie Spox zur britischen DAZN Group, die viele Rechte erworben hat, unter anderem im Fußball die an der Champions League und auch der Bundesliga. Goal erreichte im Januar 8,70 Millionen Visits und blieb damit nahezu konstant (Dezember: 8,76 Millionen).

Auf Platz neun der Sportnachrichtensites hierzulande liegt Sky Sport Deutschland. Die Seite, die im Bereich Social Media stark ist, erreichte im Januar 7,04 Millionen Visits. Das ist ein Rückgang um 0,78 Millionen.

Alle Zahlen des Januar 2020 und der vorherigen Monate finden Sie auf der Website der IVW. Diese ist eine staatlich unabhängige, nicht kommerzielle und neutrale Prüfinstitution für den deutschen Werbeträgermarkt. Inzwischen werden auch Tageszählungen veröffentlicht.
 
Die Tätigkeit der IVW steht unter der gemeinsamen Aufsicht der Medienanbieter und Werbungtreibenden sowie Media- und Werbeagenturen, die als Verkäufer, Mittler und Käufer von Werbeträgerleistungen am Markt aufeinandertreffen.
 
Clemens Gerlach

10.02.2020






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