Spiele im deutschen Profifußball
Pressetribüne im Dortmunder Fußballstadion im Mai 2020 (Foto: Ralf Ibing/firo sportphoto/Augenklick/POOL)

Anzahl der erlaubten Medienvertreter*innen vor Ort verdoppelt

Der gemeinsame Einsatz von VDS, DJV und BDZV sowie etlicher Sportredaktionen hat sich ausgezahlt. Ab sofort dürfen zusätzlich zu den Rechteinhabern 26 Berichterstatter*innen und damit doppelt so viele wie bisher bei Spielen im deutschen Profifußball vor Ort tätig sein.

Die DFL Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund nehmen punktuelle Anpassungen am medizinisch-organisatorischen Konzept für den aktuellen Sonderspielbetrieb in der Bundesliga und 2. Bundesliga, der 3. Liga, und der Flyeralarm Frauen-Bundesliga vor. Die Änderungen basieren im Wesentlichen auf den Erfahrungen der nach Wiederaufnahme absolvierten Spieltage, berücksichtigen aber auch die veränderten allgemeinen Schutz-Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus.

Die Anpassungen wurden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Benehmen mit der zuständigen Berufsgenossenschaft anhand des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards geprüft und akzeptiert. Sie treten in der Bundesliga und 2. Bundesliga mit dem bevorstehenden 31. Spieltag (12. bis 14. Juni) in Kraft und gelten vorerst bis Saisonende, auch für die Endspiele im DFB-Pokal.

Die Anzahl der im Stadion arbeitenden Journalist*innen wird von 13 auf 26 verdoppelt. Somit dürfen sich bis auf weiteres 18 statt 10 schreibende Medienvertreter*innen auf der Pressetribüne und acht statt drei Fotograf*innen im Innenraum aufhalten. „Wir haben dabei darauf hingewiesen, dass eine Verteilung 18:8 sinnvoll erscheint“, sagt Erich Laaser, Präsident des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (Laaser-Foto: Wolfgang Weihs).

„Natürlich ist damit der Idealzustand wie vor der Pandemie nicht erreicht, aber die Verbesserungen sind deutlich sichtbar“, betont Laaser, „Fußball ist ein Mannschaftssport – VDS, DJV und BDZV haben hier ein gutes Team gebildet.“

Der VDS hatte sich am 29. Mai gemeinsam mit dem Deutschen Journalisten-Verband und dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger sowie den Sportredaktionen vieler großer Zeitungen für eine Erhöhung der Anzahl der Berichterstatter*innen im Stadion eingesetzt.

Öffentlicher Appell von VDS, DJV und BDZV zeigt Wirkung

„Wir sind die Augen und Ohren der Fans!“, hatte es in einem öffentlichen Appell an die Sportminister*innen der 16 Bundesländer geheißen. Gefordert wurde darin angesichts der Lockerungen der Corona-bedingten Beschränkungen in unserer Gesellschaft eine Erhöhung der Anzahl der bei einem Bundesligaspiel anwesenden Sportjournalist*innen.

Bestätigt wurde von DFL und DFB auch, dass die Akkreditierung von Fotograf*innen für die Pressetribüne bei Engpässen weiterhin möglich ist. Für diese Berufsgruppe erarbeiten VDS-Fotografensprecher Wolfgang Rattay und dessen Stellvertreter ein Konzept. Grundsätzlich haben die Vereine weiterhin Hausrecht und entscheiden über die Zusammensetzung der Pressetribüne.

Auch Vereinsmedien können nun auf Akkreditierungen hoffen

Für Radio/Hörfunk gibt es unverändert zwei Plätze (je einer für öffentlich-rechtlichen und lizenzierten Hörfunk). Zudem besteht nun die Option, bei vorhandenen Restplätzen auf der Pressetribüne weitere lizenzierte Hörfunkanbieter zu akkreditieren.

Vereinsmedien sind weiterhin im Stadion nicht fest vorgesehen, können aber bei Restkapazitäten auf der Pressetribüne im Rahmen des vorgegebenen Kontingents von 18 Plätzen akkreditiert werden. Dabei sind die Vereinsmedien laut medizinisch-organisatorischem Konzept „nachgelagert“ zu behandeln. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der DFL und des DFB.

vds/dfl/dfb

10.06.2020






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