Fußball im Free-TV
Gähnender Bayern-Fan (Foto: sampics Photographie/augenklick)

Suche nach Gründen für deutlichen Quotenrückgang

Für ARD-Sportschau und ZDF-Sportstudio war die gerade beendete Saison der Fußball-Bundesliga eine große Enttäuschung. Der Publikumszuspruch ging stark zurück. Über die Ursachen wird intensiv nachgedacht.

Die Zahlen sind eindeutig. Von durchschnittlich 4,79 Millionen Zuschauer*innen in der Saison 2020/2021 ging es für die ARD-Sportschau am Samstag um 18.30 Uhr runter auf 3,91 Millionen. Das ist ein Minus von 18,37 Prozent.

Etwas glimpflicher kommt das ZDF mit dem seinem Aktuellen Sportstudio davon. Beim Zweiten ist es ein Rückgang um 11,44 Prozent, 1,78 Millionen statt 2,01 Millionen waren es in der vergangenen Spielzeit (Balkausky-Foto: ARD/Ralf Wilschewski).

Als Gründe für den Rückgang führen die Sender etliche Gründe an. „Zunächst einmal schauen die Menschen weniger Fernsehen als in der Hauptcoronazeit“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky dem Branchendienst DWDL. Zudem habe es in puncto Meisterschaft an Spannung gemangelt.

Balkausky sieht auch die Ansetzungen der Erstligapartien als Problem. „Ich bin mir nicht sicher, ob der Samstag noch als Kernspieltag im Bewusstsein der Fans verankert ist und bleibt.“

ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann kommt zu ähnlichen Schlussfolgerungen. „Leere Zuschauerränge durch die Pandemie und fehlende Spannung im Meisterschaftskampf steigern nicht die Attraktivität der Bundesliga – und das spiegelt sich auch in den Zuschauerzahlen wider“ (Fuhrmann-Foto: ZDF/Thomas Kierok).

Angesichts des nachlassenden Zuspruchs kommt es den Senderverantwortlichen sehr gelegen, dass in Schalke 04 und Werder Bremen zwei Vereine mit einer großen Fanbasis kommende Saison wieder erstklassig sein werden. Und vielleicht schafft es ja auch noch der Hamburger SV in der Relegation.

Doch dass das reicht, einen Aufschwung herbeizuführen, ist nicht sicher. „Glückwunsch, wenn das der Schlüssel für revitalisierte Begeisterung und vermehrtes Einschaltverhalten ist. Und wenn nicht?“, gibt der Tagesspiegel zu bedenken. Dessen Kernvorwurf: „Die Profiligen haben in ihrer Geldgier den Spielplan zerfleddert.“

cleg

18.05.2022






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