Initiative zum Gendern
Szene aus Pressekonferenz nach einem Fußballspiel im Mai 1990 (Foto: firo sportphoto/augenklick)

Nachrichtenagenturen wollen diskriminierungssensibler berichten

Die Diskussion ums Gendern nimmt weiter Fahrt auf. Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen AFP, APA, dpa, epd, Keystone-SDA, KNA, Reuters und SID haben ein gemeinsames Vorgehen vereinbart, um diskriminierungssensibler zu schreiben und zu sprechen.

„Das generische Maskulinum wird in kompakter Nachrichtensprache noch vielfach verwendet, soll aber schrittweise zurückgedrängt werden“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von AFP, APA, dpa, epd, Keystone-SDA, KNA, Reuters und SID. Alle Veränderungen würden „in enger Abstimmung“ mit den Medienkunden erfolgen.

„Ob die Nachrichtenagenturen ganz auf das generische Maskulinum verzichten können, hängt von der weiteren Entwicklung der Sprache ab. Noch ist unklar, ob und welches der Sonderzeichen (Genderstern, Unterstrich, Doppelpunkt etc.), die auch nicht-binäre Geschlechtsidentitäten abbilden sollen, sich im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen wird“, ist der Medienmitteilung weiter zu entnehmen.

Bis auf Weiteres verwenden die Nachrichtenagenturen daher diese Zeichen nicht. Es sollen aber andere Möglichkeiten zur Vermeidung diskriminierender Sprache und zur Sichtbarmachung von Diversität „konsequent“ genutzt werden. Dazu zählen etwa Paarformen wie „Schülerinnen und Schüler“ oder geschlechtsneutrale Plurale („Fachkräfte“).

Die Debatte ums Gendern wird seit geraumer Zeit intensiv geführt, zum Teil mit einer an persönliche Beleidigungen grenzenden Vehemenz. Gegner*innen wittern „sprachpädagogische Übergriffe“. Befürworter*innen betonen hingegen den inkludierenden Charakter einer gendergerechten Sprache.

cleg/pm

20.06.2021






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